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Streit mit Bund und Ländern Preußen-Prinz fordert Kunstwerke zurück

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Die Verhandlungen zwischen Georg Friedrich Prinz von Preußen und der öffentlichen Hand laufen offenbar schon länger.

(Foto: imago/Christian Schroedter)

Bereits seit Jahren befindet sich Georg Friedrich Prinz von Preußen in Geheimverhandlungen mit Bund und Ländern. Der Ururenkel des letzten deutschen Kaisers verlangt die Rückgabe Tausender Gemälde und Kunstgegenstände. Das Kanzleramt lehnt die Forderungen bislang ab.

Das Adelshaus Hohenzollern und die öffentliche Hand streiten in erst jetzt bekannt gewordenen geheimen Verhandlungen seit Jahren über Kunstgegenstände von historischer Bedeutung. "Zur Zeit liegen die Verhandlungspositionen immer noch sehr weit auseinander", ließ Kulturstaatsministerin Monika Grütters mitteilen. Hohenzollern-Oberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen verlangt laut "Tagesspiegel" unter anderem ein Wohnrecht im Potsdamer Schloss Cecilienof oder anderen Schlossvillen.

Nach Angaben des Bunds laufen "seit mehreren Jahren" Gespräche zwischen auf der einen Seite dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Haus Hohenzollern auf der anderen Seite. Hintergrund sei das Gesetz vom Oktober 1926 über die Vermögensauseinandersetzung zwischen dem Staat Preußen und dem Haus Hohenzollern. Es gehe um rechtliche Unklarheiten in dem Vertrag, aber auch um Rechtspositionen, die sich durch die sowjetische Besatzungsmacht und die Regierung der DDR nach dem Zweiten Weltkrieg veränderten.

Laut "Tagesspiegel" geht es um Tausende Kunstwerke von teils nationaler Bedeutung aus öffentlichen Museen in Berlin und Brandenburg. Nach Angaben der Kulturbeauftragten sind Sammlungsobjekte Gegenstand, die sich heute vor allem bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und beim Deutschen Historischen Museum befinden.

Bei den Objekten handle es sich um Memorabilia, Möbel, Textilien und Gemälde, die im Schloss Monbijou ausgestellt waren. Dieses wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Es handle sich um Gegenstände und Gemälde von "erheblichem Wert und historischer Bedeutung", hieß es seitens der Kulturbeauftragten. Mit dem angestrebten außergerichtlichen Vergleich sollten Gerichtsprozesse vermieden werden.

Kanzleramt lehnt Forderungen ab

Die Hohenzollern zählen zum deutschen Hochadel, das derzeitige Familienoberhaupt ist Ururenkel von Wilhelm II., dem letzten deutschen Kaiser. Dem "Tagesspiegel" zufolge erweiterten die Hohenzollern zuletzt ihre Forderungen an die öffentliche Hand um Teile des früheren Hausarchivs und der Bibliothek der Preußenkönige sowie den Anspruch auf Wohnrecht. Das Bundeskanzleramt in Form des Stabs von Grütters habe die Forderung am 13. Juni per Brief abgelehnt. In dem Schreiben heiße es, dass die Vertreter Berlins, Brandenburgs und des Bundes keine geeignete Grundlage für erfolgversprechende Verhandlungen sehen.

Nach Informationen der Zeitung kündigte das Adelshaus zwischenzeitlich die Leihverträge für Kunstwerke mit öffentlichen Museen. Das Adelshaus habe auf Anfrage keine Details genannt, sondern von laufenden Verhandlungen gesprochen. Der Bund habe in dem Brief einen Gütetermin für den 24. Juli angesetzt, um zu beraten, ob es noch einen Lösungsweg gibt.

Wie das Büro der Kulturbeauftragten erklärte, wurde in einem ersten Schritt der Gespräche erfasst, über welche Objekte überhaupt verhandelt werden muss. Insgesamt gehe es dabei um weniger als 0,1 Prozent in den genannten Sammlungen. Sollte es zu einer Gesamtlösung kommen, müssten sowohl die Aufsichtsgremien der betroffenen Einrichtungen als auch die Finanzministerien des Bundes sowie der Länder Berlin und Brandenburg diese genehmigen.

Quelle: n-tv.de, jpe/AFP

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