Panorama

Prozess in TexasHätte ein Schulpolizist das Uvalde-Massaker verhindern können?

06.01.2026, 12:23 Uhr
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19 Kinder werden bei dem Massaker an der Grundschule in Uvalde getötet, 10 weitere verletzt. (Foto: AP)

Eine Grundschule wird angegriffen, 19 Kinder und 2 Lehrerinnen sterben - und das, weil ein Schulpolizist nicht rechtzeitig eingreift? Diese Frage wird nun vor Gericht im US-Bundesstaat Texas geklärt.

In den USA muss sich ein ehemaliger Polizist wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, bei einem Schusswaffenangriff auf eine Grundschule im US-Bundesstaat Texas im Jahr 2022 untätig geblieben zu sein. Der ehemalige Polizist des Schulbezirks, Adrian Gonzales, ist in dem am Montag begonnenen Prozess in 29 Fällen von Kindesgefährdung angeklagt - für die 19 Kinder, die bei dem Angriff in Uvalde starben, und die zehn, die überlebten.

US-Medien berichteten, Gonzales werde in der Anklageschrift vorgeworfen, dass es ihm nicht gelungen sei, den Schützen abzulenken oder aufzuhalten, nachdem er Schüsse gehört hatte. Auch der ehemalige Polizeichef im US-Bundesstaat Texas, Pete Arredondo, muss sich vor Gericht verantworten. Beide Männer plädierten auf nicht schuldig. Wie der Sender ABC News berichtete, sagte Richter Sid Harle, er erwarte, dass der Prozess in Corpus Christi, etwa 320 Kilometer von Uvalde entfernt, etwa zwei Wochen dauern werde.

Ein Jugendlicher hatte im Mai 2022 in der Robb Elementary School 19 Grundschüler und zwei Lehrer erschossen. Es war der schlimmste Schusswaffenangriff an einer US-Schule seit einem Jahrzehnt. Der Polizei wurden in der Folge schwere Versäumnisse vorgeworfen. Das US-Justizministerium veröffentlichte dazu im Januar 2024 einen vernichtenden Bericht, in dem von "gravierendem Versagen" die Rede war.

Für Empörung sorgte, dass nach Beginn des Angriffs mehr als ein Dutzend Beamte über eine Stunde lang vor den Klassenzimmern gewartet hatten, in denen die Schüsse fielen. Die Beamten unternahmen nichts, während sich in der Schule tote oder sterbende Kinder befanden. Schließlich erschossen die Polizisten den Schützen.

Der nun begonnene Prozess ist ein seltenes Beispiel für den Versuch, Polizeibeamte für ihr Verhalten während eines Massakers zur Verantwortung zu ziehen. Die USA werden immer wieder von Schusswaffenangriffen an Schulen erschüttert. Etwa ein Drittel der Erwachsenen im Land besitzt eine Feuerwaffe, selbst für schlagkräftige Sturmgewehre sind die Vorschriften lax.

Quelle: ntv.de, AFP, akr

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