Panorama

Erneut mehr als 100 Todesfälle RKI meldet fast 20.000 Corona-Neuinfektionen

Fast jede deutsche Region überschreitet inzwischen die Corona-Obergrenze. Nun registriert das Robert-Koch-Institut erstmals seit Beginn der Pandemie beinahe 20.000 neue Fälle. Derweil kommen die Labore immer öfter mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher.

In Deutschland hat das Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit Beginn der Coronavirus-Pandemie knapp 20.000 Neuinfektionen registriert. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben 19.990 Fälle binnen 24 Stunden (Stand: 5. November, 0 Uhr). Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet worden. Am Donnerstag vor einer Woche lag die Zahl bei 16.774.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 597.583 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt demnach bei 10.930. Das sind 118 Fälle mehr als am Vortag. Zudem ist es der dritte Tag in Folge, an dem das RKI mehr als 100 Covid-19-Todesopfer registriert. Die Zahl der Genesenen in Deutschland schätzt das RKI auf etwa 391.600.

Hinweis: Die Zahlen des RKI weichen in der Regel leicht von jenen Falldaten ab, die ntv.de täglich am Abend meldet. Das ntv.de-Datenteam greift direkt auf die Meldezahlen aus den Bundesländern zu, wie sie von den Ministerien und Behörden vor Ort veröffentlicht werden. Das RKI hingegen ist an die gesetzlich vorgeschriebenen Meldewege gebunden, was zu einem zeitlichen Verzug führen kann.

Zudem bilden die jeweiligen Tageswerte unterschiedliche Erfassungszeiträume ab: Die ntv-Auswertung sammelt die jeweils bis zum Abend veröffentlichten Länderangaben und errechnet daraus einen täglichen Stand der gemeldeten Fallzahlen, der in der Regel ab 20 Uhr veröffentlicht wird. Das Erfassungssystem des RKI dagegen berücksichtigt eingehende Meldungen bis Mitternacht, wobei der aktuelle Datenstand dann am nachfolgenden Morgen bekannt gegeben wird.

Labore kommen nicht mehr hinterher

Am Mittwochabend hatte das RKI in seinem Lagebericht vor prekären Situationen in vielen Corona-Laboren gewarnt. Demnach kommen viele Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher. So meldeten laut RKI in der vergangenen Kalenderwoche (bis 1. November) 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98.931 abzuarbeitenden Proben. Die Berichte mehrten sich, dass sich viele Labore stark an den Grenzen ihrer Auslastung befänden.

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich derweil in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1. November) laut RKI etwa 7,3 Prozent der Tests an. Die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests kletterte in den vergangenen zwei Monaten deutlich um mehr als 400.000. Demnach meldeten zuletzt 191 Labore rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche - ein Rekordwert für Deutschland. Die Entwicklung bei Positivenrate und Test-Anzahl spiegelt sich im über Wochen starken Anstieg bei den gemeldeten Neuinfektionen wider.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht am Mittwoch bei 0,81 (Vortag: 0,94). Das heißt, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 0,92 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa