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War es nicht der Ostsee-Wal?Rätsel um DNA des bei Anholt angespülten toten Buckelwals

22.07.2026, 08:36 Uhr
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Der tote Wal am Anholter Strand. Ist es der Ostsee-Wal? (Foto: picture alliance/dpa)

Nahezu zwei Monate lang sorgt im Frühjahr ein Wal in der Ost- und Nordsee für Aufregung. Jetzt liegt das Ergebnis eines DNA-Tests vor. Doch hinterher ist man genauso schlau wie vorher.

Über mehrere Wochen hinweg hat ein mehrfach in der Ostsee gestrandeter Buckelwal die Menschen in Deutschland beschäftigt. Als das Tier in die Nordsee gezogen und schließlich tot vor der dänischen Insel Anholt angespült wurde, schien das Wal-Drama ein für alle Mal beendet zu sein. Doch jetzt liegt das Ergebnis eines DNA-Tests vor: Laut Bericht der "Bild"-Zeitung besagt dieses, dass der am Anholter Strand zerlegte Wal nicht der als Timmy oder Hope bekannte Ostsee-Wal sei.

Mitglieder der freiwilligen Rettungsinitiative haben die Gewebeprobe entnommen und mit einer früheren von einem Fachlabor vergleichen lassen. Die Ergebnisse sollen zwar erst im Tagesverlauf in Hamburg offiziell vorgestellt werden, allerdings hatte die Zeitung schon jetzt Einblick in die Unterlagen. Demnach stimmen die beiden Proben nicht miteinander überein. Die gängigste Interpretation sei deshalb, dass sie von verschiedenen Tieren stamme.

Jedoch kann die Qualität der Proben gelitten haben, was für eine Verfälschung des Testergebnisses sorgen könnte. Eine mögliche Erklärung dafür könne die falsche Lagerung oder aber ein nicht ordnungsgemäßer Transport zum Labor sein. Darüber hinaus gebe es für die Probenentnahme keine Zeugen.

Dafür, dass der bei Anholt angespülte Wal der zuvor in der Ostsee gestrandete Buckelwal war, spricht einiges: Bei ihm wurde ein Tracker gefunden. Mit dem Gerät sollten Vital- und Positionsdaten an die Walretter übermittelt werden. Auch würden die Daten auf dem Ortungsgerät mit denen der Rettungsinitiative übereinstimmen. Der tote Meeressäuger wies zudem Verletzungen und Wunden auf, die zuvor bei dem Wal in der Ostsee zu sehen gewesen waren.

Offen bleiben die Fragen, warum der Tracker bei der Suche nach dem Gerät auf Anholt erst im zweiten Anlauf gefunden wurde und wie es passieren konnte, dass man erst von einem männlichen Tier ausging, obwohl die Dänen es als Weibchen identifizierten.

Der Wal tauchte Anfang März zum ersten Mal in der Ostsee auf. Am 23. März strandete er vor Timmendorfer Strand, wo Bagger ihn freilegten. Das Meereslebewesen schwamm kurzzeitig in die richtige Richtung, drehte allerdings nach Wismar ab, strandete dort kurzzeitig und schließlich am 1. April in der Bucht der Insel Poel. Da es nicht gelang, den Wal zu retten, wollte ihn Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus in Ruhe lassen.

Daraufhin formierte sich eine private Rettungsinitiative um Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert. Am 28. April bugsierte sie den Wal in eine Transport-Barge und zog ihn in die Nordsee, wo er am 2. Mai freigelassen wurde. Der Tracker lieferte angeblich eine Zeit lang Vitalwerte, aber keine Standortdaten. Mitte Mai wurde der Kadaver vor Anholt angespült. Die Dänen zogen ihn an den Strand und obduzierten ihn dort. Danach wurde er zerlegt und unter anderem zu Biodiesel verarbeitet. Die Walknochen werden zukünftig wohl in einigen Museen ausgestellt.

Quelle: ntv.de, mpa

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