Panorama

Drogenbeauftragte warnt Rauchen nicht nur bei Corona vermeiden

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Raucher laufen Gefahr, schwerer an Covid-19 zu erkranken als andere.

(Foto: imago images/imagebroker)

Jedes Jahr sterben mehr als 100.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums. Untersuchungen belegen zudem, dass Raucher schwerer an Covid-19 erkranken. Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig warnt deshalb vor dem "vermeidbaren Gesundheitsrisiko".

Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig will auch angesichts der Corona-Pandemie Gesundheitsgefahren durchs Rauchen stärker ins Visier nehmen. "Jedes Jahr versterben auch ohne Corona 127.000 Menschen an den Folgen ihres Tabakkonsums", sagte die CSU-Politikerin mit Blick auf Deutschland heute zur Vorlage ihres Jahresberichts. Sie verwies auf mehrere wissenschaftliche Belege dafür, dass Raucher sich einem erhöhten Risiko für schwere Corona-Verläufe aussetzten.

Trotz insgesamt rückläufiger Zahlen beim Tabakkonsum hierzulande sei man daher lange nicht am Ziel. "Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko, gerade in dieser Zeit." Ludwig sagte, sie plane im neuen Jahr weitere Maßnahmen zum Thema Tabakentwöhnung. Dann sollen auch erste zusätzliche Werbeverbote in Kraft treten, die vor allem Jugendliche vor Gesundheitsgefahren durch Tabakkonsum schützen sollen.

Kino- und Plakatwerbung bald verboten

Ein im Herbst beschlossenes Gesetz untersagt ab 1. Januar 2021 Kinowerbung fürs Rauchen, wenn ein Film für unter 18-Jährige freigegeben ist. Schluss sein soll dann auch mit dem Verteilen von Gratis-Proben außerhalb von Fachgeschäften etwa bei Musikfestivals und von Tabakprodukten als Gewinne bei Preisausschreiben.

Ab 2022 soll dann auch ein schrittweises Reklameverbot auf Plakatwänden folgen. Ludwig betonte, dass Unterstützungsangebote für Suchtkranke trotz verschärfter Corona-Beschränkungen aufrechterhalten werden müssten. "Elementar wichtig ist, dass Beratungsstellen, niedrigschwellige Hilfsangebote und Suchtkliniken für alle Bedürftigen offen bleiben."

Quelle: ntv.de, nan/dpa