Geben sich als ihre Kunden ausRazzia gegen mutmaßliche Bande von Prüfungsbetrügern

Ob Führerschein oder Sprachtest - die Verdächtigen sollen als Stellvertreter zu den Prüfungen erschienen sein und diese gegen Geld für ihre Kunden geschrieben haben. Gegen einen Prüfer wird wegen Bestechlichkeit ermittelt.
In Niedersachsen ist die Polizei gegen eine mutmaßliche Bande von bundesweit aktiven Prüfungsbetrügern vorgegangen. Im Fokus stehen neun Verdächtige im Alter zwischen 26 und 51 Jahren, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Osnabrück mitteilten. Sie sollen gegen Bezahlung selbst oder durch von ihnen beauftragte Stellvertreter etwa Einbürgerungs-, Sprach- oder Führerscheinprüfungen anstelle der eigentlichen Teilnehmer abgelegt haben. Zwei Haftbefehle wurden vollstreckt.
Den Angaben zufolge werden mindestens hundert Fälle im Zusammenhang mit dem Verfahren geprüft. Je nach Prüfung hätten die Teilnehmer mehrere hundert bis mehrere tausend Euro bezahlt. Die mutmaßliche Bande soll rund 250.000 Euro eingenommen haben.
Die Beschuldigten beziehungsweise die weiteren zu den Prüfungen geschickten Stellvertreter sollen sich mit gefälschten oder verfälschten Ausweisen als die jeweiligen Prüflinge ausgegeben haben. Unter anderem besteht deshalb der Verdacht der Urkundenfälschung und der Fälschung beweiserheblicher Daten. Gegen einen nebenamtlichen Prüfer einer Industrie- und Handelskammer wird zudem wegen des Verdachts der Bestechlichkeit ermittelt.
Die Beamten durchsuchten ein Dutzend Objekte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden zwei Haftbefehle unter anderem wegen des Verdachts des bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern vollstreckt. Zudem wurden diverse Beweismittel wie Handys, Laptops und Ausweisdokumente beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauerten an.