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"Bin kein Babysitter"Richterin findet deutliche Worte im Block-Prozess

18.08.2026, 16:23 Uhr
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Richterin Isabel Hildebrandt, Vorsitzende Richterin am Landgericht Hamburg. (Foto: picture alliance/dpa/dpa-pool)

Im Block-Prozess kommt es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Anklage und Verteidigung. Jüngster Grund ist der Unmut über die Veröffentlichung eines Gutachtens. Die Richterin bringt ihr Unverständnis ebenfalls zum Ausdruck - und die Grenzen ihrer Macht.

Im Hamburger Prozess um die Entführung der Block-Kinder haben mehrere Verteidiger ihre Verärgerung darüber geäußert, dass Teile eines nicht öffentlichen Gutachtens in die Öffentlichkeit gelangt seien. Seine Mandantin sei erschüttert, sagte Ingo Bott, Anwalt der angeklagten Unternehmerin Christina Block.

"Mir gefällt das auch nicht", sagte die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt. Sie habe aber keinen Einfluss darauf, ob jemand etwas weitergebe, und sei nicht der "Wachhund" oder "Babysitter" für die Prozessbeteiligten. Verteidiger David Rieks, der Blocks Lebensgefährten Gerhard Delling vertritt, merkte an, die Staatsanwaltschaft könne aber etwas dagegen unternehmen.

Öffentlichkeit für Gutachten ausgeschlossen

In Abwesenheit der Zuschauer hatte die Sachverständige Mareike Schüler-Springorum die Folgen der Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 für die Kinder beschrieben. Sie waren damals ihrem Vater entrissen, in ein Auto gezerrt und nach Deutschland gebracht worden. Nach vier Verhandlungstagen hatte die Kammer die Öffentlichkeit wieder zugelassen.

Die Nebenklage, der Ex-Mann Stephen Hensel von Christina Block und Vater der gemeinsamen Kinder, welcher durch Phillip von der Meden vertreten wird, wies den Vorwurf der Verteidigung, das Gutachten an die Presse weitergegeben zu haben, zurück. Hensel ist ebenfalls vor derselben Jugendschutzkammer wegen Kindesentziehung angeklagt, in seinem Verfahren tritt Block als Nebenklage auf. Das Hauptverfahren gegen Hensel ist jedoch noch nicht eröffnet.

Sechs weitere Angeklagte

Christina Block ist angeklagt, eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihren damals 10-jährigen Sohn und die 13 Jahre alte Tochter vom Wohnort ihres Ex-Manns in Dänemark nach Deutschland zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette "Block House" bestreitet die Vorwürfe. Der Tat vorausgegangen war ein langer Sorgerechtsstreit. Nach einem Wochenendbesuch hatte der Vater Stephan Hensel die Kinder nicht wie vereinbart zur Mutter zurückgebracht.

Es gibt noch sechs weitere Angeklagte, darunter Ex-Sportmoderator Delling, der Lebensgefährte von Christina Block, dem Beihilfe vorgeworfen wird. Nur einer der Beschuldigten, ein 37-Jähriger aus Israel, hat die Vorwürfe eingeräumt.

Quelle: ntv.de, kaz/dpa

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