Panorama

Reise durch den Irak Schiitenführer gibt Papst wichtige Zusage

dc96bbf86e8067b1fa3e936d8f216f65.jpg

Sistani ließ nach dem Treffen mit dem Papst dieses Foto veröffentlichen.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency Int.)

Auf seiner Aufsehen erregenden Reise durch den Irak trifft Papst Franziskus einen wichtigen Schiitenführer, der sich eigentlich nie in der Öffentlichkeit zeigt. Dieser macht ihm eine Zusage, die dem Oberhaupt der Katholiken gefallen dürfte.

Papst Franziskus ist am zweiten Tag seiner Irak-Reise von dem einflussreichen Schiitenführer Ayatollah Ali Sistani empfangen worden. Die historische Begegnung fand in der heiligen Stadt Nadschaf statt. Sistani sagte dem Oberhaupt der Katholiken zu, darauf zu achten, dass Christen im Irak "in Frieden und Sicherheit leben" könnten.

Das Büro des 90-jährigen Sistani, der sich nie in der Öffentlichkeit zeigt, veröffentlichte im Anschluss an das 50-minütige Treffen ein Foto der Begegnung sowie eine Erklärung, in der Sistani dem Papst für seinen Besuch in Nadschaf dankt. Zugleich versicherte der Schiitenführer, persönlich darauf zu achten, "dass die christlichen Bürger wie alle Iraker in Frieden und Sicherheit leben, mit all ihren verfassungsmäßigen Rechten". Beobachter hatten zuvor darüber gerätselt, ob die beiden eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen würden.

Der Dialog mit dem Islam bildet einen Schwerpunkt von Franziskus' Pontifikat. 2019 hatte er in Abu Dhabi den Großimam der ägyptischen Al-Azhar-Moschee, Scheich Ahmed al-Tajeb, getroffen. Gemeinsam mit dem Leiter der höchsten Autorität des sunnitischen Islams unterzeichnete er damals ein "Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen".

Nächste Station: Ur

Auf dem Programm der Papst-Reise steht an diesem Samstag außerdem ein interreligiöses Treffen in Ur. Franziskus will in der antiken Stadt, die als Geburtsstätte Abrahams gilt, gemeinsam mit Muslimen, Jesiden und Mandäern beten. Abraham gilt als Stammvater von Juden- und Christentum wie auch des Islams. Alle drei Religionen berufen sich auf ihn. Am Abend feiert der Papst in der chaldäischen St.-Josefs-Kathedrale in Bagdad eine Messe.

Der Papst war am Freitag im Irak eingetroffen. Es ist der erste Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts im Irak und Franziskus' erste Auslandsreise seit Beginn der Corona-Pandemie. Im Irak lebten Anfang der 2000er-Jahre noch rund 1,5 Millionen Christen, heute sind es nur noch etwa 400.000.

In den vergangenen 20 Jahren flohen viele ihrer Glaubensbrüder vor religiös motivierten Angriffen und insbesondere vor islamistischer Gewalt, vor allem durch die Terrormiliz Islamischer Staat. Insbesondere die Jesiden wurden Opfer etlicher Angriffe.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.