Panorama

Zwei Tote im Norden bei Kiel Schütze befindet sich auf der Flucht

Zwei Menschen werden in Dänischenhagen nahe Kiel erschossen. Bei der Suche nach dem flüchtigen Täter sperrt die Polizei in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt vorübergehend das Brauereiviertel ab, ein Wohnquartier in belebter Lage. Ein Fehlalarm, die Fahndung geht weiter.

Tödliche Schüsse auf zwei Menschen in der Vorstadtidylle Dänischenhagen nördlich der Landeshauptstadt, schwerbewaffnete Polizisten suchen stundenlang nach einem möglichen Täter im Kieler Wohnquartier Brauereiviertel - ein Verbrechen sorgt für einen Großeinsatz der Polizei und viel Aufregung an der Förde. Noch Stunden nach der Tat, die sich laut Polizei gegen 10.00 Uhr in einer Doppelhaushälfte ereignet hat, bleibt vieles rätselhaft. Die Identität der Opfer ist unklar, ebenso das Tatmotiv. Eine Beziehungstat?

Die alarmierte Polizei findet in dem Haus in Dänischenhagen zwei Tote, eine Frau und einen Mann. "Die Tat dürfte sich im persönlichen Umfeld ereignet haben", teilt die Polizei am späten Nachmittag mit. Außerdem liegen in dem Haus diverse Hülsen herum - aus welcher Waffe, sagt die Polizei zunächst nicht. "Aktuell wird nach dem Täter sowohl im Kieler Stadtgebiet, wie auch im Umland gefahndet", schreibt die Polizei am späten Nachmittag. "Es liegen keine Hinweise vor, dass eine Gefahr für die Öffentlichkeit besteht."

Nach dem Fund der beiden Toten übernimmt die Mordkommission, sucht Spuren. Beamte befragen Anwohner in der grünen Wohnsiedlung mit Einzel- und Doppelhäusern.

Täter auf der Flucht

In Dänischenhagen beobachten Zeugen laut Polizei, dass ein weißer SUV mit Euskirchener Kennzeichen vom Tatort weggefahren sei, im Brauereiviertel wird später auch ein solches Fahrzeug gesichtet. Ob es sich um dasselbe Auto handelt, kann Landespolizeisprecher Marcel Schmidt am Nachmittag nicht sagen. Später stellt es sich heraus, dass es sich bei dem weißen SUV um ein anderes Auto handelt, wie eine Sprecherin sagte. Eine große Autovermietung lässt ihre Wagen in Euskirchen zu, sodass sie häufiger in anderen Regionen zu sehen sind.

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Die Polizei sichert und untersucht das Haus, in dem die beiden Toten gefunden wurden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Hubschrauber kreist an diesem sonnigen Tag auch über dem ruhigen Wohngebiet in Dänischenhagen, wenige Kilometer nördlich von Kiel. Polizisten mit Maschinenpistolen sichern nach der Tat die Umgebung. Der Tatort ist die Hälfte eines Doppelhauses. Die Vorgärten hier sind gepflegt. Auf den Straßen ist es ruhig. Eine Passantin hatte von den schrecklichen Vorfällen noch gar nichts mitbekommen, andere haben durch die sozialen Medien oder andere Anwohner von den Ereignissen erfahren.

Vorsichtsmaßnahme in Kiel

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An der Fahndung sind auch Spezialkräfte beteiligt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Hinweise auf einen Amoklauf gibt es laut Polizei nicht. Der Täter war am Nachmittag noch flüchtig. Der Tat in Dänischenhagen folgte der Polizeieinsatz im Kieler Brauereiviertel. Auch hier waren schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz und ein Hubschrauber in der Luft. Das Brauereiviertel ist stundenlang abgesperrt, aber "Abholung von der Schule, Arzttermin etc. ist weiterhin normal möglich", twittert die Polizei. Schüsse seien im Brauereiviertel nicht gefallen, sagt ein Polizeisprecher. Es sei auch nicht bekannt, dass dort jemand mit einer Waffe angetroffen wurde.

"Ich will in meine Wohnung", sagt eine Frau, die vor dem Flatterband der Polizei wartet. "Vor meiner Haustür steht die Polizei, schwerbewaffnet", berichtet ein anderer Anwohner telefonisch aus seiner Wohnung.

Gleich hinter der Polizeiabsperrung sitzen Leute an Tischen vor einer Bäckerei und beobachten neugierig das Geschehen. Dann die Entwarnung: Kurz vor 16.00 Uhr räumt die Polizei das Gelände. "Man kann nicht mehr davon ausgehen, dass hier eine Gefahr vorhanden ist", sagt Polizeisprecher Schmidt. Die Aktion sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen. Ob der Täter noch unerkannt auf der Flucht sei? "Ich kann nur sagen, dass jetzt an diesem Ort keine Gefahr mehr vorhanden ist." Die Suche nach dem Täter geht aber weiter.

Quelle: ntv.de, jwu/chr/dpa/AFP

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