Panorama

PEI zu Corona-Impfungen Schwere Nebenwirkungen bleiben Ausnahme

Bisher wurden laut Pei-Sicherheitsbericht in Deutschland 2287 Mal schwerwiegende unerwünschte Reaktionen nach einer Impfung gemeldet.

Bisher wurden laut Pei-Sicherheitsbericht in Deutschland 2287 Mal schwerwiegende unerwünschte Reaktionen nach einer Impfung gemeldet.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Nach Millionen von Impfungen mit drei Vakzinen im Einsatz stellt das Paul-Ehrlich-Institut in seinem Sicherheitsbericht fest: Bei 0,3 von 1000 Impfdosen gab es einen Verdacht auf schwere Nebenwirkungen. Auffällig sei, dass je nach Impfstoffhersteller die Beschwerden variieren.

Schwerwiegende Nebenwirkungen nach Corona-Impfungen sind weiterhin die absolute Ausnahme. Nach fast neun Millionen Impfungen in Deutschland nannte das für die Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut nun eine Quote von 0,3 pro 1000 Impfdosen. Impfungen seien "eine effektive Maßnahme, die Corona-Pandemie einzudämmen und sich selbst vor Covid-19 zu schützen", heißt es in dem jüngsten Sicherheitsbericht aus Langen.

Bis 12. März wurden laut Robert-Koch-Institut 8,8 Millionen Impfungen durchgeführt: rund 7 Millionen mit Comirnaty, knapp 300.000 mit Moderna und 1,5 Millionen mit Astrazeneca. 19.194 Mal wurden Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen gemeldet: 10.500 Mal für Comirnaty (Biontech/Pfizer), 736 Mal bei Moderna und 7663 Mal mit Astrazeneca. "Die Melderate betrug für die drei Impfstoffe zusammen 2,2 pro 1000 Impfdosen", rechnete das PEI aus, "für Meldungen über schwerwiegende Reaktionen 0,3 pro 1000 Impfdosen".

Mehr zum Thema

2287 Mal wurden schwerwiegende unerwünschte Reaktionen gemeldet. Als schwerwiegend gelten laut PEI Nebenwirkungen, "bei denen die Personen im Krankenhaus behandelt werden oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden". 1728 davon betrafen Comirnaty (Biontech/Pfizer), 113 Moderna und 352 Astrazeneca. Prozentual - also im Verhältnis zu den verimpften Dosen - wurden damit nach Impfungen mit Astrazeneca weniger schwere Verdachtsfälle gemeldet als bei den beiden anderen Vakzinen.

Verschiedene Beschwerden je nach Hersteller

Die Beschwerden unterscheiden sich bei den drei Herstellern: Während nach Comirnaty (Biontech/Pfizer) Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen und Ermüdung am häufigsten berichtet wurden, kam es nach Impfung mit Astrazeneca vor allem zu grippeähnlichen Erkrankungen, Schüttelfrost und Fieber. Ein Hautausschlag als unerwünschte Reaktion fiel bei Moderna auf.

Nach dem vorübergehenden Stopp der Impfungen mit Astrazeneca wurden vor allem die Meldungen über Sinusvenenthrombosen erwartet. Laut PEI wurden bis 19. März 14 solche Verdachtsfälle gemeldet. Zwei Patientinnen verstarben. Zwei Verdachtsfälle wurden nach Impfung mit Biontech/Pfizer (Comirnaty) gemeldet. "Weitere Untersuchungen werden derzeit durchgeführt, um den möglichen Zusammenhang mit der Impfung aufzuklären", berichtete das PEI.

Insgesamt wurde dem Paul-Ehrlich-Institut seit Beginn der Impfkampagne 351 Mal ein Verdacht auf einen Todesfall gemeldet. Die Verstorbenen waren wenige Stunden bis 40 Tage zuvor geimpft worden. 286 Fälle betrafen eine Impfung mit Comirnaty, je vier mit Moderna und Astrazeneca, bei den weiteren war der Impfstoff nicht bekannt. Bei den meisten Betroffenen bestanden laut PEI "zum Teil multiple Vorerkrankungen".

Quelle: ntv.de, ysc/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.