Panorama

Österreich dämmt Tourismus ein Spahn und Söder loben Ski-Quarantäne

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Gesundheitsminister Spahn (l.) und CSU-Chef Söder befürworten die Reiseverschärfungen der österreichischen Regierung. (Archivbild)

(Foto: imago images/Sven Simon)

Lange sah es so aus, als wollten die Alpenländer sich ihren Skitourismus auch im Corona-Winter nicht nehmen lassen. Nun sorgt eine Kehrtwende der österreichischen Regierung für Erleichterung. Gesundheitsminister Spahn und CSU-Chef Söder schicken Lob für den Quarantäne-Kurs nach Wien.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die von Österreich angekündigte Quarantänepflicht für Einreisende begrüßt, die den Tourismus aus dem Ausland erschweren soll. Alle hätten die Erfahrungen aus Februar und März noch in den Knochen, dass durch den Rückreiseverkehr aus dem Skiurlaub das Virus teils unbemerkt in fast alle EU-Staaten mitgebracht worden sei, sagte Spahn nach einer Videokonferenz mit seinen EU-Amtskollegen. Dabei sei Skifahren für sich allein nicht das Problem, es gehe um Aktivitäten rundherum. Vor diesem Hintergrund begrüße er die Entscheidungen Österreichs.

Das praktische Wintersport-Aus für viele Touristen in Österreich während der Weihnachtsferien bewertete auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als "richtig und verständlich". Bei Twitter schrieb der CSU-Chef: "Auch wenn es schwerfällt: Sicherheit geht vor. Die Ferien dürfen nicht zu einem Risiko werden."

Die Regierung in Wien hatte zuvor angekündigt, für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht zu verhängen. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen. Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten Österreichs, sagte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. Für Österreicher sieht es besser aus: Einheimische dürfen die Pisten ab dem 24. Dezember wieder nutzen.

Ischgl-Trauma zeigt Wirkung

Deutschland, Italien und Frankreich hatten zuvor vergeblich gefordert, dass die Skigebiete europaweit bis Mitte Januar geschlossen bleiben müssten. Zunächst hatten Österreich und die Schweiz das rundheraus abgelehnt. Mit der Wiener Quarantäne-Anordnung für Touristen kommt jetzt doch Bewegung in den Streit. Vielen ist noch der Tiroler Skiort Ischgl als Corona-Hotspot in Erinnerung. Tausende Urlauber steckten sich dort zu Beginn der Pandemie an und verbreiteten das Virus dann auf der ganzen Welt. Vor allem die überfüllten Apres-Ski-Bars galten als idealer Nährboden für die Verbreitung des Virus.

Für Österreich ist der Wintertourismus eine wichtige Einnahmequelle, an dem direkt und indirekt 700.000 Jobs hängen. Vor Corona zählte die Alpenrepublik 73 Millionen Übernachtungen in der Wintersaison, 36 Prozent davon entfielen auf deutsche Urlauber.

Zuletzt wurden österreichweit binnen 24 Stunden 3972 neue Positiv-Tests registriert. 121 Menschen verstarben im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Über 4400 Menschen müssen wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, 691 davon auf Intensivstationen. "Es geht noch immer sehr langsam runter, aber der Trend stimmt", sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Seit Beginn der Pandemie haben sich in Österreich mehr als 285.000 Menschen mit dem Virus infiziert. Mehr als 3300 sind in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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