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Schnelltests, Masken, Lüften Spahn will Heimbesuche sicherer machen

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Besuche sollen im besten Fall draußen stattfinden und mit Mund-Nasen-Schutz.

(Foto: picture alliance/dpa)

Besuche älterer Menschen in Pflegeeinrichtungen sollen weiterhin möglich sein. Damit das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus dabei so gering wie möglich ist, sollen neue Konzepte helfen. Gesundheitsminister Spahn stellt seine Empfehlungen vor. Patientenschützern gehen diese jedoch nicht weit genug.

Pflegeheime gelten in der Corona-Pandemie als gefährliche Hotspots, und ein Großteil der Todesfälle entfällt auf diese Einrichtungen. Dennoch sollen die Bewohner nicht auf den Besuch von Freunden und Angehörigen verzichten müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU hat Empfehlungen für sichere Heimbesuche vorgelegt. "Wir wollen Pflegebedürftige bestmöglich schützen und nicht isolieren", sagte er. Die Pandemie bedrohe die Schwächsten, die Hochbetagten und Pflegebedürftigen. Für die Deutsche Stiftung Patientenschutz fehlt jedoch etwas Entscheidendes bei Spahns neuen Konzepten: mehr Geld und Personal für die Heime.

Welche Voraussetzungen gelten für Heimbesuche?

Besucher mit Erkältungssymptomen sollen generell keinen Zutritt zur Einrichtung erhalten. In Extremsituationen wie der Sterbebegleitung sollen aber Ausnahmen möglich sein. Die Einrichtungen sollen vor jedem Besuch abfragen, ob Erkältungssymptome vorliegen, und die Körpertemperatur messen. Ergänzend kann außerdem ein Schnelltest durchgeführt werden.

Was gilt für die Schnelltests?

Sie könnten bei erhöhten regionalen oder lokalen Inzidenzen die Sicherheit der Besuche erhöhen, heißt es in den Empfehlungen. Bei Besuchen, in denen in Abstimmung mit der Heimleitung die Grundregeln der Hygienemaßnahmen teilweise ausgesetzt werden, kämen sie infrage. Dies zielt ab auf Situationen, in denen der Mund-Nasen-Schutz kurzzeitig abgenommen oder in denen der Abstand nicht eingehalten wird. Das kann bei der Vorbereitung von Speisen, der Körperpflege und der Betreuung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen der Fall sein. Sollte es in der Einrichtung zu einer Infektion gekommen sein, kann die regelmäßige Testung von asymptomatischen Bewohnern dazu beitragen, eine Infektion frühzeitig zu erkennen.

Was sollten die Besucher beachten?

Sie sollten wie üblich die Hände waschen, einen eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz tragen und den gebotenen Abstand von mindestens 1,5 Metern einhalten. Bei der Ankunft in der Einrichtung sollten sie sich registrieren lassen, um im Fall einer Infektion den Kontakt nachverfolgen zu können.

Welche Räume sind für Besuche geeignet?

Wo sich die Besucher aufhalten, sollte stets ausreichend gelüftet werden. Geeignete Orte für Besuche sind die persönlichen Räume der Bewohner - insbesondere, wenn es sich um Einzelzimmer handelt. Empfohlen werden auch etwaige Gärten der Einrichtung oder Kontakte über geöffnete Fenster. Der Einsatz von Plexiglasscheiben könne nicht generell bewertet werden, heißt es in Spahns Handreichung. Sind sie ungünstig positioniert, könnten sie unter Umständen den Luftaustausch behindern.

Gemeinsames Essen und Trinken sind zwar möglich, sollten nach den Empfehlungen aber generell vermieden werden - weil am besten während der gesamten Besuchszeit ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist. Bedenkenlos mitgebracht werden können Geschenke und selbst gewaschene Wäsche.

Was gilt für die Masken?

Grundsätzlich wird der herkömmliche Mund-Nasen-Schutz empfohlen. Die professionellen FFP2-Masken für den Atemschutz seien dann sinnvoll, wenn sie professionell angepasst und auf ihre Dichtigkeit hin überprüft werden, heißt es in den Empfehlungen. Wenn ein betagter Heimbewohner seinen Besuch andernfalls nicht erkennt, kann die Maske auch einmal abgenommen werden - soweit genügend Abstand eingehalten wird.

Ist Spahns Handreichung ausreichend?

Die Stiftung Patientenschutz bezweifelte, dass die Empfehlungen einen durchschlagenden Erfolg bringen werden. Es sei fraglich, ob sie die Isolation der 900.000 Menschen in den 12.000 Pflegeheimen verhindern können, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Denn vor Ort fehlten systematische PCR-Tests und ergänzend tägliche Schnelltests für Mitarbeiter und Besucher. "Doch hier personell und finanziell zu unterstützen, dazu findet sich nichts in dem rechtlich unverbindlichen Papier der Bundesregierung."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) trat dafür ein, die Besuchsregeln in den Heimen wegen der hohen Infektionszahlen auf den Prüfstand zu stellen. "Menschlicher Kontakt ist wichtig", erklärte Verbandspräsident Bernd Meurer. Bei der Organisation von Besuchen in Pflegeheimen müssten aber immer die Sicherheit der Bewohner und die Belastungsgrenzen der Pflegenden in den Mittelpunkt gestellt werden.

Quelle: ntv.de, chf/AFP