Panorama

Täter als Paketdienste getarnt Spam-SMS erreichen täglich Tausende Opfer

Für Betrüger bedeutet der derzeitige Boom des Onlineshoppings Hochkonjunktur: Um Geldzahlungen zu erhalten, verschicken sie SMS im Namen von DHL, GLS oder dem Zoll. Solche Phishing-Nachrichten erreichen täglich Tausende Menschen. Folgen sie den Anweisungen, sind sie bereits in die Falle getappt.

In Deutschland werden einem Medienbericht zufolge täglich mehrere tausend Menschen Opfer von Spam- und Phishing-SMS. Allein der Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom registriere im Schnitt 7000 bis 8000 Kunden, die ihre Telefone durch das Klicken auf Links in solchen SMS mit Schadsoftware infizierten, berichtete der "Spiegel". Auch andere Anbieter beobachten demnach ähnliches.

Aktuell täuschen Spam-SMS häufig vor, von Paketdiensten zu stammen. Telefonbesitzer werden in diesen angeblichen Benachrichtigung dazu aufgefordert, eine App herunterzuladen. Diese infiziert das Handy und nutzt es auch dazu, weitere SMS zu verschicken. "Die Täter passen ihre Angriffe an die Lebensgewohnheiten von Kunden in Deutschland an", erklärte ein Telekom-Sprecher dem "Spiegel".

So warnte bereits das Europäische Verbraucherzentrum in Zeiten des zunehmenden Internetshoppings vor Betrug im Zusammenhang mit gefälschten Paketinformationen. Betrüger nutzten dafür Namen bekannter Paketdienstleister wie DHL oder GLS sowie zum Teil auch den Zoll als Absender für ihre Mails und SMS, erklärte das Zentrum. Häufig würden Verbraucher dann informiert, dass ihr Paket aus dem Ausland nicht zugestellt werden könne.

"Zahlungsaufforderungen kommen nur per Post"

Stattdessen seien vorher Zollgebühren oder Mehrwertsteuerzahlungen fällig. In Mails erhielten die Betroffenen dann Zahlungsaufforderungen, per SMS werde auch zur Installation einer App aufgefordert, die allerdings Bank- und Handydaten auslesen kann, erklärten die Verbraucherschützer.

Sie mahnten zur Skepsis und rieten Verbrauchern, die tatsächlich ein Paket erwarten, beim Verkäufer oder Paketdienst nachzufragen. Gezahlt werden solle nicht, außerdem sollten Screenshots der Nachrichten angefertigt und diese anschließend gelöscht werden.

Weder Zoll noch Paketdienstleister würden Verbraucher per SMS oder Mail zu Zahlungen auffordern, stellte das Verbraucherzentrum klar. Zahlungsaufforderungen des Zolls kämen immer per Post.

Quelle: ntv.de, spl/AFP

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