Panorama

Inzidenz stark gesunken Spanien feiert Rückgang der Corona-Zahlen

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Zu Silvester sind in Madrid Feiern auf öffentlichen Plätzen untersagt.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Die Corona-Pandemie trifft Spanien besonders hart. Die Regierung führt deshalb strenge Maßnahmen ein. Die zeigen nun Wirkung: Mittlerweile ist die Inzidenz in Spanien niedriger als in Deutschland. Doch trotz der Entspannung bleiben die Beschränkungen über die Feiertage bestehen.

Der einstige Corona-Hotspot Spanien feiert im Kampf gegen das Virus beachtliche Erfolge. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen blieb erstmals nach zwei Monaten unter der Marke von 100. Diese Sieben-Tage-Inzidenz betrage jetzt 98,56, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitagabend mit. Zum Vergleich: Dieser Wert betrug in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts am Freitag knapp 135.

Spanien habe inzwischen eine der niedrigsten Inzidenzen Europas, schrieb die Zeitung "El País". Der Wert konnte innerhalb eines Monats mehr als halbiert werden. Am 4. November betrug er noch 236. Die Zahl der Aufnahmen von Covid-19-Kranken in Intensivstationen binnen sieben Tagen ging im selben Zeitraum von 382 auf 210 zurück. Am Freitag waren nur noch rund 24 Prozent der Intensivplätze mit Covid-Patienten besetzt, gegenüber gut 29 Prozent Anfang November.

Trotz aller Freude warnte Vize-Regierungschefin Carmen Calvo die 47 Millionen Bürger des Landes vor Nachlässigkeit. Man solle sich "so wenig wie möglich bewegen". Das gelte auch für die Feiertage am Montag und Dienstag sowie für Weihnachten und Silvester. Die sozialistische Politikerin geht mit gutem Beispiel voran: "Ich werde zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten nicht in meinem (andalusischen) Dorf Cabra sein. Das Opfer lohnt sich aber."

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Die traditionelle Silvesterfeier an der bekannten Puerta del Sol im Zentrum der Hauptstadt, wo sich normalerweise Tausende Menschen versammeln, muss diesmal ausfallen. Die Region Madrid hat die Feierlichkeiten auf öffentlichen Plätzen in diesem Jahr untersagt, wie die regionale Gesundheitsbehörde mitteilte. Auch die beliebte Reiterparade zu Begrüßung der Heiligen Drei Könige, die traditionell am 5. Januar abgehalten wird, wurde deutlich eingeschränkt. Sie muss der Behörde zufolge in einem ausgewiesenem Bereich vor sitzendem Publikum stattfinden. Weitere Maßnahmen sehen unter anderem begrenzte Teilnehmerzahlen für Weihnachtsmärkte vor.

Gesundheitsminister Salvador Illa kündigte unterdessen an, die nationale Impfkampagne werde im Januar beginnen. Man erwarte, dass bis Mai oder Juni 15 bis 20 Millionen Einwohner geimpft sein würden. Die Impfung wird in Spanien freiwillig und kostenlos sein.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in Spanien knapp 1,7 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus gezählt. Mehr als 46.000 Menschen starben mit Covid-19. Am Freitag wurden 8745 Neuinfektion sowie 214 neue Todesfälle gemeldet, die niedrigste Zahl seit Ende Oktober. Zwischen dem 23. Dezember und dem 6. Januar dürfen die Bürger ihre jeweilige Wohnregion nur in Ausnahmefällen verlassen. Für Treffen im Familienkreis wird man die regionalen Grenzen überqueren dürfen.

Quelle: ntv.de, chf/dpa/AFP