Panorama

Corona im Schweiß? Spürhunde riechen erstmals an Konzertbesuchern

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Gehört der Schweiß einem Infizierten oder nicht?

(Foto: picture alliance/dpa)

Ein Pilotprojekt soll den Weg zu sicheren und gleichzeitig gut besuchten Konzerten ebnen - mit Hilfe von Sprengstoffhunden, die umgeschult wurden. Bei einem Konzert von Fury in the Slaughterhouse schnüffeln sie das erste Mal an Schweißproben.

Corona-Spürhunde sollen Konzerte sicherer machen: Beim bundesweit ersten Praxiseinsatz der Tiere hat die Band Fury in the Slaughterhouse in Hannover gespielt. Zugelassen waren am Sonntag 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben. Fünf bis sechs Hunde sollten im Einsatz sein, dabei sollten die Tiere nicht durch die Menschenmenge laufen, sondern davon abgesondert die Proben beschnüffeln.

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Beim ersten Einsatz hören die Hunde "Fury in the Slaughterhouse" - auch wenn sie sich nicht unmittelbar im Konzertbereich bewegen.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Ziel des Forschungsprojekts "Back to Culture" von Tierärztlicher Hochschule Hannover, Hannover Concerts und ProEvent Hannover sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option bei Großveranstaltungen sei, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. "Es gibt weltweit Interesse an dem Projekt", betonte der CDU-Politiker. Holger Volk, Leiter der Klinik für Kleintiere an der Tierärztlichen Hochschule Hannover, sprach von weltweit 26 Studien, die alle ergeben hätten, dass Hunde Corona-Infektionen erschnüffeln könnten.

Die vierteilige Konzertreihe wird fortgesetzt mit Bosse, Alle Farben und Sido. Bei diesen Konzerten steigen die Besucherzahlen nach und nach auf bis zu 1500 - und immer mehr Corona-Regeln entfallen. Beim letzten Konzert müssen nicht einmal mehr Masken getragen werden.

Das Projekt wird vom niedersächsischen Wissenschaftsministerium mit 1,3 Millionen Euro gefördert. Den Projektverantwortlichen zufolge hatte schon im Juli 2020 ein Forschungsteam einer Klinik für Kleintiere in einer Pilotstudie gezeigt, dass Hunde mit ihrem ausgeprägten Geruchssinn in der Lage sind, Speichelproben corona-infizierter und gesunder Menschen mit rund 94-prozentiger Sicherheit unter Laborbedingungen zu unterscheiden. Eine Folgestudie ergab, dass auch Schweiß und Urin geeignetes Probenmaterial sind. Für das Pilotprojekt wurden Sprengstoffspürhunde trainiert.

Quelle: ntv.de, mpe/dpa

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