Panorama

Bestechung in Bremer GefängnisStaatsanwaltschaft ermittelt wieder gegen JVA-Beschäftigte

20.08.2026, 14:16 Uhr
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Vor den Fällen in der Justizvollzugsanstalt Bremen-Oslebshausen (im Bild) war über Bestechungsverdacht in mehreren Haftanstalten in NRW berichtet worden. (Foto: picture alliance/dpa)

Eingeschmuggelte Drogen, Handys, Lebensmittel: In einer JVA in Bremen kooperieren Häftlinge und Wächter offenbar aufs Beste. Doch jetzt kommt ihnen die Staatsanwaltschaft auf die Schliche.

Wieder ist es zu einem Bestechungsfall in einem Gefängnis gekommen. Nach jüngsten Fällen in Nordrhein-Westfalen ist nun die JVA Bremen betroffen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 23 Verdächtige, darunter sechs Beschäftigte der Bremer Justizvollzugsanstalt, wie die Ermittler mitteilten. Im Zuge der Ermittlungen sind unter anderem zehn Wohnungen in Bremen und Niedersachsen sowie elf Gefängniszellen in der JVA Bremen-Oslebshausen durchsucht worden.

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die JVA-Mitarbeiter diverse Gegenstände, darunter Kommunikationsgeräte, Lebensmittel und Drogen in die Justizvollzugsanstalt eingeschleust haben. Gefangene sollen die Gegenstände dort weiter verkauft oder verteilt haben. Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge auch gegen zehn Häftlinge, die die Gegenstände in dem Gefängnis verteilt haben sollen. Wer die weiteren Verdächtigen sind, war zunächst nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Verdächtigen unter anderem Bestechung und Bestechlichkeit sowie das Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor. Einigen wird Beihilfe zu den Taten vorgeworfen.

Dienstrechtliche Folgen für Bedienstete

Für die Bediensteten, gegen die sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft richten, haben die Vorfälle bereits dienstrechtliche Folgen. Dazu zählen laut Mitteilung Hausverbote bis zur Klärung der Vorfälle und Freistellungen vom Dienst. "Wir brauchen jetzt eine rückhaltlose Aufklärung. Diese ist auch wichtig für die zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt, die ihren Dienst einwandfrei und pflichtbewusst verrichten", so die Bremer Justizsenatorin Claudia Schilling von der SPD.

"Mit aller Kraft müssen wir uns wehrhaft zeigen, wenn Straftäter unsere Beschäftigten angehen und - wie hier - dazu bringen, verbotene Gegenstände in die Justizvollzugsanstalt zu schaffen", sagte Schilling weiter. "Korruption ist inakzeptabel und untergräbt die Fundamente der Justiz. Die heutige Aktion hat gezeigt, dass wir dagegen gemeinsam entschlossen vorgehen."

Die Opposition in Bremen fordert bereits Aufklärung. "Die Vorwürfe wiegen schwer. Eine Justizvollzugsanstalt darf kein Umschlagplatz für Drogen, Mobiltelefone und andere verbotene Gegenstände sein - schon gar nicht unter möglicher Mitwirkung eigener Beschäftigter", sagte Simon Zeimke, justizpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, einer Mitteilung zufolge. "Sollte sich der Verdacht bestätigen, müssen konsequente straf-, dienst- und disziplinarrechtliche Folgen gezogen werden. Das gilt auch für die weitere Zusammenarbeit mit einem möglicherweise beteiligten und öffentlich finanzierten freien Träger."

Jüngst gab es vergleichbare Fälle in Nordrhein-Westfalen. Anfang Mai gab es eine Razzia in der Anstalt Euskirchen, wo mehrere Bedienstete gegen regelrechte "Bestechungs-Abos" - also monatsweise Bezahlung - Häftlinge unter anderem vor Kontrollen gewarnt haben sollen. Wenig später wurde ein Fall in der JVA Rheinbach bekannt. Dort wird laut Staatsanwaltschaft gegen fünf männliche und drei weibliche Justizbedienstete sowie aktuelle und ehemalige Inhaftierte ermittelt. Auch in zwei weiteren NRW-Gefängnissen, Siegburg und Willich, kam es zu Durchsuchungen.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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