Panorama

Deutlich mehr Tote in Sachsen Statistiker bestätigen Corona-Übersterblichkeit

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In der 51. Kalenderwoche starben in Deutschland 23.550 Menschen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Seit Oktober nimmt die Zahl der Sterbefälle in Sachsen stetig zu. Im Vergleich zu Durchschnittswerten aus den Vorjahren zeigt sich: Infolge der Coronavirus-Pandemie kommen deutlich mehr Menschen ums Leben als üblich. Das Phänomen ist auch bundesweit erkennbar.

Ende des vergangenen Jahres sind in Deutschland deutlich mehr Menschen gestorben als im Durchschnitt der Vorjahre. Laut Statistischem Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen in der Woche vor Weihnachten um 24 Prozent über dem Mittel. In Sachsen haben sich die Zahlen sogar verdoppelt.

Die vorläufigen Zahlen der Sonderauswertung liegen bislang bis zur 51. Kalenderwoche vor, das war vom 14. bis 20. Dezember 2020. In dieser Woche starben mindestens 23.550 Menschen - 4568 mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Bereits in der Woche davor hatten die Sterbefallzahlen 25 Prozent über dem Schnitt gelegen.

"Die Zahl der Todesfälle von Personen, die zuvor laborbestätigt an Covid-19 erkrankt waren, steigt seit Anfang Oktober von Woche zu Woche an", berichteten die Statistiker. In der 51. Kalenderwoche gab es insgesamt 4484 beim Robert-Koch-Institut gemeldete Covid-19-Todesfälle.

Sterbefälle weit über Durchschnitt

"Besonders auffällig ist die Entwicklung der Sterbefallzahlen weiterhin in Sachsen", stellten die Wiesbadener Statistiker fest. "Die Differenz zum Durchschnitt der vier Vorjahre nimmt dort seit Oktober von Woche zu Woche deutlich zu." In der 41. Kalenderwoche Anfang Oktober hatte die Zahl der Sterbefälle noch unter dem Durchschnitt gelegen.

In der 51. Kalenderwoche hat sich die Zahl - bezogen auf den Durchschnittswert der vier Vorjahre für diese Woche - mehr als verdoppelt: um 109 Prozent beziehungsweise 1226 Todesfälle. Auch in Brandenburg (plus 41 Prozent), Hessen (plus 32 Prozent) und Thüringen (plus 36 Prozent) lag die Zahl der Sterbefälle weit über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Das Netzwerk zur Beobachtung von Sterblichkeitsentwicklungen meldet derzeit für die 51. Kalenderwoche eine außergewöhnlich hohe Übersterblichkeit für die Schweiz und Slowenien. Eine hohe Übersterblichkeit wird für Italien, die Niederlande, Österreich und Portugal gemeldet.

Ob die Corona-Pandemie in Deutschland im Jahr 2020 insgesamt zu einer Übersterblichkeit führte, steht nach Angaben der Statistiker erst Mitte dieses Jahres fest. Neben der Pandemie könnten auch Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung zu überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen beitragen. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie könnten auch dafür sorgen, dass weniger Sterbefälle durch andere Infektionskrankheiten wie die Grippe verursacht werden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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