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Neues Gesetz in Texas in Kraft Studenten dürfen bewaffnet in den Hörsaal

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Die Studenten in Texas dürfen ab sofort ihre Waffe mit an die Uni bringen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Im US-Bundesstaat Texas dürfen Studenten ab sofort ihre Waffe auch auf dem Universitäts-Campus tragen. Das macht ein neues Waffengesetz möglich. Auf diese Weise sollen potenzielle Amokläufer abgeschreckt werden.

In Texas tritt ein neues Waffengesetz in Kraft. Studenten mit einer Waffenlizenz dürfen ab sofort bewaffnet zur Vorlesung kommen, wie unter anderem die ARD berichtet. Das umstrittene Gesetz wurde bereits im vergangenen Jahr vom texanischen Parlament beschlossen, das mehrheitlich von Republikanern besetzt wird. Es sieht vor, dass Studenten, die eine Waffenlizenz besitzen, an allen 14 staatlichen Universitäten in texanischen Städten Waffen bei sich tragen dürfen. Allerdings nur verdeckt, damit niemand verschreckt wird.

Der Präsident der University of Texas in Austin, Gregory Fenves, steht nicht hinter dem neuen Gesetz: "Waffen gehören nicht auf den Campus. Auch die meisten Professoren, Studenten und ihre Eltern halten Waffen in Bildungseinrichtungen für unangemessen", sagte er laut ARD. Die privaten Universitäten in Texas sind nicht an das neue Gesetz gebunden. Sie haben entschieden, dass ihre Studenten weiterhin keine Waffen in Vorlesungen und Seminare mitbringen dürfen.

"Lasst den Amerikanern ihre Waffe!"

Der stellvertretende Gouverneur der Republikaner, Dan Patrick, verteidigt das Gesetz: "Dort, wo Leute eine Waffe haben, gehen böse Typen nicht hin. Lasst den Amerikanern ihre Waffe! Lasst sie sich selbst verteidigen! Dann wird Amerika ein sicherer Ort sein." Die Studenten sind bezüglich des Waffengesetzes geteilter Meinung. Der "Studentenverband für das verdeckte Tragen von Waffen" hatte sich dafür ausgesprochen. Die Gruppierung wurde vor neun Jahren gegründet, nachdem bei einer Massenschießerei an der Universität Virginia Tech 32 Menschen ums Leben gekommen waren. Andere Studenten waren indes klar gegen das neue Waffengesetz.

Einige Professoren wollen den neuen Grundsatz mit einer Zivilklage noch kippen. Sie sind um ihre Sicherheit besorgt: Psychisch labile Studenten könnten zum Beispiel bei schlechten Noten zur Waffe greifen. Steven Weinberg, Physik-Professor an der University of Texas und Nobelpreisträger, kündigte bereits an, das neue Gesetz zu missachten. Er werde in seinen Vorlesungen weiterhin keine Waffen dulden.

Immerhin gibt es trotz der neuen Bestimmung immer noch einige Tabus: In Räumen, wo gefährliche Chemikalien aufbewahrt werden oder in der psychischen Beratungsstelle bleiben Waffen weiterhin verboten.

Quelle: n-tv.de, kpi

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