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Verlassene Autos in den Fluten an der Ostküste.
Verlassene Autos in den Fluten an der Ostküste.(Foto: REUTERS)
Samstag, 15. September 2018

Mehrere Tote in den USA: Sturm "Florence" bringt gefährlich viel Regen

Der Hurrikan im Osten der USA verliert an Kraft. Doch nach heftigen Sturmböen droht noch eine andere Gefahr: "Florence" lässt ungewöhnlich heftige Regenmassen über dem Land ab. Der n-tv Wetterexperte spricht von einem "Ausnahmeereignis".

Wirbelsturm "Florence" hat sich nach seinem heftigen Aufprall auf die Ostküste der USA zu einem tropischen Sturm abgeschwächt. "Er bewegt sich nun recht langsam ungefähr entlang der Grenze zwischen North- und South-Carolina weiter landeinwärts", sagt n-tv Wetterexperte Björn Alexander. Doch die Gefahr sei noch lange nicht vorbei. Denn trotz nachlassender Winde bleibt der massive Regen. Und "Florence" bringt außergewöhnlich viel davon mit sich.

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"Der Sturm tankt immer noch Wasser vom Atlantik auf", erklärt Alexander. Bis Montagabend werden in dem betroffenen Gebiet voraussichtlich 500 bis 1000 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen sein - etwa drei bis sechs komplett gefüllte Badewannen. "An zwei Tagen fällt dort so viel Regen wie in zwei Jahren in Berlin", so der Experte. Auch im Vergleich zu anderen Wirbelstürmen steche "Florence" in dieser Hinsicht hervor: "Bei Hurrikans sind eher 250 bis 500 Liter normal", so Alexander. "Florence" sei daher ein "Ausnahmeereignis".

Unterdessen schwächen sich zumindest die Winde etwas ab. "Die mittlere Windgeschwindigkeit liegt nun bei rund 100 Kilometer je Stunde", so Alexander. Böen erreichten noch Spitzenwerte von 110 km/h. Am Vortag waren in der Stadt Wilmington an der Küste North Carolinas noch Spitzengeschwindigkeiten von 170 km/h gemessen worden - der höchste Werte seit 60 Jahren.

US-Medien melden sieben Tote

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Die Zahl der Todesopfer hat sich laut US-Medien auf mittlerweile acht erhöht, sieben davon in North Carolina. Unter ihnen waren eine Mutter und ihr Baby, die in North Carolina getötet wurden, als ein Baum auf ihr Haus stürzte. Im Bezirk Pender versperrten umgestürzte Bäume Rettungskräften den Weg zu einer Frau, die einen Notruf abgesetzt hatte. Die Frau hatte Medienberichten zufolge eine Herzattacke erlitten und verstarb an den Folgen.

Im Bezirk Lenoir wurde ein Mensch bei dem Versuch getötet, einen Generator anzuschließen. Ein Mann wurde laut Medien von dem Sturm zu Boden geworfen und starb. Aus dem Bezirk Carteret wurden laut dem Sender ABC zwei weitere Tote auf Harkers Island gemeldet - die genauen Umstände seien aber noch unklar, die Opfer sollen jedoch nicht ertrunken sein.

Bisher hat der Sturm in den Bundesstaaten North und South Carolina bereits verheerende Überschwemmungen und Sturmfluten verursacht. Der Gouverneur von North Carolina, Roy Cooper, bezeichnete das Unwetter als "Jahrtausend-Ereignis". Der Sturm werde die Region noch "tagelang" in Atem halten.

In der Küstenstadt New Bern waren zwei Flüsse über die Ufer getreten und hatten Teile der Stadt überschwemmt. "Wir kommen Sie holen. Sie müssen vielleicht in den zweiten Stock oder auf den Dachboden steigen, aber wir kommen Sie holen", wandte sich die Stadtverwaltung via Twitter an die Bewohner.

Trump lobt Einsatzkräfte

US-Präsident Donald Trump lobte unterdessen via Twitter den Einsatz der Rettungskräfte. "Nicht einfach, sehr gefährlich, unglaubliches Talent. Amerika ist stolz auf euch", schrieb er. Trump will sich in der kommenden Woche persönlich ein Bild von der Lage machen. Er werde "Mitte kommender Woche" in die betroffene Region reisen, sobald feststehe, dass sein Besuch kein Hindernis für Rettungs- und Hilfsmaßnahmen darstelle, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders.

Tausende Menschen waren in den vergangenen Tagen vor dem anrückenden Sturm von der Küste geflüchtet. In North und South Carolina, Georgia, Maryland und Virginia sowie der Hauptstadt Washington hatten die Behörden den Notstand ausgerufen. Insgesamt 1,7 Millionen Menschen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

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Quelle: n-tv.de