Kopfhörer stark erhitztSwiss-Flugzeug wegen Rauch in der Kabine notgelandet

Kurz vor dem Ziel fängt es in einem Flugzeug plötzlich an zu qualmen. Die Maschine landet außerplanmäßig am nächstgelegenen Flughafen. Tage später ist klar, was den Rauch verursacht hat.
Ein Flugzeug der Schweizer Airline Swiss hat auf seinem Weg von Zürich nach New York einen ungeplanten Zwischenstopp im äußersten Nordosten der USA einlegen müssen. Innerhalb von nur 20 Minuten drehte die Maschine über dem Atlantik ab und landete in Bangor im US-Bundesstaat Maine. Grund für die sogenannte Ausweichlandung am Montag war Rauch im vorderen Teil der Business-Class-Kabine. Wie Swiss mitteilt, wurde nun die genaue Ursache dafür gefunden: Ein Ladecase für kabellose Kopfhörer geriet in den Zwischenraum eines elektrisch verstellbaren Sitzes.
Ein Techniker-Team der Fluggesellschaft wurde nach Bangor entsandt, wo der Airbus A330 seit dem Zwischenfall stillstand. Dieses fand die Kopfhörer in dem Sitz. Das Ladecase wurde wohl eingeklemmt, woraufhin es sich stark erhitzte und zu qualmen begann, erklärt Swiss.
Die Reisenden wurden wenige Stunden nach der Zwischenlandung mit einem anderen Flugzeug von Swiss abgeholt. Mit etwas mehr als sechs Stunden Verspätung erreichten sie schließlich New York.
Die Airline weist darauf hin, dass der Gebrauch von Powerbanks seit Beginn des Jahres an Bord verboten ist. Viele Reisende sind sich womöglich nicht bewusst, dass es sich bei den Ladeboxen für solche kabellosen Kopfhörer um kleine Powerbanks mit Lithium-Batterien handelt. Diese versorgen die Ohrstecker mit Strom, sodass sie nach der Aufbewahrung in dem Case wieder Musik abspielen können.
Swiss betont, dass der Vorfall glimpflich ausging. "In diesem Fall hat es sich 'nur' um ein kleines Ladecase mit vergleichsweise geringer Akkukapazität gehandelt. 'Richtige' Powerbanks haben deutlich mehr Kapazität. Eine Beschädigung oder Fehlfunktion kann in so einem Fall wesentlich gravierendere Folgen haben", teilt die Airline mit. Passagiere würden eine Mitverantwortung für die Sicherheit tragen. Die Besatzungen an Bord müssen sich darauf verlassen können, dass die Regeln zum Transport von Powerbanks eingehalten werden.
Lithium-Akkus: Diese Regeln gelten an Bord
Die Fluggesellschaft erklärt weiter, dass weder das Aufladen der Powerbank an Bord erlaubt ist, noch das Aufladen anderer Gegenstände mittels einer Powerbank. Darüber hinaus ist es verboten, Powerbanks im eingecheckten Gepäck mitzuführen oder diese im oberen Handgepäckfach zu verstauen, so Swiss. Die Geräte müssen demnach entweder am Körper, in der Sitztasche oder im Handgepäck unter dem Vordersitz aufbewahrt werden. Die Schweizer stellen zudem klar: "Dieselben Regeln gelten auch für E-Zigaretten." Denn auch in diesen ist ein Lithium-Akku verbaut.
Sollte ein Gerät zu rauchen beginnen, sollten Reisende das Personal ansprechen. "Unsere Flight Attendants verfügen über eine umfassende Ausbildung, die den Umgang mit Feuer, Rauch und möglicherweise gefährlichen Gegenständen wie Powerbanks gründlich abdeckt", sagt Swiss. An Bord der Flugzeuge befänden sich zudem "Lithium Safe Bags". Dabei handelt es sich um spezielle, feuerfeste Taschen, in denen Geräte bei Überhitzung oder Aufblähung sicher aufbewahrt werden können.
Die Swiss-Regeln zum Umgang mit Lithium-Batterien gelten übrigens in der gesamten Lufthansa Group, also auch bei der Mutter-Airline Lufthansa sowie beispielsweise bei Austrian, Eurowings, Brussels oder auch ITA.