Panorama

Steuervergehen bei Maskendeals Tochter von Ex-CSU-Generalsekretär sitzt in U-Haft

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Der Masken-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags sollte klären, ob bei Tandlers Maskendeal alles mit rechten Dingen zuging. Die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gernot Tandler verweigerte dabei (hier bei einem Gerichtstermin im Sommer) die Aussage.

(Foto: picture alliance/dpa)

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Zu Begin der Corona-Krise schlägt die Stunde der Wucherer. Die Tochter des Ex-CSU-Generalsekretärs Tandler etwa verscherbelt zu völlig überhöhten Preisen Masken an den Freistaat - bislang ohne juristische Folgen. Nun könnten ihr Steuervergehen bei dem Deal zum Verhängnis werden.

Zwei Schlüsselfiguren der Maskenaffäre in Bayern sitzen wegen steuerrechtlicher Vorwürfe in Untersuchungshaft: Andrea Tandler, die Tochter des ehemaligen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler, und ihr Geschäftspartner Darius N. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte ohne vollständige Nennung der Namen, die beiden Beschuldigten T. und N. seien "aufgrund von durch die Staatsanwaltschaft München I beim Amtsgericht München beantragten und dort erlassenen Haftbefehlen" festgenommen worden.

Hintergrund sind laut Staatsanwaltschaft "steuerrechtliche Vorwürfe, die Gegenstand eines bereits seit längerer Zeit geführten Ermittlungsverfahrens sind". Anfragen an die Anwaltskanzlei Tandlers blieben bisher unbeantwortet. Beide seien am Dienstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt worden - und beide Haftbefehle seien in Vollzug gesetzt worden, die Beschuldigten blieben also derzeit in Haft, sagte die Sprecherin. "Zum zugrundeliegenden Sachverhalt können wir wegen des Steuergeheimnisses keine weiteren Auskünfte geben", erklärte sie weiter - und sprach lediglich von steuerrechtlichen Vorwürfen.

Tandler soll für die Vermittlung von Masken-Geschäften zu Beginn der Corona-Pandemie Provisionen in Millionenhöhe bekommen haben. Insgesamt ist von mehr als 48 Millionen Euro die Rede. Vergangenes Jahr war bekannt geworden, dass gegen sie etwa wegen eines Anfangsverdachts des Gewerbesteuerbetrugs ermittelt wurde. Ein Sprecher Tandlers hatte dazu unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe gesagt, die Anwälte rechneten damit, dass sich nach der Einstellung eines ersten Verfahrens "auch alle anderen Vorwürfe als gegenstandslos erweisen werden". Tandler und ihr Mitgesellschafter wiesen "alle in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe zurück".

Tandler hatte zu Beginn der Pandemie unter anderem ein großes Masken-Geschäft an den Freistaat vermittelt - es handelte sich um ungewöhnlich teure Schutzmasken zum Preis von 8,90 Euro pro Maske. Das Angebot stammte von einer Schweizer Firma und war von Tandler ans bayerische Gesundheitsministerium herangetragen worden. Das Gesamtvolumen belief sich damals laut "Spiegel" auf rund 700 Millionen Euro. Es kam zu dem Kauf - auch wenn am Ende andere als die avisierten Masken geliefert wurden. Tandler musste zu dem Sachverhalt auch als Zeugin vor dem Masken-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags erscheinen - sie verweigerte damals allerdings über ihre Anwältin die Aussage.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 25. Januar 2023 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, jog/dpa

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