Panorama

Schüsse beim Freitagsgebet Tote bei Angriffen auf Moscheen in Christchurch

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Polizisten sichern den Tatort ab.

(Foto: dpa)

Während des Freitagsgebets eröffnen Schützen das Feuer in Moscheen in Christchurch. Es gibt Tote, die Polizei spricht von einem "extrem hohen" Sicherheitsrisiko. Trotz mehrerer Festnahmen ist die Lage noch nicht unter Kontrolle.

Nach den bewaffneten Angriffen auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch mit mehreren Toten hat es nach Angaben der Polizei vier Festnahmen gegeben. Polizeisprecher Mike Bush bestätigte, dass drei verdächtige Männer und eine Frau festgenommen worden seien. Zur aktuellen Lage sagte er: "Lassen Sie uns nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gibt." Bush ließ offen, ob die Polizei die Angriffe als terroristische Tat einstuft.

Bei den Angriffen gab es nach Angaben der Polizei mehrere Tote. Polizeisprecher Bush bestätigte "verschiedene Todesfälle". Genauere Zahlen nannte er nicht. Nach neuseeländischen Medienberichten wurden mindestens neun Menschen getötet.

Die Schüsse fielen demnach in zwei verschiedenen Moscheen der Stadt mit 350.000 Einwohnern auf der Südinsel des Pazifikstaats. Nach Augenzeugenberichten handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Im Internet kursieren ein Video und verschiedene Botschaften, die angeblich von dem Täter stammen. Zuverlässig überprüfen lässt sich das zunächst nicht.

Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer "sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen". Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen." Zur Festnahme sagte er: "Wir haben eine Person in Gewahrsam. Aber wir sind nicht sicher, ob es da noch andere Leute gibt."

Die Stadtverwaltung riegelte wegen der unklaren Sachlage alle staatlichen Gebäude ab. Neben Schulen wurden auch das Rathaus, die städtische Bücherei und Museen geschlossen. Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die etwa 350.000 Einwohner, die Innenstadt zu meiden und zuhause zu bleiben. Dalziel sagte: "Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann."

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verurteilte den Angriff mit aller Schärfe. In einer kurzen Stellungnahme sprach die sozialdemokratische Politikerin von einem der "dunkelsten Tage" in der Geschichte ihres Landes. "Ich würde dies als eine Gewalttat beschreiben, wie es sie noch nie gegeben hat." Für solch ein Verbrechen gebe es "keinen Platz in Neuseeland".

Quelle: n-tv.de, ftü/dpa

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