Panorama

Täter rief: "Sterbt, Muslime!" Trump verurteilt Messerattacke auf Helfer

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Ein Mädchen legt am Tatort Blumen für die beiden ermordeten Männer nieder.

(Foto: AP)

Der Mord an zwei Streitschlichtern in der US-Stadt Portland löst landesweit Entsetzen aus - auch Präsident Trump verurteilt die Tat des rechtsextremen Messerstechers. Bürgerrechtler beklagen, gerade in dessen Amtszeit hätten Hassverbrechen zugenommen.

US-Präsident Donald Trump hat die tödliche Messerattacke auf zwei Männer verurteilt, die im US-Staat Oregon Musliminnen helfen wollten. Die Taten seien inakzeptabel, schrieb Trump auf Twitter. "Die Opfer sind gegen Hass und Intoleranz aufgestanden. Unsere Gebete sind mit ihnen." Ein 35-jähriger Amerikaner hatte in einem Zug in Portland zwei Musliminnen beschimpft und dann zwei Männer erstochen, die ihn beruhigen wollten.

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Der Mann, der Medienberichten zufolge bereits in der Vergangenheit durch rassistische und extremistische Äußerungen aufgefallen war, wurde unter anderem wegen zweifachen Mordes unter besonders schwerwiegenden Umständen und wegen versuchten Mordes angeklagt. Eine der attackierten Musliminnen, die 16-jährige Destinee Mangum, äußerte sich in den Medien zu der Attacke und dankte ihren Helfern unter Tränen: "Diese Männer sind wegen mir und meiner Freundin gestorben - wegen unseres Aussehens." Eine der jungen Frauen trug laut Polizei einen Hidschab, einen Schleier.

Über die Stadt Portland hinaus reagierten Menschen schockiert und traurig auf die Tat. Die beiden Erstochenen sind ein 53 Jahre alter Vater von vier Kindern und ein 23-Jähriger, der im vergangenen Jahr ein Wirtschaftsstudium abgeschlossen hatte. Das dritte verletzte Opfer, ein 21-Jähriger, befindet sich nach Angaben der Zeitung "The Oregonian" auf dem Weg der Besserung.

Bis zu 20 Prozent mehr Hassverbrechen

Der mutmaßliche Täter ist wegen Raubes und Entführung vorbestraft. Er bekundete in der Vergangenheit auf Facebook Nazi-Sympathien, lobte Adolf Hitler und war bei einer Demonstration für freie Meinungsäußerung durch Rufe wie "Sterbt, Muslime!" aufgefallen.

Seitdem Trump Präsident geworden ist, hat es nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center eine Zunahme sogenannter Hassverbrechen in den USA gegeben. Das Wahljahr 2016 und ein besonders aufgeheizter Wahlkampf haben nach Angaben von Forschern dazu geführt, dass in manchen Regionen 20 Prozent mehr solcher Verbrechen begangen werden. Sie richten sich vor allem gegen Muslime und Juden.

Quelle: ntv.de, jug/dpa