Panorama

Weltweit höchster Tageswert USA melden fast 2000 Tote binnen 24 Stunden

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Sanitäter transportieren einen Covid-19-Patienten in New York. Die Todeszahlen steigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

In der Corona-Krise bewegt sich New York auf den Höhepunkt zu: Die Opferzahlen steigen und führen auch dazu, dass die USA binnen eines Tages so viele Tote durch Covid-19 melden wie noch nie ein anderes Land der Welt. Und doch schöpft der Gouverneur des Epizentrums leise Hoffnung.

In den USA sind im Zeitraum von 24 Stunden fast 2000 Tote durch die Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden und damit der bislang weltweit höchste Wert eines Landes an einem Tag. Laut Zahlen der Johns-Hopkins-Universität vom Dienstagabend (Ortszeit) erlagen seit dem Vortag 1939 Menschen in den Vereinigten Staaten der von dem neuartigen Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Es ist die höchste Zahl von Todesopfern, die seit Beginn der Ausbreitung des Erregers innerhalb eines Tages in einem Land verzeichnet wurde.

Besonders hart getroffen war dabei der US-Bundesstaat New York, wo allein 731 Tote binnen 24 Stunden gezählt wurden. Insgesamt lag die Zahl der Toten dort damit bei etwa 5500, wie Gouverneur Andrew Cuomo sagte. In den vergangenen Tagen waren um die 600 Patienten in dem Staat gestorben.

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Epizentrum New York

Der Gouverneur machte aber wegen anderer, sinkender Zahlen - vor allem die neu eingelieferter Patienten - Hoffnung: "Soweit wir sehen, gibt es eine Abflachung (der Kurve) oder ein mögliches Plateau. Das liegt an dem, was wir tun. Und wir müssen es weiter tun." In New York mit seinen knapp 20 Millionen Einwohnern gelten seit Wochen strenge Ausgangsbeschränkungen.

Der Bundesstaat New York ist in der Corona-Krise derzeit das Epizentrum der USA. Die Fallzahlen dort sind um ein vielfaches höher als in anderen Staaten - auch, weil dort deutlich mehr getestet wird. Die Zahl der bestätigten Fälle liegt bei mehr als 138.000.

Immer mehr Notfallkliniken in New York City

Unterdessen werden in der gleichnamigen Millionenmetropole weiterhin alle möglichen Gebäude zu Notfallkliniken umfunktioniert, zum Beispiel die Kathedrale St. John the Divine. In dem knapp 200 Meter langen Kirchenschiff sollen Zelte für bis zu 200 Patienten aufgebaut werden, berichteten Lokalmedien unter Berufung auf Dekan Clifton Daniel. Auch die darunterliegende Krypta soll genutzt werden. Die rund 100 Jahre alte Episkopalkirche im Nordwesten Manhattans gilt als eines der größten gotischen Gotteshäuser der Welt.

US-Medien betonten, dass die Zahl der Todesopfer in New York City in der Krise die der Terroranschläge des 11. September überstiegen habe. Damals starben knapp 3000 Menschen. Auch im Nachbarstaat New Jersey sind laut Johns-Hopkins-Universität in Baltimore nun bereits mehr als 1000 Menschen gestorben.

Besonders betroffen sind auch die Polizisten von New York City. Mindestens zwölf Mitarbeiter seien bereits in Zusammenhang mit mutmaßlichen Coronavirus-Infektionen gestorben, berichtete der Nachrichtensender CNN. Mehr als 2000 weitere Mitarbeiter seien mit dem Erreger Sars-Cov-2 infiziert. Bürgermeister Bill de Blasio betonte allerdings bei einer Pressekonferenz am Montagabend (Ortszeit), die Situation bessere sich allmählich. Immer mehr Polizisten würden sich nach überstandenen Krankheiten zurück zum Dienst melden.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/AFP