Panorama

"Gesamte Menschheit" bedroht Über drei Milliarden sollen zu Hause bleiben

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Leere Straßen werden in den kommenden Wochen ein gewohntes Bild sein.

(Foto: imago images/Xinhua)

Ausgangssperren sind in vielen Ländern Teil der Strategie gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Inzwischen inzwischen sind weltweit mehr als drei Milliarden Menschen aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wird die Bewegungsfreiheit für mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung massiv eingeschränkt: Weltweit sind laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mehr als drei Milliarden Menschen von Ausgangssperren- oder beschränkungen betroffen. In Europa stieg die Zahl der Todesopfer weiter rasant. Nach Italien zählt nun auch Spanien mehr Todesopfer als China. UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich alarmiert.

Weltweit erhöhte sich die Zahl der bestätigten Corona-Todesfälle auf mehr als 20.000. Die Pandemie sei "eine Bedrohung für die gesamte Menschheit - und die gesamte Menschheit muss dagegen ankämpfen", sagte Guterres. Er startete einen weltweiten Nothilfe-Aufruf zur Bekämpfung des Erregers der Lungenkrankheit Covid-19 in den ärmsten Ländern der Welt. Bis zum Jahresende sollen zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) zusammenkommen.

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind weltweit inzwischen mehr als drei Milliarden Menschen aufgerufen, zu Hause zu bleiben. In Indien, dem zweitbevölkerungsreichsten Land der Erde nach China, trat am Montagabend eine Ausgangssperre für alle 1,3 Milliarden Einwohner in Kraft. Sie soll nach Angaben von Premierminister Narendra Modi für mindestens drei Wochen gelten. Auf den Straßen des Landes herrschte am Mittwoch eine unwirkliche Stille. Flugzeuge blieben am Boden, Busse und Züge fuhren nicht mehr.

"Ihr seid nicht allein!"

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Europa ist derzeit am stärksten von der Pandemie betroffen. Dort starben nach AFP-Zählungen inzwischen mehr als 13.500 mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Spanien meldete am Mittwoch 738 neue Todesopfer binnen eines Tages. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Todesopfer in dem Land auf 3434. Spanien verzeichnet damit wie zuvor schon Italien mehr Tote als China, wo die Pandemie im vergangenen Jahr ihren Ausgang genommen hatte. In Italien starben bereits mehr als 7500 Menschen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident Charles Michel sicherten Spanien die Solidarität der EU-Staaten zu. "Ihr seid nicht allein", sagte von der Leyen in einer Videobotschaft auf Twitter. Michel erklärte in einem offenen Brief an die Spanier, Europa stehe "in voller Solidarität an Eurer Seite, und wir werden keine Anstrengungen scheuen, Euch zu helfen".

In China, wo bislang 3281 Todesfälle und mehr als 81.200 bestätigte Infektionsfälle gezählt wurden, wurde unterdessen die Abriegelung der Provinz Hubei weitgehend aufgehoben. Sofern sie gesund sind, dürfen die meisten Bewohner von Hubei wieder aus der Provinz ausreisen.

In den vergangenen Wochen waren die offiziellen Zahlen der Neuinfektionen innerhalb der Provinz deutlich zurückgegangen. Die Behörden hatten das knapp 60 Millionen Einwohner zählende Hubei zwei Monate lang von der Außenwelt abgeschottet. Die Millionenmetropole Wuhan, die als Ausgangspunkt der Pandemie gilt, erlaubt ihren Bewohnern ab dem 8. April wieder zu reisen. Die Schulen in Hubei bleiben weiterhin geschlossen.

Russland bestätigt erste Todesfälle

In Russland starben derweil zwei mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Die beiden älteren Patienten seien in Moskau gestorben, erklärten die Gesundheitsbehörden. Sie litten demnach an einer Lungenentzündung und Vorerkrankungen. Bislang gab es in Russland keinen bestätigten Corona-Todesfall.

Russlands Präsident Wladimir Putin verschob wegen der Corona-Krise unterdessen das Referendum über eine geplante Verfassungsreform, die ihm den Weg zu weiteren Amtszeiten ebnen soll. Die Menschen sollten jetzt "besser zu Hause bleiben", sagte der Staatschef in einer Fernsehansprache. Zugleich ordnete er an, dass die Russen in der kommenden Woche nicht zur Arbeit gehen sollen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.

Putin nannte in seiner Ansprache kein neues Datum für das Referendum, das bisher am 22. April stattfinden sollte. Die geplanten Verfassungsreformen würden Putin die Möglichkeit geben, nach dem Ende seiner laufenden Amtszeit im Jahr 2024 für zwei weitere Amtszeiten zu kandidieren.

Quelle: ntv.de, ter/AFP