Panorama

Nach sintflutartigen RegenfällenUnwetterkatastrophe fordert mehrere Hundert Tote in Indonesien

29.11.2025, 16:42 Uhr
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Besonders zwischen November und März kommt es in Indonesien zu schlimmen Unwettern. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Indonesien ist Monsunregen gewohnt. Durch den Klimawandel fällt der jedoch immer stärker aus - so auch jetzt. Die Wassermassen zerstören Brücken, Straßen und Häuser auf der Insel Sumatra. Neben Rettungskräften kommen sogar Soldaten zum Einsatz - doch für viele Menschen kommt jede Hilfe zu spät.

Mehr als 300 Menschen sind nach schweren Überschwemmungen und Erdrutschen auf der indonesischen Insel Sumatra ums Leben gekommen. Dutzende Personen werden weiterhin vermisst, wie der Katastrophenschutz mitteilte. In der Provinz Nordsumatra starben mindestens 166 Menschen, in Westsumatra 90 und 47 in Aceh. Mehr als 270 Menschen werden demnach landesweit vermisst, Zehntausende mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Behörden warnen, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten, da abgelegene Gebiete tagelang aufgrund sintflutartigen Regens für die Rettungsteams nicht erreichbar waren.

"Es gibt noch Orte, die wir nicht betreten konnten", sagte der Chef der Katastrophenschutzbehörde. "Die Daten werden sich weiter ändern." Am stärksten betroffen ist Nord-Sumatra, wo die Behörden 116 Tote und 42 Vermisste melden. Unaufhörliche starke Regenfälle hatten zuvor Flüsse zum Überlaufen gebracht und Sturzfluten sowie Schlammlawinen ausgelöst, die durch ganze Dörfer fegten. Viele Häuser, Straßen und Brücken auf der sechstgrößten Insel der Welt wurden beschädigt. Retter waren mit Hubschraubern im Einsatz, um Hilfsgüter in isolierte Regionen und Menschen in Sicherheit zu bringen. In der Monsunzeit zwischen November und März kommt es in Teilen Indonesiens häufig zu schweren Überschwemmungen.

Die Zentralregierung hat zusätzliche Soldaten, Rettungskräfte sowie Flugzeuge und schweres Gerät entsandt. Zudem wurden Generatoren, Kommunikationsausrüstung und Schlauchboote bereitgestellt.

Auch in Thailand und Malaysia richteten Überschwemmungen verheerende Schäden an. In der südlichen Provinz Songhkla in Thailand stieg die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 162. Mehr als 40.000 Menschen wurden nach Angaben der zuständigen Behörde in Notunterkünften untergebracht . Im malaysischen Bundesstaat Perlis wurden ganze Landstriche unter Wasser gesetzt, zwei Menschen starben.

Indonesien erlebt regelmäßig extreme Monsunregen. Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität solcher Wetterereignisse weiter erhöhen dürfte. Sumatra ist fast so groß wie Deutschland, Österreich und die Schweiz zusammen und liegt ganz im Westen des südostasiatischen Inselstaates auf dem Äquator. Südöstlich von Sumatra liegt die indonesische Hauptinsel Java mit der Hauptstadt Jakarta.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa/AFP

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