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Kreis geht in den Lockdown Urlauber verlassen Berchtesgadener Land

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Masken mit Watzmann-Motiv - dieses Souvenir kaufen in den kommenden Wochen wohl kaum Touristen.

(Foto: dpa)

Herbstferien rund um den Watzmann - für rund 2500 Touristen wird das in diesem Jahr nichts. Kurz vor dem zunächst zweiwöchigen Lockdown treten sie die Heimreise an. Während Hoteliers die Einbußen beklagen, nehmen die Bürger in dem Corona-Hotspot die bevorstehenden Maßnahmen mit Gelassenheit hin.

Die strikten Ausgangsbeschränkungen im Landkreis Berchtesgaden haben Hunderte Feriengäste zur Abreise gezwungen. Die Berchtesgadener Land Tourismus schätzte die Zahl der Gäste, die in der Bergidylle rund um Watzmann und Königssee teils die Herbstferien verbringen wollten, auf knapp 2500.

Der Sommer sei zwar für manche Beherbergungsbetriebe sogar besser gelaufen als das Vorjahr, sagte eine Sprecherin. Aber: "Teilweise sind noch nicht mal die Schäden aus dem Frühjahr kompensiert." Der Lockdown hatte damals Hoteliers und Gastgebern schwere Einbußen gebracht.

Für die nächste Zeit gebe es nicht viele Stornierungen - denn die meisten Gäste hätten sich ohnehin mit langfristigen Planungen zurückgehalten. Wie sich die hohen Zahlen und die Ausgangsbeschränkungen dauerhaft auswirkten, hänge nicht zuletzt davon ab, "wie lange das dauert und wie groß der Imageschaden ist." "Dass wir Gäste wegschicken müssen, da blutet das Herz", sagte ein Berchtesgadener Gastgeber. "Es ist echt bitter." Aber auch: "Es ist konsequent."

Ansonsten nehmen die Menschen im Landkreis die bevorstehenden Einschränkungen aber weitgehend gelassen hin. Viele gingen noch einmal zum Einkaufen. Apotheken berichteten, Kunden hätten Masken und Desinfektion gekauft, jedoch in moderatem Umfang.

Das Verlassen der eigenen Wohnung ist im Landkreis von Dienstag 14.00 Uhr an nur noch mit triftigem Grund erlaubt. Schulen, Kitas, Freizeiteinrichtungen und Restaurants müssen schließen, Veranstaltungen werden untersagt.

Es sind bayernweit die ersten Ausgangsbeschränkungen seit Monaten, sie gelten vorerst für 14 Tage. Am Montag lag die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis bei 272,8. Sie gibt an, wie viele Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen gemeldet wurden.

Quelle: ntv.de, jog/dpa