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Tod des zehnjährigen JonathanUrteil gegen deutschen "Maskenmann" in Frankreich erwartet

04.06.2026, 09:31 Uhr
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In Deutschland ist Martin N. bereits verurteilt. (Foto: picture alliance / dpa)

Jahrelang verbreitet der "Maskenmann" in Deutschland Angst und Schrecken, missbraucht und tötet Kinder. Schließlich wird er gefasst und verurteilt. Dann wird der Mord an einem Zehnjährigen in Frankreich mit dem Mann in Verbindung gebracht. Ein Gericht in Nantes muss nun entscheiden, ob es den "Maskenmann" auch hier für schuldig hält.

Im Prozess gegen den in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindesmordes verurteilten sogenannten Maskenmann wird in Frankreich heute das Urteil wegen eines weiteren Mordfalls erwartet. Der 55-jährige Martin N. muss sich vor Gericht im westfranzösischen Nantes wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 verantworten. Im Prozess hat der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Jungen mehrfach klar von sich gewiesen. "Ich habe das nicht getan", sagte er aus.

Die Umstände ähneln den Taten, die Martin N. in Deutschland gestanden hatte: Der zehnjährige Jonathan wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet und mit einem Betonblock beschwert in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt.

In Deutschland hatte der "Maskenmann" jahrelang kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Zahlreiche weitere Kinder hat er missbraucht. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten seiner Opfer. 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden.

Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den "Maskenmann" - so wurde er bekannt, weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg.

Französische Fahnder haben Martin N. seit 2008 im Visier

Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits seit 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren wurden aber nicht gefunden.

Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben. Der Angeklagte wies dies zurück.

Während des Prozesses in Nantes waren französische und deutsche Ermittler sowie psychiatrische Sachverständige befragt worden, die den Angeklagten während einer vorübergehenden Verlegung in eine französische Haftanstalt befragt hatten. Außerdem sagten der französische Zeuge und per Videoschalte auch der Mithäftling aus, der ihn belastet hatte. Der "Maskenmann" selbst hatte während des Prozesses an etlichen Tagen umfänglich Antwort auf die Fragen des Gerichts gegeben - und zugleich Einblicke in seine verstörende Welt gegeben.

Quelle: ntv.de, sba/dpa

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