Panorama

Mehrjährige Haftstrafe Vater von KaDeWe-Räubern verurteilt

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Nach dem Überfall wurde die 800.000 Euro Beute zu dem Vater zweier Täter gebracht.

(Foto: dpa)

Bei einem spektakulären Überfall rauben fünf maskierte Männer in weniger als zwei Minuten Schmuck im Wert von 800.000 Euro aus dem KaDeWe. Jetzt wird auch der Vater zweier Räuber bestraft. Die Beihilfe zum schweren Raub ist nicht sein einziges Vergehen.

Drei Jahre nach einem Überfall auf das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe ist der Vater von zwei bereits verurteilten Räubern bestraft worden. Das Landgericht sprach den 57-Jährigen der Beihilfe zum schweren Raub schuldig. Zudem habe er sich in einem anderen Zusammenhang der versuchten Anstiftung zum Mord schuldig gemacht. Die Richter verhängten eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und elf Monaten gegen ihn.

Fünf maskierte Männer waren im Dezember 2014 im Geschäftstrubel in das Kaufhaus des Westens gestürmt - bewaffnet mit Axt, Hammer, Machete und Reizgas. Binnen 79 Sekunden erbeuteten sie Uhren und Schmuck im Wert von mehr als 800.000 Euro. 13 Menschen wurden verletzt, weil die Täter Reizgas versprüht hatten. Die Beute ist bis heute verschwunden.

Der angeklagte Vater habe von den Planungen gewusst, heißt es in dem Urteil. "Er sollte Anlaufpunkt für die Täter sein." Die Räuber, darunter zwei Brüder aus der arabischstämmigen Großfamilie des 57-Jährigen, seien mit der Beute zum Vater gefahren. "Es wurde die Kleidung gewechselt, die Beute gesichtet." Der 57-Jährige sei auch an deren Verwertung beteiligt gewesen. Der Vater hatte nach fast einjährigem Prozess ein Teilgeständnis abgelegt.

Das Gericht zeigte sich zudem überzeugt, dass der 57-Jährige im Auftrag eines betrogenen Ehemanns den Kontakt zu einem Auftragsmörder hergestellt habe. Das spätere Opfer sei im Oktober 2015 im Stadtteil Neukölln durch Schüsse in die Beine verletzt worden. Ein mitangeklagter Sohn des jetzt Verurteilten habe die Tatwaffe übergeben. Der 34-Jährige wurde unter anderem wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, weil er nicht von einem Mordplan ausgegangen sei.

Quelle: ntv.de, sra/dpa