Gewalttat in Eckernförde Verdächtiger nach Tötung eines Jugendlichen wieder frei

Im eine halbe Autostunde von Kiel entfernten Eckernförde stirbt ein Jugendlicher nach einem Streit. Tage später wird ein Mann festgenommen. Der Tatverdacht gegen den 23-Jährigen bestätigt sich jedoch nicht, das Hauptbeweismittel hält den Ermittlungen nicht stand.
Im Fall eines in der Ostsee-Hafenstadt Eckernförde getöteten Jugendlichen ist der bisherige Verdächtige wieder aus der Haft entlassen worden. Im Zuge der Ermittlungen hätten sich Zweifel am dringenden Tatverdacht gegen den 23-Jährigen ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. "Er hat für die Tatzeit ein Alibi angegeben, dass nach Überprüfungen durch die Mordkommission zutreffen dürfte." Der Mann war am Montag in Bremen festgenommen und Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags gegen ihn erlassen worden.
Maßgebliches Beweismittel gegen den Mann sei die Tatsache gewesen, dass auf seinen Namen der gesuchte weiße Golf angemietet worden war. Zudem habe sich sein Erscheinungsbild mit der von Zeugen abgegebenen Täterbeschreibung gedeckt. "Nach den weiteren Ermittlungen ist allerdings möglich, dass der Pkw von Dritten unter Verwendung des Namens und Ausweises des 23-Jährigen angemietet worden war", hieß es weiter. Der Deutsche wurde am Donnerstag aus der Haft entlassen.
Vor einem Supermarkt in der Stadt in Schleswig-Holstein war vor gut einer Woche, am vergangenen Mittwochabend, ein Streit eskaliert - das 15 Jahre alte Opfer starb. Nach Polizeiangaben kam es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Menschen.
Wenig später soll ein Auto davongefahren sein. Das hatten Zeugen beobachtet. Die Kieler Staatsanwaltschaft hatte zuletzt eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung und rechtskräftigen Verurteilung von Tatbeteiligten führen.