Panorama

Nach Stromausfall in Dresden Verirrter Ballon: Polizei geht von Unfall aus

Die Polizei in Dresden geht davon aus, dass der Ballon, der wohl den großen Stromausfall in und um Dresden verursacht hat, nicht absichtlich ins Umspannwerk gelangte. Vielmehr wird Zufall oder Fahrlässigkeit vermutet. Von dem Stromausfall waren rund 300.000 Haushalte betroffen.

Nach dem großen Stromausfall in Dresden geht die Polizei von einem Unfall mit einem normalen Ballon aus. Der Stromausfall vom Montag sei durch einen handelsüblichen Ballon ausgelöst worden, der etwa bei Hochzeiten oder Kindergeburtstagen genutzt werde, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner bei einer Pressekonferenz. Der Ballon sei nicht präpariert gewesen und es gebe kein Bekennerschreiben. Hundertprozentig ausschließen könne man einen Vorsatz zwar nicht, aber nach derzeitigem Stand gehe die Polizei von einem Zufall aus.

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Dieser metallbeschichtete Ballon wurde bei den Ermittlungen entdeckt.

(Foto: © SachsenNetze)

Der großflächige Stromausfall in Dresden und Umgebung am Montagnachmittag ist nach jetzigem Kenntnisstand vermutlich durch einen metallbeschichteten Ballon verursacht worden. Bei der Untersuchung der Störungsursache seien verschmorte Reste eines Flugobjekts gefunden worden.

Den Angaben zufolge waren zeitweise etwa 300.000 Haushalte im gesamten Versorgungsgebiet in Dresden betroffen, darunter auch Industriekunden. Die Störung war auch in umliegenden Städten wie Radebeul, Radeberg und Freital zu bemerken. Sachsenenergie teilte mit, dass um 15 Uhr wieder 95 Prozent der Haushalte versorgt waren.

Hunderte Notrufe

Die Feuerwehr Dresden bat Betroffene per Twitter, den Notruf für dringende Fälle freizuhalten. Die Rufnummer 112 funktionierte trotz des Ausfalls durchgehend, weil die Integrierte Regionalleitstelle Dresden mit einem Notstromaggregat versorgt wurde, wie die Feuerwehr am frühen Abend mitteilte. 270 Notrufe gingen bei der Leitstelle zwischen 14 und 16 Uhr aus Dresden, den Landkreisen Meißen sowie Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ein. "Das entspricht etwa dem 10- bis 15-Fachen gegenüber einem normalen Tag", hieß es in der Mitteilung.

Feuerwehr und Rettungsdienst rückten allein in Dresden 34 Mal wegen des Stromausfalls aus. 24 Mal wurden die Einsatzkräfte alarmiert, weil Aufzüge stecken geblieben waren. Automatische Brandmeldeanlagen verursachten vier Fehlalarme. Im Georg-Arnold-Bad gab es eine Überflutung durch Abwasser, weil wegen des Stromausfalls eine Hebeanlage nicht funktionierte. Außerdem rückten die Retter einige Male zu Patienten aus, deren Heimbeatmungsgeräte infolge des Stromausfalls nur für eine begrenzte Zeit funktionierten.

Auch die Dresdner Verkehrsbetriebe hatten mit dem Ausfall zu kämpfen: Die Straßenbahnen blieben zwischenzeitlich liegen, gegen 14.30 Uhr schrieben die Betriebe bei Twitter, dass der Verkehr langsam wieder anrolle. Das Dresdner Rathaus hatte zwischendurch ebenfalls keinen Strom. "Wir arbeiten zurzeit mit einem Notstrom-Aggregat", hatte eine Sprecherin am Nachmittag gesagt.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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