Panorama

Razzia in Niedersachsen Versuchslabor soll Tiere gequält haben

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Das Versuchslabor in Neu Wulmstorf soll zudem Versuchsreihen manipuliert haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

Es sind schwere Vorwürfe, für die sich ein Versuchslabor im niedersächsischen Neu Wulmstorf rechtfertigen muss: Das Unternehmen soll unerlaubt Tiere gequält und getötet haben. Bei einer Razzia werden nun viele Beweismittel beschlagnahmt. Den Verdächtigen könnten Haftstrafen drohen.

Nach Anzeigen wegen Tierquälerei haben Staatsanwaltschaft und Polizei die Räume eines Versuchslabors in Neu Wulmstorf in Niedersachsen durchsucht. Nach Angaben der Behörden diente die Razzia dazu, Beweismittel zu sichern. Es geht um den Vorwurf, dass das Unternehmen Affen und Hunden im Rahmen generell genehmigter Versuche unerlaubt Schmerzen zugefügt sowie illegal Tiere getötet haben soll.

Ebenfalls durchsucht wurden laut Staatsanwaltschaft Stade und Polizei in Buchholz weitere Geschäftsräume der Firma in Hamburg und Schleswig-Holstein. Dort befinden sich die Verwaltung sowie das Firmenarchiv. Auch Experten anderer Behörden waren an den Durchsuchungen beteiligt, darunter Veterinäre. Tierschützer hatten die Vorwürfe erhoben und sich dabei auf heimlich gemachte Videoaufnahmen gestützt.

Nach Veröffentlichung der Vorwürfe durch Medienberichte stehen die Versuchsfirma und ihr Labor seit Wochen im Fokus der Öffentlichkeit und der Behörden. So zeigten ein Tierschutzverein, der Landkreis Harburg und das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit das Unternehmen an. Dieses soll Tierversuchsreihen für die Pharmaindustrie machen.

Wurden Versuchsreihen manipuliert?                                

In der Angelegenheit geht es zudem auch um von ehemaligen Mitarbeitern erhobene Vorwürfe, dass dort Versuchsreihen manipuliert worden sein sollen. In Hamburg und Schleswig-Holstein baten die zuständigen Behörden und Ministerien die örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften bereits, diesem Verdacht durch eigene Ermittlungen nachzugehen.

Die Hamburger Gesundheitsbehörde kündigte außerdem schon an, dass das Unternehmen mit Sitz in der Hansestadt nicht mit weiteren Genehmigungen für Versuchsreihen rechnen dürfe, sofern sich die Vorwürfe durch die offiziellen Ermittlungen bestätigten. Es gehe um die Zuverlässigkeit.

Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Niedersachsen zu der Razzia mitteilten, dürfen Tieren im Labor des Unternehmens in Neu Wulmstorf bei Hamburg "innerhalb der zulässigen Grenzen auch erhebliche Schmerzen zugefügt werden oder sie dürfen getötet werden". Es stehe aber der Verdacht im Raum, dass ihnen darüber hinaus "erhebliche und länger anhaltende Schmerzen" zugefügt und dass sie außerhalb von Versuchsreihen unerlaubt getötet worden seien.

Dabei würde es sich den Angaben der Behörden nach um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz handeln, die neben Geld- auch Haftstrafen von bis zu drei Jahren nach sich ziehen könnten. Bei den Durchsuchungen seien umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt worden, hieß es. Diese würden nun ausgewertet. Weitere Details wurden nicht genannt.

Quelle: ntv.de, lri/AFP