Panorama

Verzögerung um sechs JahreAtommüll-Räumung der Schachtanlage Asse auf frühestens 2039 verschoben

14.04.2026, 23:56 Uhr
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Ein Warnschild vor radioaktiver Strahlung im Atommülllager Asse im Landkreis Wolfenbüttel. (Foto: picture alliance / dpa)

In einem Salzbergwerk in Niedersachsen lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall. Die Betreibergesellschaft erklärt den bisherigen Zeitplan zur Rückholung für gescheitert. Die Kosten für die Verzögerung sind noch unklar.

Die Bergung des Atommülls aus der maroden Schachtanlage Asse in Niedersachsen verschiebt sich um mehrere Jahre. "Mit dem jetzigen Kenntnisstand lässt sich der Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen", teilte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit. Erst wenn der neuer Schacht Asse 5 mit Förderanlage gebaut sei, könne mit den vorbereitenden Maßnahmen für die Rückholung begonnen werden, hieß es. 

In ihren neuen Planungen geht die Betreibergesellschaft mit Sitz im niedersächsischen Peine davon aus, dass die Einsatzbereitschaft der Schachtförderanlage im Jahr 2039 hergestellt sein kann. Bisher hatte die BGE den Beginn der Bergung 2033 anvisiert. In den vergangenen Wochen war aber bekanntgeworden, dass der Termin geplatzt ist.

"Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, so dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann", räumte eine BGE-Sprecherin bereits im März ein. Umplanungen im Ablauf seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, sagte die Sprecherin damals. Nun informierte die BGE über die Verschiebung um mindestens sechs Jahre. 

Niedersachsens Umweltminister warnt vor "absaufenden Bergwerk"

Die Berichte über den geplatzten Starttermin hatten Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer verärgert: "Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird", hieß es in einer damaligen Stellungnahme des Grünen-Politikers. Die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des "absaufenden Bergwerks" endlich angehe. 

In der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, die in den 60er und 70er Jahren dort eingelagert worden waren. Da die Asse als instabil gilt, sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, das Bergwerk unverzüglich zu räumen und stillzulegen. Die BGE in Peine ist zuständig für die Rückholung - die sogenannte Lex Asse.

In ihrem Plan von 2020 hatte BGE mit Kosten bis zum Start der Rückholung von mehr als drei Milliarden Euro kalkuliert. Wie sich dieser Betrag angesichts der neuen Zeitplanung verändert, ist unklar.

Quelle: ntv.de, bho/dpa

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