Panorama

Tschentscher für 2G bundesweit "Pandemie nicht aus Sicht Ungeimpfter beurteilen"

Peter Tschentscher (SPD), Erster Bürgermeister Hamburgs. Foto: Markus Scholz/dpa

Die große Zahl der Geimpften habe auch Rechte, betont Hamburgs Bürgermeister Tschentscher.

(Foto: Markus Scholz/dpa)

Angesichts der sich aufbäumenden Corona-Welle in Deutschland werden die Rufe nach einer bundesweiten 2G-Regel lauter. Auch Hamburgs Bürgermeister macht sich nun dafür stark. Dass dies einem Lockdown für Ungeimpfte gleichkomme, sieht er dabei nicht als das eigentliche Problem.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher hat dazu aufgerufen, energisch den Kontakt zu den bisher nicht gegen Corona geimpften Menschen zu suchen. "Wir müssen unterschiedlichste Wege gehen, um die noch nicht Geimpften zu erreichen. Die Wege müssen so unterschiedlich sein wie die Menschen unterschiedlich sind, die bisher noch skeptisch sind", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"heute journal".

Tschentscher machte sich zudem für 2G-Optionsmodelle in ganz Deutschland stark, mit denen bestimmte Einrichtungen Ungeimpften den Zutritt verwehren können. "Wir haben in Hamburg im August schon die 2G-Regel eingeführt (...) Das muss jetzt in ganz Deutschland umgesetzt werden", sagte Tschentscher. Auf die Frage, ob 2G-Modelle letztlich nicht eine Art Lockdown für Ungeimpfte bedeuteten, sagte der SPD-Politiker: "Wir können diese Pandemie nicht immer aus der Sicht der Ungeimpften beurteilen." Die große Zahl der schon geimpften Personen habe schließlich auch Rechte.

In vielen Bundesländern gebe es bisher eine zu niedrige Impfquote , monierte Hamburgs Erster Bürgermeister - "und dort eskaliert jetzt auch die Situation." Die Erkenntnis der vergangenen Wochen sei, dass es ohne die Impfungen "nicht geht - und dass es auch für die Ungeimpften schwer wird jetzt in den nächsten Monaten, am öffentlichen Leben teilzunehmen."

Österreich führt ab dem heutigen Montag eine bundesweite 2G-Regel ein, um die vierte Welle zu brechen: Menschen ohne Impfung dürfen dann keine Lokale, Friseure und Veranstaltungen mehr besuchen. Auch in Deutschland wird der Ruf nach stärkeren Einschränkungen für Ungeimpfte lauter. So hatte zuvor schon Ärztepräsident Klaus Reinhardt verlangt, auch hierzulande nur noch Geimpften oder Genesenen den Besuch von Restaurants, Veranstaltungen oder Kinos zu erlauben. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, die 2G-Regel solle "am besten in allen Bereichen greifen, die nicht wie Lebensmittelgeschäfte oder Drogerien zum täglichen Bedarf gehören".

In Deutschland sind bisher mindestens 55,8 Millionen Menschen oder 67,1 Prozent der Gesamt­bevölkerung vollständig geimpft. Insgesamt haben mindestens 57,9 Millionen Menschen eine oder mehrere Impf­dosen erhalten - das sind 69,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Unter den Impfberechtigten ab 18 Jahren haben bisher noch etwa 15,5 Millionen keine Impfung erhalten. Zugelassen ist eine Corona-Impfung bereits ab 12 Jahren.

Quelle: ntv.de, kst/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen