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Kathedrale der Kostbarkeiten Welche Schätze beherbergt Notre-Dame?

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In der Dornenkrone ist ein Zweig der Dornenkrone von Jesus Christus enthalten, die er bei der Passion getragen haben soll. Sie wurde einst von Ludwig IX. (1214 -1270) vom Byzantinischen Kaiser erworben.

(Foto: Reuters)

Ihre imposante Architektur macht Notre-Dame zu einem Meisterwerk. Doch auch die Kunstwerke, die in der Kathedrale gelagert und ausgestellt werden, sind kunsthistorische Schätze von enormem Wert. Wie haben sie den Brand überstanden? Ein Überblick.

Die Kathedrale Notre-Dame ist eines der beeindruckendsten Bauwerke der Welt. Ihr Bau begann im Jahr 1163, die Bauzeit betrug 200 Jahre. Die Errichtung begann also im Zeitalter der Romanik und endete im Zeitalter der Gotik. Vor allem die Dachkonstruktion gilt als architektonische Meisterleistung. Der gesamte Rahmen besteht aus Holz, circa 13.000 Bäume wurden für den Bau der Balken verwendet. Deswegen trägt der Dachstuhl des Gebäudes auch den Spitznamen "Der Wald". Der Dachstuhl aus Holz sorgte nun allerdings auch dafür, dass sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte. Den Feuerwehrleuten gelang es jedoch, die Struktur der gotischen Kirche "in ihrer Gesamtheit zu erhalten", sagte ein Sprecher.

Seit 1979 gehört Notre-Dame zum Weltkulturerbe der Unesco. Jährlich besuchen rund 13 Millionen Menschen die Kathedrale. Der benachbarte Eiffelturm hat weniger Besucher. Die Menschen besichtigen die Kathedrale nicht nur aufgrund der Architektur, sondern auch weil sie Aufbewahrungsort vieler kunst- und kirchenhistorischer Artefakte von unschätzbarem Wert ist. Eine Übersicht:

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Die drei Rosenfenster: Über den drei Hauptportalen von Notre-Dame befinden sich drei Glasfenster mit Maßwerk, sie werden Rosenfenster genannt und zeigen biblische Erzählungen, unter anderem die Auferstehung Christi. Sie stammen aus dem 13. Jahrhundert. Das Rosenfenster im nördlichen Querschiff, das in der Nähe des Brandausbruchspunktes liegt, hat einen Durchmesser von circa 13 Metern. Alle drei Fenster haben den Brand ohne Schäden überstanden, wie der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit, dem Sender BFM TV sagte.

Der Kirchenschatz: Die wichtigsten und wertvollsten Reliquien, die Notre-Dame beherbergt, sind die heilige Dornenkrone, ein Splitter des Kreuzes Christi, ein Kreuznagel und die Tunika Saint-Louis. Die für Katholiken sehr wertvolle Dornenkrone wurde während des Brandes im Pariser Rathaus untergebracht, wie Frankreichs Kulturminister Franck Riester auf Twitter bekannt gab. Und auch die Tunika konnte laut Bürgermeisterin Anne Hildago vor den Flammen bewahrt werden.

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Blick auf den Hauptaltar. Das Altarkreuz ist zwischen dem Rauch deutlich zu erkennen.

(Foto: dpa)

Der Altar: Der Hauptaltar besteht aus Bronze. Auf ersten Fotos vom Inneren der Kirche ist das Altarkreuz deutlich zu erkennen. Es lässt hoffen, dass zumindest das Kreuz den Brand überstanden hat.

Die Kirchenglocken: Seit 2013 hängt in den beiden Westtürmen von Notre-Dame ein 10-stimmiges Geläut. Im Südturm hängt die Hauptglocke "Emanuelle". Sie läutete das Ende des Zweiten Weltkriegs ein und ist sonst nicht oft zu hören. Sie ist besonders tontief und erklingt nur an Ostern, Weihnachten, Pfingsten und zu anderen besonderen Anlässen. Alle Glocken sind tonnenschwer. Deswegen besteht auch immer noch die Gefahr, dass die beschädigten Türme zusammenbrechen und die Glocken herabstürzen.

Die Orgel: Die große Orgel von Notre-Dame ist eines der berühmtesten Musikinstrumente der Welt. Sie stammt aus dem Mittelalter und wurde immer wieder umfassend restauriert. Die Pfeifen sind noch original. Die Orgel soll unversehrt sein. "Es ist ein Wunder", sagte Organist Vincent Dubois dem Sender franceinfo. Das Instrument soll nun demontiert und so lange aufbewahrt werden, bis Dach und Gewölbe wieder konsolidiert sind, so der Musiker.

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Die Statuen der Jungfrau Maria:

Im Kirchenraum befinden sich 37 Statuen der Jungfrau Maria. Der Großteil der Statuen und Skulpturen besteht aus Stein. Dennoch dürfte ihnen das Feuer zugesetzt haben.

Die Gemälde: Im Hauptschiff hängen zwei bedeutende Gemälde. Darunter "Die Heimsuchung Mariä" des französischen Künstlers Jean Jouvenet aus dem Jahr 1716 sowie "Thomas von Aquin am Brunnen der Weisheit" von 1648, ein Werk des Künstlers Antoine Nicolas. Die Gemälde sollen nach dem Feuer Wasserschäden aufweisen.

Groteske Figuren an der Außenfassade: Von der oberen Balustrade blicken die berühmten Grotesken der "Galerie des Chimères" auf Paris hinab. Sie wurden in Anlehnung an Victor Hugos 1831 erschienenen Roman "Der Glöckner von Notre-Dame" gefertigt und an der Fassade angebracht. Die Originale begannen schnell zu zerbröckeln. Die aktuellen Wasserspeier und Figuren sind Nachbildungen. Bislang ist unklar, wie sie den Brand überstanden haben.

Quelle: n-tv.de

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