Panorama

Wuhan plant Neujahrs-Feuerwerk Welt feiert Silvester im Würgegriff der Pandemie

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Wuhan vor dem Jahresende: Die chinesische Stadt gilt als Wiege der Coronapandemie und plant zu Silvester Feuerwerk.

(Foto: REUTERS)

Gemäß der Erdrotation sind einige Länder schon im Jahr 2021 angekommen. Doch statt ausgelassen zu feiern, beherrscht die Pandemie die globale Neujahrsparty. In vielen Ländern gilt ein harter Lockdown. Aber die Menschheit lässt sich nicht unterkriegen: In Wuhan, der Wiege des Virus, ist Feuerwerk geplant.

Das neue Jahr hat in den ersten Ländern der Welt begonnen. Als Erste starteten die Bewohner der Südsee-Inseln Samoa und Kiribati um 11 Uhr MEZ. Eine Stunde später folgte Neuseeland, wo man mit einer Reihe großer Musikfestivals und Feuerwerksshows das Jahr 2021 begrüßte. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hat der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr verzeichnet. Daher konnten die Veranstaltungen ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere coronabedingte Einschränkungen stattfinden.

Anders wird es in Deutschland sein, wo zum zweiten Mal seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie ein harter Lockdown herrscht. Restaurants und Bars sind ebenso wie Museen, Theater und Freizeiteinrichtungen bereits seit Anfang November geschlossen. Seit Mitte Dezember sind auch Geschäfte weitgehend zu, ebenso Schulen und Kitas. Diesmal gab es ein grundsätzliches Verkaufsverbot von Feuerwerk in den letzten Tagen des zu Ende gehenden Jahres. Es ging vor allem darum, die Krankenhäuser von zusätzlichen Patienten zu entlasten.

Feuerwerk über Brandenburger Tor fällt aus

Deutschlands größte Silvesterparty in Berlin fällt aus - inklusive fernsehtauglichem Höhenfeuerwerk über dem Brandenburger Tor. Das ZDF überträgt von dort aber eine Show ohne Publikum. Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner begrüßen Musikgäste wie Jürgen Drews und Vicky Leandros.

Mit einem Großaufgebot will die Polizei das an vielen Orten Berlins geltende Feuerwerksverbot durchsetzen. Die Berliner Feuerwehr bereitete sich - wie in den Vorjahren - auf eine Art Ausnahmezustand an Silvester vor. Dabei hat sich bundesweit die sonst übliche Debatte über die Böllerei angesichts von Lärm, Klimaschutz und Aggressionen fast erledigt. Der Deutsche Städtetag rief dazu auf, angesichts des Corona-Geschehens auf jegliches Feuerwerk zu verzichten, selbst wenn man Altbestände oder Einkäufe aus dem Ausland habe und auf Privatgrundstücken zünden wolle.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft befürchtet trotz allem Gewalt gegen Einsatzkräfte. In den vergangenen Jahren kam es in der Silvesternacht immer wieder zu Attacken. In diesem Jahr wird mancher Zorn wegen der Alkohol-Beschränkungen und Böllerverbote erwartet. Auch weltweit sind viele Partys und Feuerwerke abgesagt worden, zum Beispiel in Rio, Sao Paulo, Amsterdam und London. In Sydney findet zwar ein Riesenfeuerwerk statt, allerdings dürfen sich keine Zuschauer dazu am Hafen einfinden.

Times Square-Show ohne Zuschauer

In New York soll der "Ball Drop" am Times Square, ein fallender leuchtender Kristallball an einem Mast, nur vor wenigen Leuten statt wie sonst Tausenden stattfinden. 26 Stunden dauert es wieder zwischen 11 Uhr MEZ am 31. Dezember und 13 Uhr MEZ am 1. Januar, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Es begann im Inselstaat Samoa, ging um 14 Uhr MEZ über Australien, Asien bis Europa, Südamerika, die US-Ostküste, Kalifornien, Hawaii zu den unbewohnten Eilanden Bakerinsel und Howlandinsel wieder im Pazifik.

In Paris herrscht auch an Silvester nachts eine Ausgangssperre. Es gibt aber ein Online-Konzert von Jean-Michel Jarre als Avatar in der virtuellen Kulisse der Kathedrale von Notre-Dame und einen vorab aufgezeichneten Spenden-Livestream mit Star-DJ David Guetta vor der Louvre-Pyramide. In Moskau soll es trotz Corona-Sperrstunde ab 23 Uhr Ortszeit (21 Uhr MEZ) ein großes Feuerwerk am Kreml geben.

Auch in China steht Feiern auf dem Programm

Das fast coronafreie Taiwan plant traditionell Pyrotechnik am Wolkenkratzer "Taipei 101" in Taipeh. In den Vereinigten Arabischen Emiraten ist am höchsten Gebäude der Welt, dem 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai, wieder ein spektakuläres Feuerwerk samt Licht- und Lasershow geplant. Auch in China, wo erst zum chinesischen Neujahrsfest im Februar richtig groß gefeiert wird, sind Veranstaltungen geplant.

So soll es auch in Wuhan ein Feuerwerk geben - im Ausbruchsort des Coronavirus. Denn passend dazu jährt sich heute der Tag, an dem China die Weltgesundheitsorganisation (WHO) über die ersten Corona-Infektionen informierte. Die chinesischen Behörden setzten am 31. Dezember 2019 das WHO-Büro in Peking darüber in Kenntnis, dass offenbar ein neuartiges Virus bei mehreren Dutzend Menschen in der Millionenmetropole Wuhan eine Atemwegserkrankung ausgelöst habe. Am 7. Januar wurde der heute als Sars-CoV-2 bekannte Erreger isoliert, am 12. Januar veröffentliche China dessen Gensequenz.

Quelle: ntv.de, mau/dpa