Panorama

Erst RKI, dann Staatsbankett Willem-Alexander und Máxima sind da

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Interessierte können am Brandenburger Tor einen Blick auf das Königspaar erhaschen. Blumenübergaben sind aber zu riskant.

(Foto: imago images/PPE)

In Deutschland war das niederländische Königspaar schon öfter, der offizielle Staatsbesuch in Berlin folgt aber erst jetzt, acht Jahre nach der Amtsübernahme von Willem-Alexander. Die Regierungsmaschine steuert der König höchstselbst - er hat einen Flugschein. Am Brandenburger Tor gibt er ein Versprechen.

Royaler Besuch aus den Niederlanden: König Willem-Alexander und seine Frau, Königin Máxima, halten sich zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in Berlin auf. Auf dem Programm stehen unter anderem politische Gespräche, etwa mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das royale Paar ist am Montag auf dem Berliner Flughafen gelandet und will bis Mittwoch bleiben.

Während des Flugs saß Willem-Alexander im Cockpit der Regierungsmaschine. Nach Mitteilung des Hofes flog er die Boeing von Den Haag nach Berlin. Der 54-Jährige hat einen Flugschein und ist schon regelmäßig als Copilot auf Linienflügen der KLM mitgeflogen.

Als das Königspaar am Vormittag aus dem Jet steigt, regnet es in Strömen. Der Schirm eines bereitstehenden Mitarbeiters klappt im Wind um und muss gebändigt werden. Máxima erscheint im Sommerkleid mit Hütchen und Handschuhen, Willem-Alexander im Anzug und mit Bart. Im Schloss Bellevue empfängt sie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Auch dessen Frau Elke Büdenbender ist dabei, sie ist derzeit wegen eines Bruchs mit Krücken unterwegs. Während der Begrüßung mit militärischen Ehren schreitet Willem-Alexander zackig über den roten Teppich.

Steinmeier hebt die enge Verbundenheit Deutschlands und der Niederlande hervor - in der Grenzregion und darüber hinaus. Beide Länder verbinde "eine kostbare Freundschaft", heißt es in der Rede, die er am Montagabend beim Staatsbankett hält. "Das gemeinsame Potenzial dieser Region, unserer Länder ist im Wortsinn grenzenlos - wenn wir alle es wollen."

Besuch beim RKI

Wenn Royals unterwegs sind, haben sie einen vollen Terminplan. Das niederländische Königspaar will mehrere Einrichtungen der Kultur und Wissenschaft besuchen. Zur Vorbereitung gibt es Pläne, in denen mal drei Minuten hierfür vorgesehen sind, mal acht Minuten dafür. Also rein ins Auto, raus aus dem Auto. Zwischendurch Winken. Am Montagnachmittag ist Willem-Alexander etwa im Anne Frank Zentrum in Berlin.

Das Paar besucht auch das Robert-Koch-Institut (RKI), das in Deutschland eine wichtige Rolle im Kampf gegen das Coronavirus innehat. Die Pandemie hat auch den Alltag zwischen Deutschland und den Niederlanden verändert. Mal eben über die Grenze fahren fürs Wochenende? Einen Urlaub auf der Nordseeinsel planen? Bei ihrem Staatsbesuch in Deutschland sieht man die königlichen Gäste immer wieder mit einem Mund-Nasen-Schutz. Sie informieren sich über die Geschichte des Robert-Koch-Instituts und hören in einem Hörsaal zwei Fachvorträge. Dabei stellt sich ein Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor, das sich in Berlin mit dem Erkennen und Verhindern zukünftiger Pandemien beschäftigen wird.

Fans müssen Blumensträuße wieder mitnehmen

Für den König ist es der erste offizielle Staatsbesuch in Deutschland seit seiner Amtsübernahme 2013. Er hat zwar schon alle Bundesländer besucht, der offizielle Staatsbesuch in Berlin war aber wegen der Pandemie verschoben worden und wird nun nachgeholt. Die Menschen sind weiter dazu aufgerufen, wegen der Pandemie Abstand zu halten. Viele Möglichkeiten, das Paar zu sehen und Fotos zu machen, gibt es diesmal nicht. Am Nachmittag zeigen sich die beiden am Brandenburger Tor. Einem Ort also, an dem sich mancher Royal schon ablichten ließ.

Am Rande des Pariser Platzes warten Menschen, teils mit Fahnen und Blumen. "Ich verfolge alle europäischen Königshäuser mit großer Begeisterung seit meiner Kindheit", sagt eine 31-Jährige. "Und Willem-Alexander und Máxima mag ich besonders, weil sie so sympathisch wirken." Sie wolle die Gelegenheit nutzen, um ihnen einen Blumenstrauß in Orange zu überreichen. "Ich denke aber", sagte sie, "mit Corona wird die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr gering sein". Tatsächlich hält das Paar Abstand, winkt den Menschen aber zu. "Hier, Blumen für euch", ruft ein Mann. Willem-Alexander schlägt die Hände zusammen. Da gehe leider nicht, sagt er, "wegen Covid". Auch Máxima legt sich eine Hand - fast entschuldigend - auf die Brust. "Nächstes Mal", sagt der König auf Deutsch. Das verspreche er.

König Willem-Alexander ist über seinen Vater, den deutschen Prinz Claus von Amsberg, eng mit Deutschland verbunden und spricht fließend Deutsch. Am Dienstag soll er seinen Staatsbesuch fortsetzen. Dann ist auch ein Treffen mit Kanzlerin Merkel geplant. Für den König ist es auch ein Abschied von Merkel, deren Regierungszeit zu Ende geht.

Quelle: ntv.de, Andreas Rabenstein, Annette Birschel und Gisela Gross, dpa

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