Panorama

"Niemand weiß, was kommt" Zahl der Corona-Toten steigt erneut deutlich

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Deutschland hat inzwischen auch die Behandlung einiger Patienten aus anderen EU-Ländern übernommen - etwa aus Italien.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Behörden melden in zwei Tagen mehr als 100 weitere tödlich verlaufene Corona-Infektionen. Experten können nicht mit Sicherheit sagen, ob sich die Verbreitung des Virus bereits verlangsamt. Gesundheitsminister Spahn geht davon aus, dass sich die Lage für die Krankenhäuser noch zuspitzt.

Mehr als 260 Menschen sind in Deutschland bislang an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben. Das ergeben ntv-Berechnungen auf Grundlage der Angaben von Ländern und Gemeinden. Damit sind allein in den vergangenen beiden Tagen mehr als 100 neue Todesfälle gemeldet worden - insgesamt sind es nun 264. Zugleich ist die Zahl der Infizierten auf mehr als 43.165 gestiegen.

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Unterdessen ist weiter unklar, in welcher Phase der Pandemie sich Deutschland befindet. Zum jetzigen Zeitpunkt könne man nicht sicher sagen, ob sich die Infektionsdynamik abgeschwächt habe oder nicht, sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. "Manche Städte und Landkreise haben es geschafft, größere Ausbruchsgeschehen auch unter Kontrolle zu bekommen." Diese Ausbrüche seien teilweise in Zusammenhang mit Festen oder Reisen aufgetreten. "Warum immer noch Feste gefeiert werden, ist mir unverständlich", betonte er.

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Derweil rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit weiter steigenden Belastungen für Ärzte und Pfleger. "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm", sagte der CDU-Politiker. "Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt." Daher sei es weiterhin nötig, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Zugleich sind in Deutschland laut RKI aber auch bereits mehrere Tausend Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus wieder gesund geworden. "Wir schätzen, dass mindestens 5900 Mitbürger inzwischen genesen sind", sagte RKI-Chef Wieler. Einmal mehr verwies darauf, dass jeder an dem Virus erkranken könne - unabhängig von Alter und Gesundheitszustand. Zwar steige das Risiko schwerer Verläufe mit dem Alter, aber auch jüngere könnten schwer erkranken und auch sterben. Daher sei es für alle von zentraler Bedeutung, die Abstandsregeln und die weiteren Beschränkungen einzuhalten.

Das Profil der Erkrankten stellt sich nach den Worten Wielers aktuell wie folgt dar: Sie sind im Schnitt 46 Jahre alt, das Durchschnittsalter der Verstorbenen beträgt 81 Jahre. Mit 54 Prozent sind Männer weiterhin stärker betroffen als Frauen mit 46 Prozent. Die häufigsten Symptome seien Husten und Fieber - das ergebe sich aus klinischen Informationen, die zu mehr als 26.000 Infektionsfällen vorlägen.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/rts