Panorama

Mehr als 90 Prozent Zweiter Kuba-Impfstoff soll hochwirksam sein

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Der Impfstoff Abdala wird bereits gespritzt.

(Foto: imago images/Xinhua)

Kuba meldet einen wichtigen Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus. Ein neuer Impfstoff übertrifft die Wirksamkeit des erst kürzlich vorgestellten Präparates noch. Sie liegt auf dem Niveau des Biontech-Präparates und weckt Hoffnungen auf der Insel.

Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Abdala hat nach Angaben des staatlichen Pharmakonzerns Biocubafarma eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gegen das Coronavirus. Bei drei Impfdosen liege die Wirksamkeit bei 92,28 Prozent, teilte das Unternehmen mit. An der entprechenden Studie hätten 48.010 Freiwillige zwischen 19 und 80 Jahren teilgenommen. Die drei Dosen seien im Abstand von je 14 Tagen verabreicht und mit Placebos kontrolliert worden.

Ein zweiter kubanischer Impfstoffkandidat, das Präparat Soberana 2, hat nach Angaben des Herstellers Finlay nach zwei der vorgesehenen drei Impfdosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent. Finlay-Chef Vicente Cruz hatte gesagt, er rechne mit einer noch größeren Effizienz des Impfstoffs nach der dritten Dosis. Beide Impfstoffe sollen in Kürze in Kuba zugelassen werden.

Sie wären damit die ersten in Lateinamerika entwickelten und hergestellten Corona-Impfstoffe, die auf den Markt kommen. Die Studienergebnisse werden von einem unabhängigen Expertengremium bewertet. Von unabhängigen Behörden wie der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) liegt aber noch keine Einschätzung vor - die müsste der kubanische Staat beantragen, was derzeit nicht zu erwarten ist.

70 Prozent sollen bis August geimpft sein

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Noch vor Abschluss der klinischen Tests hatten die Behörden in Havanna und mehreren Provinzen Mitte Mai damit begonnen, Soberana 02 und Abdala zur Impfung gegen das Coronavirus einzusetzen. Bis August sollen nach den Plänen der Regierung 70 Prozent der rund 11 Millionen Menschen auf der Karibikinsel geimpft sein. Diese mit eigenen Impfstoffen schützen zu können, wäre auch ein Propaganda-Erfolg für das kommunistische Regime und Präsident Miguel Diaz Canel.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Kuba laut Johns-Hopkins-Universität knapp 170.000 Corona-Fälle verzeichnet, 1170 Menschen starben. Zuletzt verstärkte sich das Infektionsgeschehen deutlich. Auch die Wirtschaft wird stark belastet - auch weil der Tourismus leidet. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Land, das als Risikogebiet gilt. Im regionalen Vergleich verfügt Kuba über ein überdurchschnittliches Gesundheitssystem, das den Menschen kostenlos zur Verfügung steht. Allerdings haben die Ärzte auf der Insel oft mit Medikamentenmangel zu kämpfen.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa

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