Politik

Sachsen-Anhalt-Wahl im Liveticker+++ 02:00 Siegmund holt Direktmandat +++

06.09.2026, 08:00 Uhr

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erringt bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auch in seinem Wahlkreis einen klaren Sieg. Der 35-Jährige gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis Genthin mit großem Vorsprung vor CDU-Bewerber Thomas Staudt. Siegmund kommt auf 49,0 Prozent der Erststimmen, Staudt auf 24,0 Prozent. Der AfD-Mann legt damit im Vergleich zu 2021 um 22,4 Prozentpunkte zu. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hatte Staudt das Direktmandat im Wahlkreis Genthin gewonnen.

+++ 01:15 Frei rechnet nicht mit Überläufern zur AfD +++

Unions-Fraktionschef Thorsten Frei rechnet nicht mit Überläufern aus seiner Partei zur AfD. Im ZDF weist der CDU-Politiker entsprechende Spekulationen zurück, unter anderem von AfD-Wahlsieger Siegmund. Der hatte gesagt: "Ich weiß ja nicht, ob es einzelne Abgeordnete gibt, die sagen: 'Jetzt ist Schluss, jetzt spiel' ich das hier nicht mehr mit'." Da könne noch viel passieren. Frei sagte, man stehe am Beginn vieler Überlegungen und müsse innerhalb der Union Gespräche führen, um für das Land eine einigermaßen stabile Regierung zu gewährleisten. Gespräche mit der AfD schließt Frei weiter kategorisch aus: "Wir sprechen nicht mit Rechtsextremisten."

+++ 00:20 Schulze holt kein Direktmandat +++

Sachsen-Anhalts CDU-Vorsitzender Sven Schulze scheitert bei der Landtagswahl mit seiner Partei nicht nur auf Landesebene, sondern auch im eigenen Wahlkreis. Schulze, der erstmals bei einer Landtagswahl als Direktkandidat antrat, unterliegt im Wahlkreis Magdeburg III gegen den AfD-Kandidaten Christian Mertens. Der Ministerpräsident erreicht nach Angaben der Landeswahlleitung 31,7 Prozent der Erststimmen, Mertens kommt auf 35,2 Prozent.

+++ 23:11 CDU-Generalsekretärin: Schulze wird Regierungsgespräche führen +++

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann geht davon aus, dass Sven Schulze als CDU-Landesvorsitzender die anstehenden Gespräche über eine Regierungsbildung führen wird. "Ich halte nichts davon, an so einem Abend direkt über solche Konsequenzen zu sprechen. Im Gegenteil, es braucht jetzt Stabilität auch in Magdeburg" sagt Hoppermann im ZDF auf die Frage, ob sich Schulze noch halten kann. Die CDU stelle mit Schulze den Ministerpräsidenten, er sei der gerade wiedergewählte CDU-Landesvorsitzende, und er "wird die schwierigen Gespräche jetzt führen".

+++ 22:32 Linke kann auf drei Direktmandate hoffen - AfD auf den Rest +++

Die Linke kann auf drei Direktmandate hoffen. In den Wahlkreisen Magdeburg I, Halle II und Halle III liegen die deren Bewerber kurz vor Abschluss der Auszählung vorn. Alle übrigen Direktmandate gehen mit hoher Wahrscheinlichkeit an die AfD. Im Wahlkreis Magdeburg III verliert Ministerpräsident Sven Schulze im Ringen um den direkten Einzug in den Landtag sehr wahrscheinlich gegen den AfD-Bewerber Christian Mertens.

+++ 21:59 SPD-Spitzenkandidat nennt wechselnde Mehrheiten "völlig verrückt" +++

Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann spricht sich gegen ein Modell wechselnder Mehrheiten aus. "Ich halte wechselnde Mehrheiten im Interesse der Wirtschaft für völlig verrückt", sagt Willingmann. Die Idee eines Koalitionsvertrages und einer stabilen Landesregierung bestehe darin, dass man berechenbar verabrede, was man vorhabe und das dann umsetze. Wechselnde Mehrheiten seien dagegen "ausgesprochen kompliziert". Es höre sich vielleicht nett an. "Aber das repräsentative demokratische System und vor allen Dingen unsere Wirtschaft und viele Institutionen brauchen Verlässlichkeit, nicht den Zufall einer Mehrheit."

+++ 21:55 Donald Tusk: In Polen freuen sich nur Idioten und Verräter über AfD-Triumph +++

Der polnische Regierungschef Donald Tusk schreibt auf X: "In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen". Nicht wenige davon hätten sich in den Oppositionsparteien Konfederacja und Recht und Gerechtigkeit (PiS) versammelt, so der liberalkonservative Politiker.

+++ 21:52 Daniel Günther: Erschütternder Moment für unser Land +++

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident und CDU-Landeschef Daniel Günther nennt den Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erschütternd. "Erstmals seit Ende des Zweiten Weltkrieges liegt mit der AfD eine Partei, deren Landesverband als gesichert rechtsextrem gilt, nahe an der absoluten Mehrheit", sagt Günther am Abend in Kiel. "Das ist ein erschütternder Moment für unser Land." Die Verluste für die CDU in Sachsen-Anhalt seien dramatisch. Alle demokratischen Parteien müssten sich fragen, warum ihnen so viel Misstrauen entgegengebracht werde, "und was sich ändern muss, um das Vertrauen wieder zurückzugewinnen". Kleine Korrekturen würden dafür nicht ausreichen.

+++ 21:25 Trump postet Hochrechnung aus Sachsen-Anhalt +++

US-Präsident Donald Trump hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf seinem Truth-Social-Account thematisiert. Gepostet wurde dort die Abbildung einer Hochrechnung mit Stand 19.57 Uhr deutscher Zeit. Trump kommentierte die Balken-Grafik nicht weiter. Der Post ist einer von sehr vielen vom Sonntagnachmittag (Ortszeit Ostküste USA). Unter anderem postete Trump ein Bild von ihm selbst, auf dem steht, er werde "als größter Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen".

+++ 21:16 Weidel nennt AfD-Regierung mit BSW "interessant" +++

Das BSW könnte der AfD in Sachsen-Anhalt nach den Vorstellungen von Parteichefin Alice Weidel an die Macht verhelfen. Es seien bereits Gespräche der AfD mit anderen Parteien vor der Wahl gelaufen, sagt Weidel den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Und natürlich ist ein Regierungs-Szenario mit dem BSW für uns als AfD sehr interessant." Genauso sei eine Minderheitsregierung "eine relevante Option für die AfD in Sachsen-Anhalt".

+++ 21:13 ZDF-Hochrechnung sieht BSW nun bei 5,0 Prozent +++

Laut aktueller ZDF-Hochrechnung liegt das BSW nun bei 5,0 Prozent und könnte damit den Einzug in den Landtag knapp schaffen. Zuvor stand die Partei bei etwas unter fünf Prozent. Mit dem BSW im Landtag sinkt die Wahrscheinlichkeit einer Alleinregierung der AfD.

+++ 20:54 Siegmund: Wahl ist "ein Zeichen für ganz Deutschland" +++

AfD-Spitzenkandidat Siegmund sieht mit der Wahl in Sachsen-Anhalt einen "Ruck durch ganz Deutschland" gehen. Man habe heute Abend in Interviews "bedröppelte Gesichter" gesehen, sagt er vor Anhängern in Magdeburg. "Aber heute Abend hat man doch gesehen: Es geht nicht nur um Sachsen-Anhalt. Es ist ein Zeichen für ganz Deutschland. Weil wir endlich (…) zu uns selbst gefunden haben, zu Deutschland gefunden haben", ruft er. "Und das ist ein selbstbewusstes Zeichen, was durch das ganze Land gehen wird!"

+++ 20:48 CSU warnt vor Abkehr von Reformpolitik +++

Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, Alexander Hoffmann, warnt die Koalition nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor einem Abweichen von ihrem Reformkurs. "Dieses schwierige Wahlergebnis ändert nichts am Reformbedarf unseres Landes", sagt Hoffmann der "Rheinischen Post". Zugleich spricht der CSU-Politiker von einem "ganz bitteren Wahlabend für die CDU in Sachsen-Anhalt, der uns auch in Berlin beschäftigen muss".

+++ 20:35 ARD sieht BSW über 5 Prozent +++

In der jüngsten Hochrechnung der ARD steht das BSW bei 5,1 Prozent und wäre damit im Landtag vertreten.

+++ 20:33 Pantisano nennt Chrupalla "die größte Flachzange" +++

Linken-Chef Luigi Pantisano bezeichnet AfD-Chef Tino Chrupalla in der ARD als "die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft". AfD-Chefin Alice Weidel hatte den Begriff unlängst mit Blick auf die Bundesregierung benutzt, der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hatte den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt "politisch" als Flachzange bezeichnet.

+++ 20:23 Junge Union fordert Rücktritt der Landesparteiführung +++

Nach den herben Verlusten bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt fordert der CDU-Nachwuchs in dem Bundesland den Rücktritt und eine Neuwahl der gesamten Landesparteiführung. "Vom Landesvorsitzenden bis zum gesamten Landesvorstand", heißt es in einem Beschluss des Landesvorstandes der Jungen Union Sachsen-Anhalt. "Nach einer Niederlage dieses Ausmaßes darf es kein bloßes 'Weiter so' geben."

+++ 20:18 Unionsfraktionsvize sieht "Regierungsbildungsauftrag" bei der AfD +++

Der aus Sachsen-Anhalt kommende CDU-Politiker Sepp Müller nennt das Wahlergebnis "einen schwarzen Tag" für die CDU. "Da helfen auch keine Floskeln, dass wir das in Gremien besprechen, dass wir das auswerten müssen", sagt Müller im ZDF und geht damit indirekt, aber deutlich auf Distanz zu Ministerpräsident Schulze (siehe Eintrag 19.03 Uhr). Es könne kein "Weiter so" geben, "weil es kein Weiter mit diesem Ergebnis gibt." Die CDU habe "keinen Regierungsbildungsauftrag, der liegt jetzt bei der AfD". Müller ist Fraktionsvize der Unionsfraktion im Bundestag.

+++ 20:13 Charlotte Knobloch entsetzt und kämpferisch +++

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, reagiert mit Entsetzen auf das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. "Dass Rechtsextreme in Deutschland in dieser Art wieder Wahlen gewinnen, das hätte ich mir in meinen schlimmsten Albträumen nicht vorstellen können", erklärt Knoblauch. Das Wahlresultat sei "ein Zeichen, dass die Statik der Demokratie in unserem Land nicht mehr funktioniert".

Zugleich zeigt Knobloch sie kämpferisch: "Wir dürfen - und ich will - dieses Land nicht verloren geben", so die 93-Jährige. Dafür müssten jedoch "die vielen echten Patrioten, die für Freiheit in Respekt und Toleranz brennen statt für völkischen Wahn, nach diesem Wahlsonntag aktiver werden".

"An Tagen wie diesem fällt es mir schwer, meine Heimat noch wiederzuerkennen", erklärt Knoblauch auch. "Und ich sage ganz offen: Das macht mir Angst."

+++ 20:03 Thierse: Ostdeutsche haben "Veränderungsabwehr" entwickelt +++

Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse verweist bei RTL/ntv auf eine ganze Reihe von Ursachen für das Wahlergebnis von Sachsen-Anhalt. Die Stimmung sei schlecht, die "Lage ist furchtbar". Ostdeutsche hätten generell eine "Veränderungserschöpfung, eine Veränderungsabwehr" entwickelt.

+++ 19:58 Keine absolute Mehrheit für AfD +++

Nach einer neuen Hochrechnung des ZDF kommt die AfD auf 44,4 Prozent. Damit würde die Partei die absolute Mehrheit im Landtag um einen Sitz verfehlen. Das BSW kommt nach den ZDF-Zahlen nicht über die 5-Prozent-Hürde. Die ARD sieht die Wagenknecht-Partei bei 5 Prozent. Eine absolute Mehrheit hat die AfD auch nach den Zahlen der ARD nicht, aber dort würde es für ein Bündnis aus AfD und BSW reichen.

+++ 19:45 Ökonom fordert wirtschaftlichen Kurswechsel +++

DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordert nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen wirtschaftlichen Kurswechsel der Bundesregierung. "Dieses Wahlergebnis ist vor allem ein Misstrauensvotum gegenüber der Bundesregierung", sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der Nachrichtenagentur Reuters. "Die einzig richtige Konsequenz für unsere Demokratie aus diesem Wahlergebnis kann nur bedeuten, dass die Bundesregierung einen Kurswechsel vollzieht und tiefgreifende, strukturelle Reformen bei Subventionen, Bürokratie, Steuern, Sozialsystem und Europa umsetzt." Fratzscher fordert eine Neuausrichtung. "Wir benötigen dringend einen Wandel in Deutschland mit Reformen, die um ein Vielfaches weitergehen als die Agenda-2010-Reformen vor 25 Jahren", sagt der Ökonom mit Blick auf die vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder durchgesetzten Reformen. "Ein Scheitern wird den Gewinn einer absoluten Mehrheit 2029 durch die AfD wahrscheinlicher machen", fügt er mit Blick auf die dann turnusmäßig anstehende Bundestagswahl hinzu.

+++ 19:42 CDU erreicht bei jungen Wählern 5 Prozent +++

Die CDU hat der Wahlanalyse der ARD zufolge vor allem bei den jungen Wählerinnen und Wählern schlecht abgeschnitten. Bei den 18- bis 24-Jährigen erhält die Partei von Ministerpräsident Schulze nur 5 Prozent der Stimmen. Die AfD ist auch in dieser Altersgruppe mit 42 Prozent die stärkste Partei. Auf Platz zwei liegt die Partei die Linke mit 17 Prozent, auf Platz drei die Grünen mit 13 Prozent.

+++ 19:32 CDU-Politiker: "Es gibt keine Schnittmengen mit der AfD" +++

Bei RTL/ntv sagt der CDU-Europapolitiker Dennis Radtke auf die Frage, ob die CDU jetzt auf AfD zugehen müsse, die AfD sei gegen Europa und gegen den Euro. Die CDU dagegen sei die Europapartei, sie sei "anti-Putin und pro-westlich". "Es gibt keine Schnittmengen mit der AfD."

+++ 19:29 Minderheitsregierung der AfD? Komplett unterschiedliche Signale aus der Partei +++

Aus der AfD kommen unterschiedliche Signale zu der Frage, ob sie in Sachsen-Anhalt eine Minderheitsregierung bilden solle. Spitzenkandidat Siegmund sagt im ZDF, es werde "keine Konstellationen geben mit Minderheitsregierung oder sowas". AfD-Co-Chef Chrupalla sagt dagegen: "Wenn es nicht reichen sollte am Ende des Abends (...), dann sind wir auch gesprächsbereit und werden allen die Hand ausstrecken, die es gut mit Sachsen-Anhalt meinen und auch mit Deutschland". "Man kann auch mit einer Minderheitsregierung toleriert werden, auch das ist ja eine Möglichkeit, ohne dass dann eine Koalition zustande gekommen ist."

+++ 19:24 Von Storch: Menschen haben "Schnauze voll" +++

Im Wahl-Talk bei RTL und ntv sagt die AfD-Politikerin Beatrix von Storch, das Wahlergebnis zeige, dass die Menschen "eine andere Politik haben" wollen und die "Schnauze voll" hätten. In Deutschland gebe es "zu viele fremde Menschen". Es reiche nicht, einzelne Köpfe auszutauschen. "Die Politik muss sich ändern."

Verfolgen Sie den Wahlabend live bei ntv.

+++ 19:19 Höcke empfiehlt Siegmund "Konsultationen" mit anderen Parteien +++

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke empfiehlt der Sachsen-Anhalt-AfD, den anderen Parteien "Konsultationen" anzubieten, um eine "Vertrauensbasis" zu schaffen. Zugleich sagt Höcke bei RTL/ntv, eine absolute Mehrheit "wäre am besten". Das Wahlergebnis mache ihn "froh und stolz".

+++ 19:07 Siegmund sieht "aktuell" keine möglichen Regierungspartner +++

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund freut sich bei RTL/ntv über ein "sehr schönes Ergebnis". Mit Blick auf den Regierungsauftrag gebe es "keinen Widerspruch" mit AfD-Chefin Weidel. Die AfD habe "natürlich" einen Regierungsauftrag erhalten. Die Hand in Richtung anderer Parteien "bleibt immer ausgestreckt". Allerdings sehe er aktuell keine "demokratische Kraft", mit der eine Zusammenarbeit möglich sei. Sollte es Parteien geben, mit denen sich "Grundpositionen" der AfD durchsetzen lassen, werde er mit diesen reden.

+++ 19:03 Sven Schulze weicht Brandmauer-Frage aus +++

Auf die Frage, ob er die Brandmauer hinterfragen müsse, sagt der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze im MDR, die CDU werde sich ab morgen, wenn das endgültige Ergebnis vorliege, mit diesem Wahlergebnis auseinandersetzen. "Das werden wir zuerst im (CDU-)Bundesvorstand machen, auch im (Bundes-)Präsidium." Für morgen Abend habe er den Landesvorstand der Sachsen-Anhalt CDU und die Kreisvorsitzenden eingeladen, am Dienstag treffe sich die neue CDU-Landtagsfraktion. In diesen Gremien werde man "viele Themen zu besprechen haben". Die Frage, ob die Brandmauer noch stehe, beantwortet Schulze ausweichend. Einer Zusammenarbeit mit der AfD habe er allerdings nicht das Wort geredet, betont er.

+++ 18:55 AfD streckt allen die Hand aus, sagt Chrupalla +++

Ulrich Siegmund werde auch "mit einer Stimme Mehrheit" regieren, sagt AfD-Bundeschef Tino Chrupalla im ZDF. Wenn es nicht zur absoluten Mehrheit reichen sollte, "dann sind wir auch gesprächsbereit". Die AfD werde allen die Hand ausstrecken, "die es gut mit Sachsen-Anhalt meinen".

+++ 18:52 Amthor nimmt den Kanzler in Schutz +++

Auf die Frage, ob die Union jetzt eine Diskussion über den Kanzler führen werde, sagt der CDU-Politiker Philipp Amthor in der ARD, "alle eindimensionalen Erklärungen für diese Verschiebungen des Parteiensystems greifen zu kurz". "Es ist ein demokratisches Wahlergebnis, ein bitteres Ergebnis auch für uns, aber für uns ist umso klarer, auch für mich ganz persönlich: Diese Stärke der AfD führt nicht dazu, dass wir unser Verhältnis zur AfD zu relativieren haben. Sondern es muss dazu führen, dass wir umso klarer dieser Politik entgegentreten."

+++ 18:46 Klingbeil kündigt Nachdenken über Reformkurs der Bundesregierung an +++

SPD-Chef Lars Klingbeil nennt das Ergebnis eine Zäsur. Es gebe "wahnsinnig viele Menschen" in Sachsen-Anhalt und in ganz Deutschland, die jetzt Angst und große Sorge hätten. Die SPD werde alles dafür tun, dass diese Menschen weiter sicher in Deutschland leben können "und unser Land ein weltoffenes Land bleibt". Das Ergebnis sei "auch ein Signal an Berlin" und ein Grund, über den Reformkurs nachzudenken. "Seien Sie sicher, das werden wir auch tun."

+++ 18:42 AfD mobilisiert 250.000 Nichtwähler +++

Nach Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF hat die AfD vor allem bisherige Nichtwähler mobilisieren können. Von den Wählern, die heute AfD gewählt haben, haben 42 Prozent bei der Landtagswahl 2021 nicht gewählt. 29 Prozent haben schon vor fünf Jahren die AfD gewählt, 15 Prozent die CDU, 4 Prozent die FDP und 10 Prozent eine andere Partei. In absoluten Zahlen hat die AfD der Forschungsgruppe Wahlen zufolge 250.000 ehemalige Nichtwähler zur Wahl bewegt.

+++ 18:35 Hochrechnung sieht keine absolute Mehrheit für die AfD +++

Die AfD kommt nach der ersten Hochrechnung des ZDF auf 44,1 Prozent. Die CDU stürzt demnach auf 18,5 Prozent ab. Die Linke kommt auf 9,2 Prozent, die SPD auf 8,8 und die Grünen auf 8,7 Prozent. Das BSW liegt bei 4,8 Prozent.

+++ 18:32 CDU: Keine Zusammenarbeit mit Extremisten +++

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann sieht die Verantwortung für das Wahlergebnis nicht allein bei der Bundesregierung. Bei RTL/ntv sagt sie, viele verschiedene Faktoren seien für das Ergebnis verantwortlich. Auf eine Frage zur Brandmauer sagt Hoppermann, die Unvereinbarkeitbeschlüsse entsprächen einer "tiefen inhaltlichen Überzeugung" der CDU. "Wir machen keine Zusammenarbeit mit Extremisten."

+++ 18:27 Schulze nennt das Wahlergebnis ein "Zeichen" +++

CDU-Spitzenkandidat gratuliert der AfD zum Wahlsieg und räumt die Niederlage ein. "Wir werden als CDU mit dem Ergebnis umgehen müssen." Der Wahlkampf sei hart gewesen, einen solchen "Wahlkampf, den gab es vorher noch nicht", sagt Schulze. Ein schwarzer Tag für die Demokratie sei dies aber nicht. Die Menschen hätten ein Zeichen gesetzt, nun komme es darauf an, dieses Zeichen zu erkennen.

+++ 18:23 Weidel bietet CDU Zusammenarbeit an +++

Bei RTL/ntv sagt AfD-Chefin Weidel, die CDU habe eine "historische Niederlage" eingefahren. Die AfD habe vom Wähler den Regierungsauftrag bekommen. Sollte es nicht zur absoluten Mehrheit reichen, biete die AfD der CDU eine Zusammenarbeit an.

+++ 18:20 Erste Rücktrittsforderungen aus CDU gegen Sven Schulze +++

In der CDU Sachsen-Anhalt werden nach dem desaströsen Ergebnis Rücktrittsforderungen gegen Spitzenkandidat Sven Schulze laut. Die ehemalige Bildungsministerin und CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner sagte dem "Stern": "Wenn ihm dieses Land am Herzen liegt, muss Sven Schulze Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten. Das geht gar nicht anders."

Ähnlich äußert sich der Stadtratsvorsitzende von Merseburg und langjährige Kreischef des Saalekreises, Michael Hayn. "Ich habe es schlimm erwartet, aber dass es so schlimm kommt, habe ich nicht gedacht", sagt Hayn dem "Stern". "Das ist eine Katastrophe." Man dürfe die Schuld nicht auf andere schieben. "Wir müssen vor unserer eigenen Tür kehren."

+++ 18:17 Linke: Schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt +++

Linken-Spitzenkandidatin Eva von Angern sagt im MDR, dies sei ein "schwarzer Tag für Sachsen-Anhalt". Auf die Frage, ob sie mit der CDU zusammenarbeiten würde, sagt sie, die Linke habe schon vor der Wahl gesagt, sie wolle die Demokratie verteidigen, weil sie Minderheiten schütze. "Uns allen muss bewusst sein, dass wir vor einer großen Aufgabe stehen."

+++ 18:10 CDU-Politikerin Warken nennt Ergebnis "Zäsur" +++

Kanzleramtsministerin Nina Warken sagt, das Ergebnis sei "eine Zäsur" für die CDU. "Das ist sicher ein Ergebnis, das uns trifft", so die CDU-Politikerin im ZDF. Den Reformkurs werde die Regierung fortsetzen. Dies sei allerdings nicht einfach. Der Abend zeige, dass es der Bundesregierung bislang nicht ausreichend gelinge, die Menschen zu erreichen.

+++ 18:06 AfD-Chefin Weidel sieht Regierungsauftrag für ihre Partei +++

"Das ist ein historisches Ergebnis", sagt Alice Weidel im ZDF. "Mal schauen, was der Abend noch bringt." Das Ergebnis sei "ein klarer Regierungsauftrag". In welcher Form die AfD in Sachsen-Anhalt regieren werde, "durch eine Tolerierung oder durch eine Koalition, das wird sich einfach noch zeigen", fügt sie hinzu.

+++ 18:00 AfD bei 44 Prozent, CDU 18,5 Prozent +++

Die erste Prognose des ZDF sieht die AfD bei 44 Prozent. Die CDU steht bei 18,5 Prozent, die Linke bei 9 Prozent. Die AfD hätte damit 41 Sitze im Landtag von Sachsen-Anhalt. Die absolute Mehrheit liegt bei 42 Sitzen. Auf 42 Sitze kommen CDU, Linke, SPD und Grüne zusammen. Das BSW muss um den Einzug in den Landtag zittern. Die Wahlbeteiligung liegt bei 80 Prozent - die höchste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

+++ 17:45 Noch 15 Minuten bis zu den ersten Prognosen +++

Um 18.00 Uhr liegen die ersten Prognosen für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor. Verfolgen Sie den Wahlabend live bei ntv.

+++ 17:25 Polizei mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz +++

Die Polizei ist am Wahltag mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz. Auch Unterstützung aus anderen Bundesländern wurde angefordert. Das Bild zeigt Polizeiwagen am Magdeburger Hauptbahnhof. Laut MDR ist die Polizei für die Zeit nach 18.00 Uhr auf "verschiedenste Szenarien" vorbereitet. Um 18.00 Uhr schließen die Wahllokale, dann werden erste Prognosen veröffentlicht.

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(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 17:12 Auch die Grünen haben eine Schwalbe +++

Eine grüne Schwalbe steht vor Beginn der Wahlparty von Bündnis 90/Die Grünen in der "Festung Mark" in Magdeburg vor der Bühne. Mit dem Kult-Moped aus der DDR hat auch die AfD Wahlkampf gemacht - natürlich in Blau.

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(Foto: picture alliance/dpa)

+++ 16:35 Sehr hohe Wahlbeteiligung bis zum späten Nachmittag +++

In Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Bis 16.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 65,3 Prozent, wie Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilt. 2021 betrug die Beteiligung an der Wahl zum gleichen Zeitpunkt 41 Prozent - insgesamt lag sie damals bei 60,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung wird vor Schließung der Wahllokale noch ohne Briefwahl festgestellt.

+++ 16:29 Demos auf dem Domplatz und am Hauptbahnhof in Magdeburg gehen los +++

Am Magdeburger Hauptbahnhof haben sich ein paar Personen zu einer Demo versammelt. Hier sollte eine Kundgebung unter dem Titel "Kein Morgen den Faschisten!" stattfinden. Parallel findet auf dem Domplatz eine Demonstration von Greenpeace, der DGB-Jugend und dem Bündnis Solidarisches Magdeburg statt.

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(Foto: picture alliance / dts-Agentur)

+++ 16:00 In Sachsen-Anhalt verschwindet ein ganzer Stadtteil +++

Teile von Sachsen-Anhalt haben auch mit einem massiven Bevölkerungsschwund zu kämpfen, auch das ist Thema im Landtagswahlkampf. In Wolfen-Nord, einem Stadtteil von Bitterfeld-Wolfen, sind von 35.000 Menschen noch 5000 übrig. Viele Industriearbeitsplätze sind verloren gegangen, ganze Straßenzüge werden abgerissen.

+++ 15:29 Polizei-Hundertschaften müssen am Wahltag bisher nicht eingreifen +++

Die Lage in Sachsen-Anhalt ist am Wahltag bislang ruhig. Das berichtet der MDR unter Verweis auf die Lagezentren der Polizei in dem Bundesland. Am Samstag hatte es noch größere Demonstrationen sowohl in Magdeburg als auch in Halle (Saale) gegeben. Um die Landtagswahl abzusichern, sind auch Hundertschaften aus anderen Bundesländern im Einsatz. Darunter Beamte aus Hamburg, Schleswig-Holstein, dem Saarland, Hessen, Bayern und Thüringen.

+++ 14:47 Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung um 14 Uhr doppelt so hoch wie 2021 +++

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 14 Uhr lag sie bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Das war ein doppelt so hoher Wert wie bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 14 Uhr erst 27,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Die Zahl beruht auf stichprobenartigen Rückmeldungen aus den repräsentativen Urnenwahlbezirken, wie die Landeswahlleiterin erklärte. Die Briefwahl ist noch nicht eingerechnet. Erste Prognosen gibt es mit Schließung der Wahllokale um 18 Uhr.

+++ 14:18 Rechtsextreme fordern zur Kontrolle von Auszählungen auf +++

In Sachsen-Anhalt ruft der rechtsextreme Verein "Ein Prozent" dazu auf, die Auszählung der Landtagswahl in den Wahllokalen zu kontrollieren. Man wolle "den Etablierten auf die Finger schauen", heißt es in einer Ankündigung. Auf einer entsprechenden Website wird dafür geworben, sich für einzelne Wahllokale einzutragen. Dies geschah unter anderem für Wahllokale in Behrendorf, Büttnershof, Königsmark, Meseberg, Seehausen, Geestgottberg, Gollensdorf, Aulosen, Havelberg, Tangermünde, Steinfeld, Uchtspringe, Windberge. Unabhängig von dem rechtsextremen Aufruf ist die Auszählung der Wahl für Bürger zugänglich, solange dabei der Prozess selbst nicht behindert wird.

+++ 13:44 Alexander Prinz: "Sollten Worte wie Heimat und Stolz nicht kapern lassen" +++

+++ 13:14 Hohe Nachfrage nach der Briefwahl +++

Bei der Landtagswahl stimmen viele Wahlberechtigte per Brief ab. Allein im Landkreis Anhalt-Bitterfeld haben mehr als 27.000 Menschen die entsprechenden Unterlagen angefordert. Das sind nach Angaben des stellvertretenden Kreiswahlleiters rund ein Fünftel der Wahlberechtigten. Bereits vor knapp zwei Wochen seien rund 50 Prozent der Unterlagen in den Briefwahllokalen angekommen, sagte er der "Mitteldeutschen Zeitung". In den drei Wahlbereichen 22, 23 und 28 im Landkreis Anhalt-Bitterfeld sind 133.482 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen.

Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.

+++ 12:42 Wahlbeteiligung bis 12 Uhr deutlich höher als 2021 +++

Die Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt dürfte deutlich höher ausfallen als bei der letzten Landtagswahl vor fünf Jahren. Laut der Landeswahlleiterin gaben bis 12 Uhr bereits 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2021 lag der Wert um 12 Uhr bei 22,4 Prozent. Erste Prognosen werden mit der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr erwartet.

Ähnlich war die Wahlbeteiligung zuletzt war beinahe 30 Jahren: 1998 lag sie bis 12 Uhr bei 35,7 Prozent. Auffällig niedrig war die Wahlbeteiligung acht Jahre später. 2006 lag sie bei nur 12,5 Prozent.

+++ 12:16 Den Grünen winkt ein Direktmandat in Halle +++

Die Grünen kämpfen bei der Landtagswahl mit der Fünf-Prozent-Hürde. Doch selbst, wenn die Partei scheitert, könnte sie im neu gewählten Landtag vertreten sein: Laut dem Wahlforschungsprojekt zweitstimme.org stehen die Chancen bei 59 Prozent, dass Wolfgang Aldag ein Direktmandat für die Grünen im Wahlkreis 37 Halle III gewinnen könnte.

Auch der CDU winkt demzufolge im Wahlkreis 11 Magdeburg II ein Direktmandat: Laut Prognose hat CDU-Kandidat Tobias Krull eine Siegwahrscheinlichkeit von 45 Prozent. Der AfD-Kandidat Hagen Kohl gewinnt den Wahlkreis zu 43 Prozent. In allen anderen Wahlkreisen liegen die AfD-Kandidaten vorn. 

zweitstimme.org wertet für die Angaben aktuelle Umfragen, strukturelle Faktoren oder auch vorherige Wahlergebnisse aus und kombiniert die Daten in einem Prognosemodell - mit Punktschätzung, Unsicherheitsintervall und Szenario-Wahrscheinlichkeiten.

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Wolfgang Aldag (r.) ist bisher Sprecher für Klima-, Natur- und Umweltschutz der Landtagsfraktion der Grünen in Sachsen-Anhalt. (Foto: picture alliance/dpa)

+++ 11:48 Magdeburger wählen auch in einer Kneipe +++

Magdeburg setzt eine langjährige Tradition fort: Wahllokal 2609 befindet sich in einer Kneipe. Die Gaststätte "Zum Lindenweiler" im Stadtteil Magdeburg-Stadtfeld-West liegt im gleichnamigen Wohngebiet und war schon mehrfach bei Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen Gastgeber für die Stimmangabe.

+++ 11:35 Schulze gibt seine Stimme ab +++

Der Ministerpräsident erfüllt seine Pflicht. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze hat am Vormittag in seinem Wohnort Magdeburg zusammen mit seiner Ehefrau Kati seine Stimme abgegeben - mit deutlich weniger Publikum als AfD-Spitzenkandidat Siegmund in Tangermünde. "Dann warten wir mal ab", sagte Schulze nach der Stimmabgabe kurz und knapp. Er hoffe auf eine hohe Wahlbeteiligung.

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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze mit seiner Ehefrau Kati an der Wahlurne. (Foto: picture alliance / dts-Agentur)

+++ 11:03 Diese Siegmund-Vertrauten waren in Neonazi-Gruppen aktiv +++

+++ 10:44 Wagenknecht ruft zur Abwahl von Schulze und auch Merz auf +++

Das BSW muss laut Umfragen um den Einzug in den Magdeburger Landtag bangen. Zuletzt kam die Partei auf vier Prozent der Stimmen und würde an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Parteigründerin und Namensgeberin Sahra Wagenknecht versucht auf X, versucht, die fehlenden Stimmen zu mobilisieren - mit Friedrich Merz. In einem Video spricht Wagenknecht von einem "historischen Tag". Ihr zufolge kann bei der Wahl in Sachsen-Anhalt mit einer Niederlage von Ministerpräsident Sven Schulze das Ende von Merz' Kanzlerschaft eingeleitet werden: "Damit die geplante Brandmauerkoalition von CDU bis Linke keine Mehrheit bekommt, muss das BSW in den Landtag einziehen", heißt es im Begleittext des Videos.

Wagenknecht und die Reste ihrer Partei setzen sich in Sachsen-Anhalt für einen "überparteilichen Ministerpräsidenten" ein: Sie bieten sich der AfD als Mehrheitsbeschaffer im Landtag an, sollten sie ins Parlament einziehen.

+++ 10:25 Euphorischer Siegmund gibt in Tangermünde Stimme ab +++

Ulrich Siegmund geht wählen. Der AfD-Spitzenkandidat kam um 10.22 Uhr mit seiner Ehefrau Julia auf einer blauen Schwalbe an seinem Wahllokal in Tangermünde an, um seine Stimme abzugeben. Bei seiner Ankunft begrüßte Siegmund die Menschenmenge und sprach euphorisch von seinem Weg in die Staatskanzlei. Das Interesse war nicht nur bei AfD-Anhängern enorm. Mehr als 70 Medienvertreter haben sich für den Termin angemeldet. Unter ihnen waren auch Reporter von US-Medien wie CNN.

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Das Wahllokal von Ulrich Siegmund in Tangermünde. (Foto: picture alliance/dpa)
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Die Euphorie ist groß: Ulrich Siegmund sieht sich auf dem Weg in die Staatskanzlei. (Foto: picture alliance/dpa)

+++ 10:13 Zu diesen Zeiten kommen die Wahlzahlen +++

Erste Wahlzahlen trudeln am Mittag ein. Die Landeswahlleitung möchte um 12, 14 und 16 Uhr die vorläufige Wahlbeteiligung bekannt geben. Die Auszählung beginnt, sobald die Wahllokale um 18 Uhr schließen. Mit ​ersten Zwischenergebnissen für die Wahlkreise wird ab 19 Uhr gerechnet. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis in der Nacht bzw. am frühen Montagmorgen.

Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.

+++ 09:31 Das sind die Machtoptionen von Schulze und Siegmund +++

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund peilt einen so deutlichen Wahlsieg an, dass er anschließend ohne Koalitionspartner regieren kann. Falls er die absolute Mehrheit verfehlt, will er sich im neuen Landtag nicht zur Wahl des Ministerpräsidenten stellen. Siegmund schließt jede Koalition mit anderen Parteien aus.

Ministerpräsident Sven Schulze wird ohne Überraschung der große Wahlverlierer des Abends sein, dennoch könnte er die nächste Regierung anführen. Sollten es die Grünen in den Magdeburger Landtag schaffen, wäre ein Dreier-Bündnis mit CDU und SPD denkbar, das von der Linken geduldet wird. Wie er für eine schwarz-rot-grüne Minderheitsregierung Mehrheiten organisieren würde, ließ Schulze offen. Er hat angekündigt, dass er auf keinen Fall Minister von AfD und Linken ins Kabinett berufen oder Koalitionen mit diesen beiden Parteien bilden werde. Hintergrund ist der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, der eine formelle Zusammenarbeit mit AfD und Linken untersagt.

+++ 09:20 Guerilla-Aktion am Wahlmorgen: Kampagne wirbt für taktisches Wählen +++

Welche Partei sollen die Menschen wählen? Die Initiative "Taktisch Wählen" sagt: eine, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnte. Sie hat am Morgen auf der Giebichenstein-Brücke in Halle ein großes Transparent ausgerollt, um für ihr Vorhaben zu werben. Die Initiative möchte auf diese Weise eine Alleinregierung der AfD verhindern. Hintergrund ist das Wahlrecht: Die Stimmen der Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, werden bei der Sitzvergabe im Landtag nicht berücksichtigt. Sie verfallen.

+++ 09:12 Drei Szenarien für Sachsen-Anhalt, aber kein gutes +++

Welche Szenarien sind nach der Wahl denkbar? Drei, analysiert Sebastian Huld:

  1. Sieg für Siegmund,

  2. der Wahlverlierer regiert,

  3. die Querfront übernimmt.

+++ 08:38 Bevölkerung schrumpft: 100.000 Wahlberechtigte weniger als 2021 +++  

In Sachsen-Anhalt leben derzeit rund 2,12 Millionen Menschen, das sind 2,51 Prozent der deutschen Bevölkerung. 1,69 Millionen Wählerinnen und Wähler dürfen bei der Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Das sind rund 100.000 Menschen weniger als bei der Wahl 2021. Dieser Trend hat seit Jahren Bestand: Sachsen-Anhalt hatte nach der Wiedervereinigung mit schweren sozialen Verwerfungen zu kämpfen, die Bevölkerung schrumpft seit Jahrzehnten massiv und überaltert immer mehr.

Exemplarisch für diese Entwicklung steht der Landkreis Mansfeld-Südharz. Der Landkreis hat seit der Wende ein Drittel seiner Einwohner verloren. 2020 waren dort knapp 134.000 Menschen zu Hause, 2040 werden es Schätzungen zufolge nur noch 105.000 sein. Laut der Bertelsmann-Stiftung ist Mansfeld-Südharz der älteste Landkreis Deutschlands.

Programm-Tipp: RTL und ntv begleiten den Wahlabend ab 17.45 Uhr mit einer gemeinsamen Sondersendung mit Hochrechnungen, Live-Statements und Einschätzungen. ntv.de zeigt die Sendung im Livestream.

+++ 08:30 Video: Siegmund gibt sich im Wahlkampf-Endspurt siegessicher +++

+++ 08:20 So sah die letzte Umfrage vor der Wahl aus +++

Die besten Aussichten auf den Wahlsieg hat die AfD. Sie kam in der letzten Umfrage vor der Wahl auf 41 Prozent der Stimmen. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze lag in der ZDF-Umfrage vom Donnerstag bei 23 Prozent. Auf Platz drei folgte die Linke mit 11,5 Prozent. Auch SPD (8,5) und Grüne (6) würden den Sprung in den Landtag schaffen. Das BSW und die FDP würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

Sachsen-Anhalt wird aktuell von einem Bündnis aus CDU, SPD und FDP regiert. Schulze will Ministerpräsident bleiben. Für ihn wird sich die Frage nach möglichen Partnern stellen. Die AfD um ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund hofft auf einen möglichst deutlichen Sieg, der zur absoluten Mehrheit im Magdeburger Landtag und somit zur Alleinregierung reicht.

+++ 08:00 Wahllokale öffnen: Wird Ulrich Siegmund erster AfD-Ministerpräsident? +++

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt beginnt. Um 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger können bis 18 Uhr ihre Stimme abgeben. Anschließend beginnt die Auszählung. Die Landeswahlleiterin rechnet mit einem vorläufigen Endergebnis am frühen Montagmorgen.

Die Wählerinnen und Wähler entscheiden bei der Wahl über die Zusammensetzung des neuen Landtags in Magdeburg. Auf dem Stimmzettel können zwei Kreuze gesetzt werden: mit der Erststimme wird der Direktkandidat gewählt, mit der Zweitstimme eine Partei. Das Parlament wird später wiederum den Ministerpräsidenten wählen.

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AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wird die Wahl höchstwahrscheinlich gewinnen. Unklar ist, ob er auch erster Ministerpräsident der in Teilen verfassungsfeindlichen Partei wird. (Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen)