Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 18:41 Metro reagiert auf Zwangsverwaltung seines Russlands-Geschäfts +++

28.09.2026, 00:01 Uhr

Der deutsche Lebensmittelgroßhändler Metro ist bis auf Weiteres mit dem Verlust seiner Vermögenswerte in Russland konfrontiert. Die Metro AG erklärt, dass man keine operative Kontrolle mehr über Metro Russland habe. Das Eigentum an Metro Russland bleibe aber formal bei der Metro AG. Das Unternehmen sprach ebenfalls von einer "vorübergehenden Zwangsverwaltung". Zuvor ließ der russische Präsident Wladimir Putin das Russlands-Geschäft des Großhändlers unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Die russische Metro-Tochter teilt mit, der Betrieb laufe normal weiter und alle Verpflichtungen gegenüber Kunden würden erfüllt. Metro beschäftigt in Russland rund 9000 Menschen und betreibt 91 Märkte. Metro hatte dort in der Vergangenheit Milliardenumsätze eingefahren.  

+++ 18:06 Kiews Nationale Akademie brennt nach russischem Drohnenangriff +++

Die Nationale Akademie der Wissenschaften der Ukraine wird zum Ziel einer russischen Drohnenattacke. Das Gebäude mitten in Kiew steht in Flammen. Menschen klettern im zweiten Stock aus den Fenstern, um sich vor dem schwarzen Rauch in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten gibt es ein Todesopfer und sechs Verletzte. Das etwa 150 Meter entfernt gelegene Gebäude der deutschen Botschaft bleibt unbeschädigt. "Die Angehörigen der Botschaft sind alle unversehrt geblieben", teilt die Vertretung der Bundesrepublik mit. Die Botschaft sei weiter arbeitsfähig. Die Sicherheitsmaßnahmen würden jedoch insbesondere nach derartigen Treffern überprüft.

+++ 17:54 Kreml-Propagandist zu Haft in Estland verurteilt +++

Estlands Medien bezeichneten ihn einmal als einflussreichsten Propagandisten im Land, der für den Kreml arbeitet. Der 52 Jahre alte Mann ist nun von einem Gericht in Estland zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Zur Last gelegt werden ihm gewaltlose Handlungen eines Ausländers gegen die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität des Staates. Zudem wird er wiederholten Verstößen gegen internationale Sanktionen für schuldig befunden. Laut Anklage war der Mann seit Mai 2022 an Desinformationskampagnen gegen Estland beteiligt. Dazu habe er in Kontakt mit verschiedenen russischen Institutionen und Personen gestanden, die an Einflussaktivitäten beteiligt waren. Dies umfasste die Erstellung und Verbreitung von Narrativen, die Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine rechtfertigten, Falschbehauptungen und Angstmacherei - besonders über einen YouTube-Kanal. Ziel der Aktivitäten sei unter anderem gewesen, die estnische Gesellschaft zu spalten und die Unterstützung für die Nato und die EU zu schwächen, heißt es in der Gerichtsmitteilung. Weiter soll er Sanktionen unterliegende russische Fernsehprogramme und Inhalte in Estland verbreitet haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

+++ 17:28 Klinik in Kiew brennt: mehrere Verletzte +++

Bei einer Serie russischer Angriffe auf Kiew ist nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen worden. "Derzeit versuchen die Rettungskräfte, den Brand schnellstmöglich zu löschen", schreibt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf Telegram. Die private Klinikkette Dobrobut spricht von mindestens sieben Menschen seien verletzt, darunter sechs Mitarbeiter. Mehrere Stockwerke der Einrichtung stünden in Brand, heißt es. Eine Druckwelle habe die Fensterscheiben zum Innenhof vom ersten bis zum dritten Stock zerstört. Von der Klinikkette veröffentliche Videos zeigen ein brennendes Gebäude und verqualmte Gänge. Kurz zuvor war das Gebäude der Akademie der Wissenschaften in Kiew getroffen worden und in Brand geraten. Nach Selenskyjs Angaben gab es dabei ein Todesopfer und sechs Verletzte.  

+++ 16:55 Balten-Staaten verhängen eigene Sanktionen gegen russische Oligarchen +++

Nach der Streichung der Russen Alischer Usmanow und Michail Fridman von der EU-Sanktionsliste verhängen die baltischen Staaten eigene Strafmaßnahmen gegen die Oligarchen. Usmanow und Fridman seien auf die Liste unerwünschter Personen gesetzt worden, sagt ein Sprecher der litauischen Einwanderungsbehörde. Lettland erließ Finanzsanktionen und Einreisebeschränkungen gegen die beiden Oligarchen, wie der Sender LSM berichtet. Estland hatte bereits letzte Woche nationale Strafmaßnahmen beschlossen. "Oligarchen sind Teil der russischen Kriegsmaschine", sagt Litauens Regierungschef Mindaugas Sinkevicius. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass sie sich "in Europa wohlfühlen, während Ukrainer getötet werden".  Brüssel warf ihnen vor, mit ihren Unternehmen bedeutende Einnahmen für den Kreml zu generieren. Usmanow und Fridman standen seit 2022 auf der Sanktionsliste, bis die Slowakei und Frankreich nach langem Streit in der EU die Streichung erreichten.  

+++ 16:52 Metros Russland-Geschäft unter Moskaus Verwaltung gestellt +++

Die russischen Behörden stellen das Russland-Geschäft des deutschen Handelskonzerns Metro unter ihre Verwaltung. Sämtliche Vermögenswerte würden unter "temporäre Verwaltung" an das russische Unternehmen UK Torg RUS übertragen, heißt es in einem Dekret des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Gründe nennt das Dekret nicht. Moskau hatte zuletzt die Russland-Geschäfte mehrerer Konzerne unter russische Verwaltung gestellt, die mit Ländern in Verbindung stehen, die die Ukraine unterstützen. Jüngste Beispiele sind der schweizerische Lebensmittelhersteller Nestlé und die französische Warenhauskette Auchan. Das deutsche Metro war anders als zahlreiche andere westliche Unternehmen nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Land geblieben. Metro tue dies aus Rücksicht auf Mitarbeiter und Kunden, hatte der Konzern immer wieder erklärt. Metro hat noch 91 Märkte in Russland. Mehr dazu hier.

+++ 16:40 Ukrainische Kinder verschleppt: Auch Nordkoreas Kinderferienlager landet auf EU-Sanktionsliste +++

Die EU verhängt Sanktionen gegen weitere russische Organisationen und Verantwortliche wegen der Verschleppung ukrainischer Kinder. Die Mitgliedstaaten einigen sich darauf, insgesamt 27 Menschen und Einrichtungen auf die Sanktionsliste zu setzen, die sie "verantwortlich für die systematische rechtswidrige Deportation und gewaltsame Überführung ukrainischer Kinder" machen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Februar 2022 soll Moskau rund 20.000 Kinder aus den besetzten Gebieten in der Ukraine entführt haben. Die Sanktionen richten sich unter anderem gegen das Tourismuskomitee Moskaus sowie zwei russische Unternehmen im Bereich Kinderfreizeit. Auf die Sanktionsliste wurde auch das staatliche Internationale Kinderferienlager Songdowon in Nordkorea gesetzt. Die Einrichtung beteilige sich an der "Überführung ukrainischer Kinder aus vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine", erklärt der Rat der EU. 

+++ 15:56 Lawrow provoziert Wadephul mit Pamphlet - der bleibt eiskalt +++

Beim Treffen zwischen Außenminister Wadephul und seinem russischen Amtskollegen Lawrow legt Russlands Delegation ein Papier auf den Tisch, das die Gräueltaten von Butscha leugnet. Der deutsche Außenminister deckt es demonstrativ ab. Moskaus Sprecherin findet dafür später spöttische Worte.

+++ 15:34 EU bestraft Russlands oberste Richter +++

Die Europäische Union verhängt nach der Parlamentswahl in Russland Sanktionen gegen zehn Verantwortliche für den Ausschluss der Anti-Kriegspartei Jabloko. Das gibt der Rat der Mitgliedsstaaten bekannt. Betroffen sind unter anderem drei Richter des Obersten Gerichtshofs in Moskau sowie ein Beamter der Generalstaatsanwaltschaft. Die Strafmaßnahmen umfassen Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten. Zudem dürfen den Betroffenen keine Gelder oder andere wirtschaftlichen Ressourcen mehr bereitgestellt werden. In einer Erklärung heißt es, die Wahl zur Staatsduma habe den anhaltenden Abbau der Demokratie in Russland deutlich gemacht. Die russischen Behörden hätten die systematische und institutionalisierte Repression im Inland wie auch über die Landesgrenzen hinweg weiter verstärkt, um demokratische Oppositionskräfte daran zu hindern, den Status quo infrage zu stellen. 

+++ 14:57 Ukraine: In 24 Stunden mehr Soldaten ausgeschaltet als an fast jedem anderen Kriegstag +++

Die russischen Verluste in der Ukraine weiten sich aus. Ukrainischen Schätzungen zufolge lag die Zahl der in den zurückliegenden 24 Stunden verwundeten oder getöteten russischen Soldaten bei 2090. In den Daten des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist das der zweithöchste Tageswert seit Kriegsbeginn. Lediglich während der Kämpfe im Winter 2024/25 lag diese Anzahl kurzzeitig höher. Am 19. Dezember 2024 - auf dem Höhepunkt der russischen Winteroffensive rund um Welyki Nowosilka hatte der Generalstab in Kiew eine Tagessumme von 2200 getöteten oder verwundeten russischen Soldaten gemeldet. 

+++ 14:30 Bundesregierung und Kallas überzeugt, dass Russland keinen Frieden schließen will +++

Die ersten direkten Gespräche zwischen Deutschland und Russland seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine haben nach Ansicht der Bundesregierung und der EU gezeigt, dass Russland kein Interesse an Friedensverhandlungen hat. Die Positionen seien "meilenweit" voneinander entfernt gewesen, sagt ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Das Treffen habe die Einschätzung der Bundesregierung bestätigt, dass Moskau weiterhin nicht zu ernsthaften Verhandlungen über einen Waffenstillstand oder ein Ende des Krieges bereit sei. Auch die EU-Außenbeauftragte Kallas erklärt, die Reaktion des russischen Außenministers Lawrows auf das Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Wadephul zeige, dass Russland nicht an Frieden interessiert sei. Lawrow sagte auf Pressekonferenz, er habe nichts Neues erfahren, Wadephul hätte ihn ebenso gut anrufen können. 

++ 14:00 Streit zwischen Südkorea und der Ukraine spitzt sich zu +++

Im Streit wegen der Überstellung zweier nordkoreanischer Kriegsgefangener stellt das südkoreanische Außenministerium den Geschäftsträger der ukrainischen Botschaft in Seoul ein. Südkorea wirft der Ukraine vor, eine Vereinbarung über die vertrauliche Behandlung der Überstellung gebrochen zu haben (siehe auch Eintrag von 05:55 Uhr). Die ukrainische Darstellung, wonach es keine solche Vereinbarung gegeben habe, untergrabe "ernsthaft das Vertrauen zwischen den beiden Regierungen" und gefährde die freundschaftlichen Beziehungen, erklärt Vize-Außenminister Park Yoon Joo. Er fordert von der ukrainischen Regierung eine offizielle Erklärung und Entschuldigung.

+++ 13:31 Was steckt hinter Lawrow-Treffen? Wadephul hat "Russland einen roten Teppich ausgerollt" +++

Außenminister Johann Wadephul sucht überraschend das Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Politikanalystin Oksana Huss hinterfragt den Sinn der Kontaktaufnahme und vermutet innenpolitische Absichten.

+++ 13:03 Teile der Bevölkerung Kiews sollen über das zeitweise Verlassen der Stadt nachdenken +++

Der ukrainische Ministerpräsident Sergej Korezki erklärt laut Ukrainska Prawda im Fernsehen, dass ein Teil der Einwohner Kiews bereits jetzt über eine alternative Unterkunft für den Winter nachdenken solle. Er betont, dass es dabei in erster Linie um mobilitätseingeschränkte Menschen und Menschen mit Behinderungen gehe. "Für solche Menschen wäre es wahrscheinlich sinnvoll, für die Winterzeit einen alternativen Aufenthaltsort zu finden", so Korezki.

+++ 12:23 Ukraine greift russische Ölanlagen, Rüstungsfabriken und eine Brücke an +++

Das ukrainische Militär hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Angriffe auf russisches Gebiet fortgesetzt. Ziel seien Ölanlagen in der Region Krasnodar gewesen sowie zwei Rüstungsfabriken in den Regionen Tula und Woronesch. Der geschäftsführende Gouverneur von Brjansk teilt zudem mit, dass in der russischen Grenzregion Bahninfrastruktur mit ukrainischen Drohnen angegriffen worden sei. Dabei sei eine Bahnbrücke teilweise eingestürzt. Fast 30 Waggons seien entgleist. Verletzt worden sei niemand.

+++ 11:46 "In noch größerer Zahl tot umfallen" - Top-Kommandeur geht von russischer Mobilisierungswelle aus +++

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, geht davon aus, dass es eine neue Mobilisierung in Russland geben wird, um die derzeitige Pattsituation auf dem Schlachtfeld zu durchbrechen. Dem Telegraph sagt Browdi, er schätze, dass in den kommenden Monaten etwa 300.000 Soldaten eintreffen werden, um den Rest des Donbass zu erobern. "Putin wird seine Leibeigenen an die Front schicken, und sie werden in noch größerer Zahl als jetzt tot umfallen", sagt er. Helfen sollen den Ukrainern dabei Bäume und Sträucher, die aufgrund des Winters ihre Blätter verlieren und dadurch weniger Möglichkeiten zur Deckung bieten.

+++ 11:15 Kiesewetter warnt vor deutschem Alleingang gegenüber Moskau +++

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter warnt nach dem Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow vor einem deutschen Alleingang gegenüber Moskau. "Es kommt sehr stark darauf an, wie die Länder zwischen Deutschland und Russland dieses Gespräch wahrnehmen", sagt Kiesewetter im Politico Berlin Playbook Podcast mit Verweis auf Polen und die Baltenstaaten. "Das eigentliche Signal" habe Wadephul jedoch "innenpolitisch gesetzt", sagte Kiesewetter. Das Treffen in New York habe gezeigt, "dass es sich nicht lohnt, mit Russland über Verhandlungen zu reden, weil Russland in aller Brutalität den Krieg fortsetzt", sagt der CDU-Außenpolitiker. Dies habe Lawrow auch deutlich gemacht.

+++ 10:44 Verletztenzahl in Charkiw steigt deutlich - viele Minderjährige betroffen +++

Die Zahl der Verletzten bei dem Angriff auf ein Wohnhaus in Charkiw steigt laut ukrainischen Angaben auf 29, darunter zehn Minderjährige (siehe auch Eintrag von 07:20 Uhr). Russland habe Gleitbomben eingesetzt. Auch die Hauptstadt und ihr Umland waren einmal mehr Ziel russischer Attacken. In der Region Kiew kamen Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge zwei Menschen durch russische Angriffe ums Leben. Bei einem handele es sich um einen aserbaidschanischen Staatsbürger. Selenskyj schreibt außerdem von Drohnenangriffen und Schäden unter anderem an Wohnhäusern, Telekommunikationsinfrastruktur und Tankstellen in der Hauptstadt. 

+++ 10:01 Dank Finte und Kamikaze-Schützenpanzern: Ukraine berichtet von Massen-Gefangennahme +++

Das ukrainische 3. Armeekorps ist maßgeblich für die Erfolge nördlich von Lyman verantwortlich. Auf Telegram teilt es nun mit, die Kontrolle über fünf weitere Orte erlangt zu haben. "Die Verluste des Gegners belaufen sich auf 2.000 Soldaten; mehr als 250 Russen wurden gefangen genommen." Man habe weitere 51 Quadratkilometer Territorium zurückgewonnen, seit Beginn der Offensivoperation seien es 176, heißt es in einer Mitteilung. Die Russen sollen zudem in die Irre geführt worden sein. Kommandeur Andrij Biletskyj berichtet, die Kreml-Streitkräfte hätten Reserven in eine Richtung verlegt, in der sie den Hauptangriff erwarteten. Dadurch hätten sie den eigentlichen Angriff verpasst, der sich auf die Einnahme eines anderen Ortes konzentriert habe. "Um die Verteidigung des Gegners zu durchbrechen, setzte das Dritte Armeekorps eine eigene Entwicklung ein: sowjetische BTR-60, die zu robotisierten Kamikaze-Systemen umgebaut worden waren. Mit ihnen wurden die stärksten Befestigungsanlagen des Gegners gesprengt", so Biletskyj. Der BTR-60 ist ein alter Schützenpanzer.

+++ 09:22 "Müssen wachsam sein" - EU geht von weiteren russischen Sabotageakten aus +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas verweist auf Geheimdienstberichte, denen zufolge Russland weitere Sabotageakte in Europa plane. "Wir müssen wachsam sein", fordert Kallas daher vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Brüssel. Die Geheimdienstinformationen zeigten, dass Russland weitere Sabotageakte und "Angriffe gegen unsere Demokratie" plane. Ziel sei es, die Gesellschaft zu spalten und durch Einschüchterung von der Unterstützung der Ukraine abzubringen.

+++ 08:37 Spieß bei ballistischen Raketen umdrehen? Hoffnungsträger der Ukraine kurz vor dem Einsatz +++

Die dauerhaften russischen Angriffe mit ballistischen Raketen sind für die Ukraine seit Jahren eines der größten Probleme. Gleichzeitig hat das Land in diesem Bereich selbst nur wenig Vergleichbares vorzuweisen. Von der Eigenentwicklung Sapsan ist nur sehr selten zu hören, daneben gibt es gelegentlich Lieferungen von ATACMS aus US-Entwicklung. Nun könnte Kiew aber kurz vor einer Bedeutenden Wende stehen. Laut Iryna Terech, CEO des Rüstungsunternehmens Fire Point, ist die ballistische Kurzstreckenrakete FP-7 mit 300 Kilometern Reichweite fertiggestellt. Sie durchlaufe derzeit das Zertifizierungsverfahren. Die FP-9 mit einer Reichweite von 850 Kilometern soll Ende Herbst einsatzbereit sein.

+++ 07:54 Ukrainischer Soldat: Unvorstellbar hohe Verluste auf russischer Seite +++

Der ukrainische Oberstleutnant mit dem Rufnamen "Alex" schreibt auf seinem Telegram-Kanal, die Russen hätten gestern alleine im Raum Dobropillja 150 Tote bei dem Versuch zu beklagen, in die Stadt vorzudringen. "Dabei handelt es sich ausschließlich um Gefallene und nur auf einer Strecke von 40 Kilometer der Frontlinie", schreibt "Alex". Die Angaben können nicht unabhängig überprüft werden. "Die Anzahl der eingesetzten Einheiten und dementsprechend auch der Verluste ist einfach unvorstellbar hoch", so der Soldat weiter.

+++ 07:20 Russland feuert Lenkbombe in Wohnhaus - 15 Verletzte +++

Bei dem Einschlag einer russischen Lenkbombe in ein Wohnhaus in Charkiw sind nach ukrainischen Angaben 15 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Kinder, teilt Bürgermeister Ihor Terechow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Charkiw im Nordosten des Landes ist die zweitgrößte Stadt der Ukraine.

+++ 06:38 Verabschiedet sich Putin von einem "Sieg" am Boden? +++

Die russischen Truppen erobern in der Ukraine so gut wie kein Territorium mehr, nördlich von Lyman mussten sie zuletzt eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt in einer Analyse unter Berufung auf Angaben eines Kreml-nahen Bloggers, dieser unterstütze die "neue Siegesstrategie des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die auf umfassenden Angriffen mit ballistischen Langstreckenraketen und düsengetriebenen Drohnen basiert, um die Ukraine im Winter zur Kapitulation zu zwingen." Der Blogger räume ein, dass die Frontlinie statisch sei, so die US-Denkfabrik - "ein stillschweigendes Eingeständnis der in den letzten Monaten nahezu ausbleibenden militärischen Erfolge Russlands". "Möglicherweise überdenkt Putin seine bisherige Siegestheorie, die auf der Annahme beruhte, dass das russische Militär unbegrenzt vorrücken könne, bis es seine Ziele erreiche oder die Ukraine kapituliere, und setzt stattdessen aufgrund der Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld im Jahr 2026 auf eine russische Fernangriffskampagne", schreibt das ISW.

+++ 05:55 Südkorea fordert eine Entschuldigung von der Ukraine +++

Südkorea wirft der Ukraine vor, gegen eine vertrauliche Vereinbarung zwischen beiden Ländern zur Überstellung nordkoreanischer Kriegsgefangener verstoßen zu haben. Das südkoreanische Präsidialamt fordere "eine offizielle Erklärung und eine Entschuldigung", erklärt der im Präsidialamt für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Seong Ghi Hong. Zudem sei Seoul befremdet von der ukrainischen Reaktion nach Kritik an dem Vorgang. Hintergrund sind Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr bei der UN-Generalversammlung. In seiner Rede vor den Vereinten Nationen iin New York hatte Selenskyj gesagt, sein Land habe zwei nordkoreanische Soldaten an Südkorea überstellt. Er fügte hinzu, es sei "nicht einfach gewesen, sie lebend gefangen zu nehmen". Die Offenlegung dieser Information stieß in Seoul umgehend auf Unmut. "Ich weiß nicht, warum die ukrainische Seite die Vereinbarung gebrochen und die Angelegenheit öffentlich gemacht hat, aber es ist sehr enttäuschend", schrieb Südkoreas Staatschef Lee Jae Myung wenige Stunden später bei X.

+++ 05:01 EU-Verteidigungsminister beraten über Patriot-Raketen für die Ukraine +++

Die Verteidigungsminister der EU beraten am heutigen Montag in Brüssel unter anderem darüber, wie die Ukraine mit mehr Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot ausgestattet werden kann. Ein Vorschlag sieht nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten vor, dass Mitgliedstaaten ihren Platz in der Warteschlange für Bestellungen mit der Ukraine tauschen. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz vor ballistischen Raketen aus Russland.

+++ 03:44 Nouripour: Putin fehlt der Wille zum Frieden "derzeit gänzlich" +++

Der Vizepräsident des Bundestages, Omid Nouripour, hat Außenminister Johann Wadephul nach seinem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Schutz genommen. "Verhandlungen mit diesem Kreml sind nur dann erfolgreich, wenn Putin den Willen zum Frieden hat. Dieser fehlt ihm derzeit gänzlich", sagte Nouripour dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Trotzdem kann sich Europa nicht auf Donald Trump als Anwalt unserer Interessen vertreten. Es war richtig, dass Wadephul sich mit Lawrow getroffen hat", sagte Nouripour.

+++ 02:34 Ukraine: Fünf Tote bei russischen Drohnenangriffen +++

Bei russischen Drohnenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Regionen sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. In einem Vorort westlich von Kiew schlug am Sonntag eine Drohne auf einem Markt ein, wobei zwei Menschen getötet (siehe auch Eintrag 22:17 Uhr) und etwa zehn verletzt wurden, wie die ukrainische Staatsanwaltschaft mitteilt.

+++ 01:08 Ukrainisches Militär setzt verstärkt auf unbemannte Bodenfahrzeuge +++

Das ukrainische Militär setzt vermehrt auf unbemannte Bodenfahrzeuge, die Verwundete evakuieren können. Nach eigenen Angaben verlaufen über 50 Prozent dieser Einsätze des Sanitätsbataillons erfolgreich. Die Roboter fahren bis zu 40 km/h und können in Gefahrenzonen eindringen.

+++ 23:50 "Mehr Zeit für Terror": Selenskyj wirft Moskau falsche Friedenssignale vor +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Moskau vor, die internationale Gemeinschaft mit falschen Friedenssignalen zu täuschen, um harte Sanktionen oder Reaktionen des Westens zu vermeiden. "Russland versteht es, genau die Art von ermutigenden diplomatischen Signalen zu senden, die die Welt einfach hören will", schreibt der ukrainische Staatschef bei X. "Es versteht es, solche Signale zu senden, um harte Maßnahmen der Weltgemeinschaft als Reaktion auf den Krieg hinauszuzögern." Die Ukraine rechne mit effektiven Entscheidungen der Welt und mit starkem Druck ihrer Partner, damit Moskau erkenne, "dass es durch die Manipulation diplomatischer Signale nicht immer mehr Zeit für Krieg und Terror gewinnen kann".

+++ 22:17 Klitschko: Mehrere Tote nach russischem Drohnenangriff auf Markt im Bezirk Butscha +++

Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach ersten Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete am Abend auf Telegram von zwei Toten und mindestens vier Verletzten. Andere Quellen sprachen von mindestens zehn Verletzten. Der Kiewer Militärverwalter Timur Tkatschenko sprach ebenfalls von zwei Todesopfern nach dem Drohnenangriff auf den Markt im Bezirk Butscha. Die ukrainische Hauptstadt war im Tagesverlauf mehrmals von russischen Kampfdrohnen angegriffen worden. Bei Einschlägen in verschiedenen Gebäuden waren nach Angaben von Klitschko neun Menschen verletzt worden.

+++ 21:39 Bericht: Russisches Militär schießt Hilfspakete für Menschen in abgeriegelter Frontstadt Oleschky ab +++

Das ukrainische Militär sendet per Drohnen Lebensmittel in die seit Monaten von der Außenwelt abgeschnittene Frontstadt Oleschky. Genau diese Hilfslieferungen für die eingeschlossene Bevölkerung sollen russische Truppen verhindern, wie das osteuropäische Medium Nexta berichtet. Russische Truppen würden die Drohnen abschießen, die Lieferungen beschlagnahmen oder weiterverkaufen und Bewohnerinnen und Bewohner festnehmen, die nach den Lieferungen suchen, zitiert das Medium den Regionalgouverneur Oleksandr Prokudin. Nach seinen Angaben sitzen momentan rund 2.000 Menschen, darunter fast 50 Kinder, in der Stadt fest ohne zuverlässigen Zugang zu Nahrung, Wasser oder Strom. In den sozialen Medien kursieren zudem Aufnahmen, die die Leichen von Bewohnern zeigen sollen, die angeblich durch Minen getötet wurden, während sie versuchten, Nahrung zu finden.

+++ 20:52 Selenskyj: Residenz des saudi-arabischen Botschafters in Kiew bei russischem Angriff beschädigt +++

Bei russischen Angriffen auf die Hauptstadt Kiew ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch die Residenz des Botschafters von Saudi-Arabien beschädigt worden. "Allein heute und allein in Kiew haben russische Drohnen mit Strahltriebwerk zwei Kindergärten und zwei Schulen, ein gewöhnliches Wohnhaus, eine Autowerkstatt sowie mehrere Lagerhallen und Kommunikationseinrichtungen 'besiegt'", schreibt Selenskyj bei X. "Überall auf der Welt würde man diese Wahl der Ziele mit einem einzigen Wort bezeichnen: Terrorismus. Russland verfolgt damit keinerlei militärisches Ziel - es ist lediglich der Versuch, die Menschen zu brechen und unserer Gesellschaft größtmöglichen Schaden zuzufügen." Laut dem ukrainischen Staatschef hat das russische Militär seit gestern 277 Angriffsdrohnen verschiedener Typen eingesetzt, davon 155 mit Strahltriebwerk.

+++ 20:01 Russische Jet-Drohne kracht in Wohngebäude in Kiew - Frau verletzt +++

In Kiew ist eine russische Jet-Drohne in ein Wohngebäude eingeschlagen. Wie die Militärverwaltung der Stadt Kiew mitteilt, krachte die Drohne in ein Gebäude im Bezirk Darnyzkyj. Eine Frau wurde demnach verletzt. "Ersten Berichten zufolge hat eine Drohne im Bezirk Darnyzkyj ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen. Informationen zu möglichen Opfern werden derzeit geklärt", heißt es. Nach dem Einschlag brach in dem Gebäude den Angaben nach ein Feuer aus, das rasch auf alle Wohnungen oberhalb der Einschlagstelle im dritten Stock übergriff. Einige Fenster des Gebäudes seien herausgesprengt worden.

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