Seoul bedauert Selenskyjs WorteUkraine übergibt zwei nordkoreanische Soldaten an Südkorea

In New York berichtet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Weltgemeinschaft von zwei nordkoreanischen Soldaten, die an Südkorea übergeben worden seien. Seoul wäre es lieber gewesen, er hätte nichts davon erzählt. Dennoch wird die Ankunft der Männer kurz darauf bestätigt.
Nach monatelangen Verhandlungen sind zwei von der Ukraine gefangen genommene nordkoreanische Soldaten nach Südkorea gebracht worden. Der südkoreanische Abgeordnete Yoo Yong Won, der die beiden Männer während eines Ukraine-Besuchs 2025 persönlich getroffen und sich seither für ihre Überstellung eingesetzt hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz, sie seien bereits vor einigen Tagen sicher in Südkorea angekommen.
Am Vortag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj während seiner Rede bei der UN-Generaldebatte in New York erklärt, die Ukraine habe zwei nordkoreanische Kriegsgefangene nach Südkorea geschickt ."Diese Männer lebend gefangen zu nehmen, war nicht einfach. Einer von ihnen versuchte, sich das Leben zu nehmen, als er erkannte, dass er gefangen genommen werden würde", sagte Selenskyj.
Der Staatschef kritisierte zudem die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea: "Auch das ist Wahnsinn. Warum sollten Koreaner in einem Krieg gegen die Ukraine ihr Leben geben? Kim Jong Un benutzt sie wie eine Währung. Und er bekommt dafür etwas zurück."
Südkorea wollte Geheimhaltung
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung bedauerte unterdessen, dass der ukrainische Präsident die Rückführung der beiden Nordkoreaner öffentlich gemacht hat. Es handele sich um ein äußerst sensibles Thema mit erheblichen Auswirkungen auf die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel, schrieb Lee auf der Plattform X. Die südkoreanische Regierung habe sich deshalb mit der ukrainischen Seite auf eine vertrauliche Behandlung verständigt.
Zuvor hatte sich das Außenministerium in Seoul geweigert, aus Rücksicht auf die Sicherheit der nordkoreanischen Kriegsgefangenen und ihrer Verwandten konkrete Angaben zu deren Verbleib zu machen. Angehörige von nordkoreanischen Flüchtlingen sind in Nordkorea oft Repressionen ausgesetzt.
Die beiden nordkoreanischen Soldaten waren nach ukrainischen Angaben im Januar 2025 in der russischen Grenzregion Kursk gefangen genommen worden. Berichten zufolge hatten sie den Wunsch geäußert, nach Südkorea überzusiedeln.
Südkorea nimmt nordkoreanische Flüchtlinge nach einer Sicherheitsüberprüfung auf und gewährt ihnen grundsätzlich die südkoreanische Staatsbürgerschaft. Die südkoreanische Regierung hat sich bislang unter Verweis auf Sicherheitsbedenken nicht zum Verbleib der beiden Männer geäußert.
