Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker +++ 20:49 Anschlag auf Kollaborateur in Berdjansk +++

Ein russischer Kollaborateur stirbt im besetzten Süden der Ukraine durch eine Explosion. Wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtet, wird Alexander Koljesnikow, der für die russische Verwaltung in Berdjansk arbeitete, durch einen improvisierten Sprengsatz getötet. Russland beschuldigt die Ukraine, den Anschlag verübt zu haben.

+++ 20:20 Scholz: Werden Ukraine-Kurs "die ganze Zeit" durchhalten +++
Bundeskanzler Olaf Scholz weist Kritik auch aus den eigenen Reihen an dem Ukraine-Kurs der Regierung zurück. Deutschland werde keine Alleingänge etwa bei der Belieferung der Ukraine mit Waffen gehen, sagte er auf einer SPD-Wahlveranstaltung in Cuxhaven. Aber man müsse gegen Russlands imperialistisches Vorgehen Widerstand leisten. Dies werde man "die ganze Zeit" besonnen und entschlossen durchhalten. Man müsse allerdings auf die Ängste der Bürger eingehen und ihnen den Kurs erklären. "Natürlich ist es ein Problem, wenn sie die Zeitungen aufschlagen und ihre eigenen Zweifel nicht immer wiederfinden", sagt er und erwähnt Anhänger von CDU, Grünen, FDP und SPD.

+++ 19:52 Ukraine: Wichtige Brücke im besetzten Süden nach Angriff unbrauchbar +++
Die Ukraine meldet einen Raketenangriff auf eine strategisch wichtige Brücke im besetzten Süden des Landes, die für Russland nun nicht mehr zu gebrauchen sei. Die Darjiwskij-Brücke in der Cherson-Region sei von ukrainischen Raketen getroffen worden, teilt das südliche Militärkommando mit. Sollte die Brücke ausfallen, würde dies die Verbindung zwischen Teilen des von Russland besetzten Gebietes westlich des Flusses Dnipro deutlich einschränken.

+++ 19:25 UN inspizieren ukrainisches Kernkraftwerk wohl nächste Woche +++
Nach einem Durchbruch bei den Verhandlungen über den Zugang zum ukrainischen Kernkraftwerk Saporischschja werden die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) dem Kraftwerk Anfang nächster Woche einen dringenden Besuch abstatten. Dies sagen an den Gesprächen beteiligte Personen. Das Team der IAEA könnte Ersatzteile, Strahlungsüberwachungsgeräte und andere unverzichtbare Dinge für das größte europäische Kernkraftwerk mitbringen. Es wird befürchtet, dass die Kampfhandlungen in der Region, die Stromleitungen beschädigt und Brände in der Anlage verursacht haben, zu einer nuklearen Katastrophe führen könnten.

+++ 18:58 NATO sieht "signifikanten Aufbau" des russischen Militärs in der Arktis +++
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bezeichnet die russische Militärpräsenz in der Arktis als strategische Herausforderung für das westliche Bündnis. "Die Bedeutung des hohen Nordens nimmt für die NATO und für Kanada zu, da wir einen signifikanten Aufbau des russischen Militärs mit neuen Stützpunkten und neuen Waffensystemen beobachten", sagt er bei einem Besuch in Kanada. Die NATO benötige in der Region eine starke Präsenz.

+++ 18:39 Total Energies verkauft Anteile an russischem Gasfeld +++
Das französische Energieunternehmen Total Energies gibt den Verkauf von Anteilen an einem Gasfeld in Russland bekannt, das einem Medienbericht zufolge für die Treibstoffproduktion für russische Kampfjets genutzt wird. Die Firma erklärt, sie habe einen Vertrag mit ihrem russischen Partnerunternehmen Nowatek unterzeichnet, der einen Verkauf der Anteile vorsehe - zu Bedingungen, die es TotalEnergies ermöglichten, die "Investitionen in das Feld zurückzuerhalten". Total Energies (früher Total) hatten bisher 49 Prozent des Unternehmens Terneftegaz gehört, das Erdgas aus dem Feld Termokarstowoje in Sibirien fördert. Laut "Le Monde" wurde aus Termokarstwoje Gaskondensat an eine Raffinerie nahe der sibirischen Stadt Omsk geliefert. Von dort aus seien in den vergangenen Monaten und bis mindestens Juli "Hunderte Treibstofflieferungen" an Luftwaffenstützpunkte nahe der ukrainischen Grenze erfolgt - genug für 3400 Tankfüllungen für Suchoi-Su-34-Kampfjets. Total Energies hatte die Recherchen dementiert.

+++ 18:12 Wie hart treffen die Sanktionen Russland wirklich? +++
Wer sich in Russland umhört, wird derzeit häufig zu hören bekommen, dass die westlichen Sanktionen kaum bis gar nicht zu spüren seien. Die Russen genießen das gute Wetter und freuen sich über stabile Preise. Doch die Realität ist komplizierter. Ohne Importe aus dem Westen geht das Land zurück in der Zeit.

+++ 17:43 Iran liefert Russland offenbar Hunderte Drohnen +++
Russland erhält offenbar Hunderte von iranischen Drohnen, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden können. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AP. Dem Bericht zufolge ist unklar, ob die russische Armee bereits die Drohnen verwendet. Allerdings sollen die Drohnen Beamten zufolge einsatzbereit sein. Die gemeldete Lieferung sei das jüngste Anzeichen für eine offenbar engere militärische Zusammenarbeit zwischen Teheran und Moskau.

+++ 17:15 Wehrbeauftragte kritisiert ausbleibende Schützenpanzer-Lieferungen an die Ukraine +++
Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, kritisiert die fehlende Genehmigung der Bundesregierung zur Lieferung deutscher Schützenpanzer an die Ukraine. Dabei gehe es um Fahrzeuge des Typs "Marder", sagt Högl im Deutschlandfunk. Ihre Ausfuhr wurde bislang von der Regierung nicht freigegeben. "Die Marder, die jetzt bei der Industrie noch verfügbar sind, die stehen ja im Moment nicht der Truppe zur Verfügung und deswegen wären die auch gut geeignet, um die Ukraine zu unterstützen", sagt die SPD-Politikerin. Die Fahrzeuge werden derzeit vom Rüstungskonzern Rheinmetall instandgesetzt. Ihre Lieferung an die Ukraine fordern auch Verteidigungspolitiker von Grünen und FDP.

+++ 16:53 "Geld hat für uns keine Priorität" - Unternehmen will keine Bayraktar-Dohnen an Russland liefern +++
Die Hersteller der Bayraktar-Drohne wollen keine Drohnen an Russland liefern. "Ganz gleich, wie viel Geld sie uns anbieten, in dieser Situation kommt es nicht in Frage, ihnen Drohnen zu überlassen. Im Moment steht unsere Unterstützung voll und ganz auf der Seite der Ukraine", sagt Haluk Bayraktar, der Geschäftsführer des türkischen Unternehmens Baykar, der BBC. "Geld hat für uns keine Priorität. Geld und materielle Ressourcen waren nie das Ziel in unserem Geschäft", versichert Haluk Bayraktar. "Unsere Freundschaft und Zusammenarbeit mit der Ukraine besteht seit vielen Jahren." Moskau hatte in den vergangenen Monaten starkes Interesse an den Bayraktar-Drohnen gezeigt.

+++ 16:31 DIW rechnet mit langfristig hohen Energiepreisen +++
Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsfragen (DIW), Marcel Fratzscher, rechnet auch langfristig mit hohen Preisen. "Die Energiepreise werden nie wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgehen", sagt Fratzscher im SWR. Für die nächsten fünf bis sieben Jahre seien als Folge des russischen Krieges gegen die Ukraine eher noch höhere Energiekosten zu erwarten. Die Menschen müssten sich daher so lange auf einen geringeren Lebensstandard einstellen, bis der Umstieg auf erneuerbare Energien gelungen sei, sagt der DIW-Chef weiter. Zum Ausgleich müsse es staatliche Unterstützung geben. Fratzscher spricht sich für die Zahlung von 100 Euro monatlich an alle Bürger mit niedrigen Einkommen aus und zwar für die kommenden anderthalb Jahre.

+++ 16:12 Nach AKW-Notfall: Moskau erwartet baldige Expertenmission +++
Angesichts der Spannungen um das von russischen Truppen besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja rechnet Moskau mit einem baldigen Besuch internationaler Experten vor Ort. "Es laufen aktive Vorbereitungen für einen Besuch" der Expertenmission der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in dem AKW, teilt der russische Vertreter bei den internationalen Organisationen in Wien, Michail Uljanow, mit. Zuvor hatte auch der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko auf einen baldigen Besuch der Experten gedrängt. Er fordert zudem den Abzug der russischen Truppen von dem AKW-Gelände.

+++ 15:50 Baerbock will nicht 140 Millionen Russen "in Sippenhaft nehmen" +++
In der Debatte über eine Beschränkung der Einreise russischer Touristen in die EU signalisiert Bundesaußenministerin Annalena Baerbock Kompromissbereitschaft. Bundeskanzleramt und Auswärtiges Amt seien sich einig, "dass wir gemeinsam in Europa eine Lösung finden, die die berechtigten Sorgen und Anliegen von allen zueinander bringt", so Baerbock. Ihr sei aber wichtig, "dass wir in dieser Situation des brutalen Angriffskriegs nicht 140 Millionen Menschen in Russland für immer aufgeben und vor allen Dingen, in Deutsch würde man sagen: in Sippenhaft nehmen." Baerbock verweist darauf, dass verhältnismäßig wenige russische Touristen nach Deutschland kämen, gleichzeitig aber weiterhin Visa an gefährdete Journalisten oder Wissenschaftler vergeben werden müssten. Estland, Litauen, Lettland und Tschechien haben die Einreise von russischen Touristen bereits eingeschränkt.

+++ 15:29 Lukaschenko: Belarus hat atomar bestückbare Kampfjets +++
n der früheren Sowjetrepublik Belarus stehen jetzt nach Angaben von Machthaber Alexander Lukaschenko auch umgerüstete Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-24 für eine atomare Bewaffnung zur Verfügung. Die Maschinen seien - wie mit Kremlchef Wladimir Putin vereinbart - umgerüstet worden, sagt Lukaschenko der staatlichen Nachrichtenagentur Belta zufolge in Minsk. "Alles ist fertig!", sagt Lukaschenko. Das Land sei damit angesichts der wachsenden Spannungen mit dem Westen in der Lage, auf vielfältige Weise auf Bedrohungen zu reagieren. Die USA sollten verstehen, "dass keine Hubschrauber, Flugzeuge sie retten, wenn sie weiter auf Konfrontation gehen".

+++ 15:06 Russland fackelt offenbar gigantische Erdgas-Mengen ab +++
Russland verbrennt einem BBC-Bericht zufolge riesige Mengen an Erdgas nahe der im Moment kaum noch befüllten Ostseepipeline Nord Stream 1. Die Flamme bei der Kompressorstation Portowaja nordwestlich von Sankt Petersburg ist demnach bis in das benachbarte Finnland und deutlich auf Satellitenbildern zu sehen. Es soll sich um Gas handeln, das für den Export nach Deutschland bestimmt war, aber wegen der geringeren Auslastung der Leitung im Moment nicht anderweitig abgeführt werden kann. Das Abfackeln von Gas im Verarbeitungsprozess ist nichts Ungewöhnliches. Erstaunt zeigen sich der BBC zufolge Experten jedoch über die Menge. Der Branchendienst RystadEnergy geht dem Bericht zufolge davon aus, dass dort täglich 4,34 Millionen Kubikmeter Gas in Rauch aufgehen. Das entspreche einem Wert von umgerechnet rund zehn Millionen Euro am Tag.

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+++ 14:49 Masala: "Ukrainer wollen Chaos unter russischen Truppen" +++
Der Militärexperte Carlo Masala rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Krieges. "Der Krieg wird in sechs Monaten nicht vorbei sein", sagt er im Stern-Podcast "Ukraine – die Lage". Russland zeige "keinerlei Zeichen des Einlenkens". Zudem verfügten beide Parteien nicht über die militärischen Möglichkeiten, der anderen Seite einen schweren Schlag zuzufügen, der den Krieg beenden oder die Bereitschaft zu Friedensverhandlungen deutlich steigern würde. Masala sieht eine "neue Strategie" bei den Ukrainern. Sie hätten in einem begrenzten Maß die "Eskalationsdominanz". Ob Angriffe auf Munitionsdepots oder Anschläge auf der Krim – die Ukrainer würden in jüngster Zeit dort zuschlagen, wo sie wollten. Für die Russen sei das unberechenbar. "Die Ukrainer wollen Chaos unter den russischen Truppen auslösen", so Masala. Das gelinge auch, reiche aber nicht, um das Blatt zu wenden.

+++ 14:41 Finnen sollen seltener saunen +++
Die Finnen sollen angesichts der Energiekrise seltener in die Sauna gehen. Die Empfehlung ist Teil einer neuen Energiesparkampagne mit dem Titel "Ein Grad weniger" des staatlichen Unternehmens Motiva. Daneben werden die Bürger unter anderem gebeten, ihre Heizungen herunterzudrehen, kürzer zu duschen und Unterhaltungselektronik seltener zu nutzen.

+++ 14:19 Selenskyj: Sind nur knapp dem Super-GAU entgangen +++
Die Ukraine und weite Teile Europas sind nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj nur knapp einer nuklearen Katastrophe entgangen. Europas größtes Atomkraftwerk in Saporischschja im Südosten der Ukraine sei über mehrere Stunden vom Stromnetz getrennt gewesen, was zu einem Super-GAU hätte führen können, sagt Selenskyj. Er macht dafür russischen Beschuss verantwortlich. Inzwischen scheint sich die Lage am AKW etwas zu beruhigen. Nach Angaben der staatlichen ukrainischen Betreibergesellschaft Energoatom ist einer der Reaktoren wieder an das ukrainische Netz angeschlossen.

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+++ 13:58 Jäger: "Atomkraftwerk ist Russlands Faustpfand in Ostukraine" +++
Bei der Eroberung des Atomkraftwerks in Saporischschja geht es Russland nicht nur um die eigene Stromversorgung, sagt Thomas Jäger. Die Regierung um Putin wolle mit diesem "Faustpfand" vor allem Angst vor einem nuklearen Notfall in Europa schüren, meint der Politologe der Universität Köln.

+++ 13:46 Energoatom: Ein AKW-Reaktor wieder an ukrainischem Netz +++
Der ukrainische Staatskonzern Energoatom berichtet nun, dass einer der Reaktoren des Atomkraftwerks Saporischschja wieder am ukrainischen Netz sei. Der Reaktor baue Kapazität auf, teilte die ukrainische Betreibergesellschaft Energoatom weiter mit.

+++ 13:29 Bundesregierung sehr beunruhigt wegen Atomkraftwerk +++
Die Bundesregierung ist sehr besorgt wegen der Sicherheit des Atomkraftwerks Saporischschja in der Südukraine. Die Lage sei "sehr, sehr gefährlich", sagt eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes. "Wir verurteilen die Besetzung durch russische Truppen auf das Schärfste." Russland müsse die Kontrolle über das Atomkraftwerk "umgehend" wieder an die Ukraine zurückgeben und die Internationale Atomenergiebehörde schnellstmöglich Zugang erhalten.

+++ 13:11 Russland: Haben für AKW-Beschuss genutzte Haubitze zerstört +++
Russland hat nach eigenen Angaben eine aus US-Produktion stammende Haubitze vom Typ M777 zerstört, die zum Beschuss des Atomkraftwerks Saporischschja genutzt worden sei. Dies erklärt das Verteidigungsministerium in Moskau. Das von Russland kontrollierte größte europäische AKW ist in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beschuss geraten. Die Ukraine und Russland machen sich dafür gegenseitig verantwortlich.

+++ 12:58 Scholz empfängt ukrainischen Ministerpräsidenten +++
Bundeskanzler Olaf Scholz wird den ukrainischen Ministerpräsidenten Denys Schmyhal am Sonntag, den 4. September, im Kanzleramt empfangen. Anschließend sei eine gemeinsame Pressekonferenz vorgesehen, teilt der Regierungssprecher mit.

+++ 12:35 Ukraine kontrolliert nach eigenen Angaben 45 Prozent des Gebiets Donezk +++
Nach über sechs Monaten russischem Angriffskrieg kontrolliert Kiew in der Ostukraine weiter große Teile des Donezker Gebiets. 45 Prozent stünden unter ukrainischer Kontrolle, sagt der ukrainische Militärgouverneur Pawlo Kyrylenko beim TV-Sender Nastojaschtscheje Wremja. Vor dem russischen Einmarsch am 24. Februar standen demnach etwa zwei Drittel des Gebiets mit etwa 1,67 Millionen Einwohnern unter ukrainischer Kontrolle. Im verbliebenen Teil würden sich derzeit etwa 350.000 Menschen aufhalten, sagte Kyrylenko.

+++ 12:11 Wiegold: "Berichte über Folter von AKW-Personal in Saporischschja" +++
Erstmals wird das Atomkraftwerk in Saporischschja vom Netz genommen, die Situation vor Ort soll jedoch nicht kritisch sein. Warum das AKW für Russland so wichtig ist und wie es um den aktuellen Kriegsverlauf steht, berichtet der Militärexperte Thomas Wiegold bei ntv.

+++ 11:54 Bundesregierung verurteilt russischen Angriff auf Zivilbevölkerung +++
Die Bundesregierung verurteilt einem Sprecher zufolge den russischen Raketenangriff auf einen Personenzug und ein Wohngebiet am Mittwoch, dem ukrainischen Nationalfeiertag. Die Bundesregierung fordere Russland auf, alle Angriffe auf die Zivilbevölkerung zu beenden und sich an internationales Recht zu halten. Deutschland unterstütze die Aufklärung von Kriegsverbrechen. "Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

+++ 11:20 AKW Saporischschja liefert laut russischen Angaben weiter Strom an Ukraine +++
Es gibt widersprüchliche Aussagen der Kriegsparteien über den Zustand des Atomkraftwerks Saporischschja. Laut Russischen Angaben liefert das Kraftwerk wie gehabt Elektrizität an die Ukraine. Das AKW laufe ohne Ausfälle, zitiert die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS den von Russland eingesetzten Statthalter der Stadt Enerhodar im Süden der Ukraine, in der das AKW liegt.

Update 11.45 Uhr: Nach russischen Angaben haben ukrainische Streitkräfte das letzte noch verbliebene Leitungskabel, das das AKW Saporischschja mit dem ukrainischen Netz verbindet, zerstört. Die Anlage liefere somit gegenwärtig keine Elektrizität in die Ukraine, zitiert die Nachrichtenagentur TASS einen von Russland im besetzten Teil der Region Saporischschja eingesetzten Verwaltungsbeamten.

+++ 11:10 Hofreiter: "Je mehr Waffen wir liefern, desto schneller endet der Konflikt" +++
Der Grünen-Politiker und Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter, hat gefordert, dass Deutschland vermehrt aus Bundeswehrbeständen schwere Waffen an die Ukraine liefert. Man könne "in Kauf" nehmen, dass die Bundeswehr Waffen abgibt, während die Ukraine die Waffen "sofort" benötige. "Für die Bundeswehr ist es keine Katastrophe, wenn sie die Waffen dann nächstes oder übernächstes Jahr ersetzt kriegt", sagte Hofreiter im ntv-Frühstart. Gefragt nach einer Einschätzung, wie lange der Konflikt noch dauern würde, sagte Hofreiter: "Ich bin fest davon überzeugt: Je mehr Waffen wir liefern, desto schneller geht der Konflikt zu Ende, weil desto höher werden die Kosten für Putin und sein Regime."

+++ 10:57 Energoatom: Beschädigte Leitung zum AKW Saporischschja repariert +++
Nach den Bränden am Atomkraftwerk (AKW) in Saporischschja arbeitet die Ukraine daran, die Anlage wieder an das Stromnetz anzuschließen. Am Morgen war das von der russischen Armee besetzte Kraftwerk weiterhin vom ukrainischen Stromnetz abgeschnitten, wie die ukrainische Betreibergesellschaft Energoatom auf Telegram mitteilte. Die beschädigte Anschlussleitung, die für den Ausfall verantwortlich war, sei jedoch "repariert". Die Vorbereitungen zum Wiederanschluss von zwei der sechs Reaktoren an das Stromnetz seien im Gange.

+++ 10:21 Kaim: "Sorge vor bewusster nuklearer Eskalation ist Unfug" +++
Angesichts der schweren Kämpfe um das Atomkraftwerk Saporischschja wächst die Sorge vor einer nuklearen Katastrophe. Die jedoch stellt sich als "Unfug" heraus, meint Markus Kaim. Vielmehr gehe es Russland darum, die Stromversorgung der Ukraine zu stören, sagt der Politologe im Gespräch mit ntv.

+++ 09:56 Analyse: Russland verbrennt große Mengen für Deutschland bestimmtes Gas +++
Russland verbrennt große Mengen Erdgas, das es früher nach Deutschland exportiert hätte, berichtet die BBC unter Verweis auf eine Analyse des Energieberatungsunternehmens Rystad Energy. Demnach verbrennt eine Anlage nahe der russischen Grenze zu Finnland täglich Gas im Wert von schätzungsweise 8,4 Millionen britischen Pfund (rund 9,9 Millionen Euro). Das Gas stammt demnach aus einer neuen Anlage für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Portovaya, nordwestlich von St. Petersburg. In der Nähe befindet sich auch eine Verdichterstation für die Pipeline Nord Stream 1, die Gas nach Deutschland transportiert.

+++ 09:30 Munz: Putins Armee-Aufstockung "deutet auf hohe Verluste hin" +++
Während die russische Armee mit über 130.000 Mann aufgestockt werden soll, sind viele Blicke vor allem auf das Atomkraftwerk im ukrainischen Saporischschja gerichtet. Was Russland mit von dort umgeleitetem Strom vorhat, berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz aus Moskau.

+++ 09:03 Ukraine: Reaktoren im AKW Saporischschja weiter vom Stromnetz getrennt +++
Alle sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Saporischschja sind nach Angaben des staatlichen Kernenergiekonzerns Energoatom weiterhin vom ukrainischen Stromnetz abgeschnitten. Das größte Atomkraftwerk Europas geriet in den vergangenen Wochen mehrfach unter Beschuss. Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld. Am Donnerstag war das von russischen Truppen besetzte AKW nach ukrainischen Angaben vom Stromnetz getrennt worden.

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+++ 08:24 London: Schoigus Aussagen über lahmende Offensive "vorsätzliche Fehlinformation" +++
Britische Geheimdienste halten Aussagen des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigus, Russlands Armee habe ihre Angriffe verlangsamt, um die ukrainische Zivilbevölkerung zu schonen, "mit ziemlicher Sicherheit" für eine "vorsätzliche Fehlinformation". Die russische Offensive sei vielmehr aufgrund schlechter militärischer Leistungen und des heftigen ukrainischen Widerstands ins Stocken geraten, schreibt das britische Verteidigungsministerium unter Verweis auf Geheimdienstinformationen auf Twitter. "Unter Schoigus Befehl haben die in der Ukraine operierenden Streitkräfte wiederholt die gesetzten Fristen für Einsätze nicht eingehalten."

+++ 07:55 Richter: "Selenskyj befürchtet globale Katastrophe" +++
Seit Wochen ist das Atomkraftwerk in Saporischschja hart umkämpft. Nach anhaltendem Beschuss wird die Anlage gleich mehrmals vom ukrainischen Stromnetz genommen. Die Lage vor Ort sei "an Dramatik nicht zu überbieten", sagt ntv-Reporter Stephan Richter.

+++ 07:33 Russland soll Ausbildung von ukrainischen Soldaten in Deutschland ausgespäht haben +++
Die deutschen Sicherheitsbehörden haben Hinweise darauf, dass russische Geheimdienste die Ausbildung von ukrainischen Soldaten an westlichen Waffensystemen in Deutschland ausgespäht haben. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) bemerkte laut einem Berichts des "Spiegel" kurz nach dem Beginn der Lehrgänge für die ukrainischen Soldaten im Umfeld der Militärstandorte Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz und Grafenwöhr in Bayern verdächtige Fahrzeuge, aus denen heraus vermutlich die Zufahrten zu den Kasernen beobachtet wurden. In Idar-Oberstein bildete die Bundeswehr ukrainische Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 aus, in Grafenwöhr trainierten die US-amerikanischen Streitkräfte Ukrainer an westlichen Artillerie-Systemen.

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+++ 07:04 SPD-Parteilinke fordern Friedensverhandlungen mit Russland +++
Eine Gruppe von SPD-Parteilinken hat einen Appell verfasst, in dem sie auf eine diplomatische Offensive drängt, um den Krieg zu stoppen. Zu den Unterzeichnern des Schreibens mit dem Titel "Die Waffen müssen schweigen!" zählen mehrere Abgeordnete aus dem Bundestag, aus dem Europaparlament und aus den Bundesländern, wie der "Spiegel" berichtet. "Eine Fortsetzung des Kriegs wird nur noch mehr Tote und Zerstörung zur Folge haben", heißt es demnach in dem Schreiben. "Wir brauchen einen schnellstmöglichen Waffenstillstand als Ausgangspunkt für umfassende Friedensverhandlungen."

+++ 05:58 Flüchtlinge haben Einfluss auf Wohnungsmarkt in Europa +++
In vielen europäischen Ländern ist die solidarische Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine laut einer Einschätzung der Unternehmensberatung Deloitte auf dem Wohnungsmarkt spürbar gewesen. Am stärksten sei dieser Effekt in Polen, der Slowakei und Ungarn, heißt es in einer aktuellen Branchenstudie. "Für das zweite Quartal 2022 sank das Angebot entsprechend auf den Mietmärkten, da viele zur Vermietung angebotene Wohnungen zur Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingsfamilien genutzt werden", so die Studie.

+++ 04:01 Kein Käufer gefunden - Citigroup wickelt Russland-Geschäft ab +++
Der US-Finanzkonzern Citigroup kündigt nach vergeblichen Verkaufsversuchen an, mit der Abwicklung seines Filialgeschäfts in Russland zu beginnen. Citi teilte in New York mit, 15 Niederlassungen mit rund 2300 Beschäftigten im Land zu schließen. Das Geldhaus hatte bereits 2021 angekündigt, sich aus Russland zurückziehen zu wollen. Nach dem Einmarsch in die Ukraine - als viele andere Banken ihre Geschäfte in Russland stoppten - verkündete Citi im Frühjahr, die Bemühungen zu intensivieren. Allerdings findet die Bank keine Käufer für ihr Russland-Geschäft, das sich durch den Krieg und Sanktionen zum Problem entwickelt hat. "Wir haben in den vergangenen Monaten mehrere strategische Optionen ausgelotet", sagte Citi-Managerin Titi Cole nun. Inzwischen sei klar, dass die Abwicklung des Geschäfts am meisten Sinn mache.

+++ 01:04 Habeck will Gasumlage überprüfen +++
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kündigt eine Überprüfung der umstrittenen Gasumlage an. Der Kreis der berechtigten Unternehmen solle möglichst verkleinert werden, sagte Habeck laut einem Bericht der "Welt" am Donnerstagabend beim Westfälischen Unternehmertag in Münster. Grundsätzlich bestehe der Anspruch zwar auch für Unternehmen, die nicht in existenzieller Not seien, sagte Habeck demnach. "Trotzdem haben wir natürlich ein politisches Problem, das hat mir die letzten 48 Stunden den Tag ganz schön versauert", räumte der Minister ein. Er werde sich daher "jetzt noch mal genau angucken, ob es nicht doch einen Weg gibt, diesen berechtigten Anspruch abzuwehren".

+++ 01:04 Selenskyj: Atombehörde und andere müssen viel schneller handeln +++
Der ukrainische Präsident Selenskyj fordert stärkeren Druck auf Russland, um eine Räumung des besetzten Kernkraftwerks Saporischschja zu erreichen. Er verwies auf die Notabschaltung von zwei Reaktoren am Donnerstag wegen eines zweimaligen Ausfalls der Stromversorgung. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA und andere internationale Organisationen müssten viel schneller handeln als bislang, sagte Selenskyj abends in seiner Videoansprache in Kiew. "Jede Minute, die das russische Militär im Kernkraftwerk bleibt, bedeutet das Risiko einer globalen Strahlenkatastrophe."

+++ 23:54 Lindner offen für Nachbesserungen bei Gasumlage +++
Angesichts der Kritik an der Gasumlage zeigt sich Finanzminister Lindner offen für Nachbesserungen. "Eine Maßnahme der Solidarität kann nicht dazu dienen, dass einzelne Unternehmen ihre Rendite pflegen und Gewinne darauf machen", sagte der FDP-Chef im ZDF. Das müsse man sich genau ansehen - er kenne die Fakten nicht, die kenne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck viel besser. "Aber wenn es eine Notwendigkeit gibt, etwas zu verändern, um dieses Instrument zielgenauer zu machen, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren, dann scheuen wir uns nicht vor Korrekturen."

+++ 23:31 Scholz von Wirksamkeit der Sanktionen überzeugt +++
Kanzler Scholz stuft die internationalen Sanktionen gegen Russland als "sehr wirksam" ein. "Kein Land hat eine Perspektive, wenn es von wirtschaftlichem Fortschritt abgeschnitten ist", sagte Scholz am Abend in einem Bürgerdialog in Magdeburg. Er bekräftigte zugleich die weitere deutsche Unterstützung für die von Russland überfallene Ukraine, auch durch weitere Waffenlieferungen. Zu von Bürgerinnen und Bürgern auf der Veranstaltung geäußerten Bedenken wegen der Folgen der Sanktionen für Deutschland sagte Scholz, er könne solche Sorgen verstehen. Die Regierung habe aber eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um gleichwohl die Energieversorgung sicherzustellen.

+++ 22:57 Schweden warnt versehentlich Autofahrer vor Luftangriff +++
Eine schwedische Behörde hat Verkehrsteilnehmer irrtümlich vor einem bevorstehenden Luftangriff gewarnt. Die Verkehrsverwaltung stufte die ihr unterlaufene Panne vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs als "schwerwiegend" ein. Eine interne Untersuchung sei eingeleitet worden, teilte ein Sprecher der Behörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. Wie es zu der Panne kommen konnte, ist noch unklar.

+++ 22:26 Ukraine: Werden Gasspeicher-Ziele für Winter erreichen +++
Die ukrainische Regierung zeigt sich überzeugt, dass sie genug Erdgas-Vorräte für den Winter wird aufbauen können. "Ich glaube, dass wir in dieser Saison mehr oder weniger 19 Milliarden (Kubikmeter Erdgas) erreichen werden", sagt Energieminister German Galuschtschenko. Er lehnt es ab anzugeben, wie viel Gas bereits gespeichert worden ist. Im Vergleich zu Friedenszeiten sei der Erdgasverbrauch um 40 Prozent gefallen, sagt Galuschtschenko weiter. Die Produktion sei dagegen um fünf Prozent zurückgegangen.

+++ 21:53 USA warnen Russland vor Umleitung von AKW-Strom +++
Nach der zwischenzeitlichen Trennung des russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja vom ukrainischen Netz warnen die USA Moskau vor einer Umleitung des Stroms. "Um es ganz klar zu sagen: das Atomkraftwerk und der Strom, den es produziert, gehören der Ukraine", sagt der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Vedant Patel. Jeder Versuch, das Werk von der ukrainischen Stromversorgung zu trennen und in russisch besetzte Gebiete umzuleiten sei "inakzeptabel". Zuvor war das von Russland besetzte ukrainische AKW Saporischschja Angaben aus Kiew zufolge zumindest zwischenzeitlich vom ukrainischen Stromnetz getrennt worden. Das sei erstmalig vorgekommen, teilt der staatliche Atomkraftwerksbetreiber Energoatom mit.

+++ 21:22 Bürgermeister von Melitopol ruft Bewohner zur Flucht vor Winter auf +++
Der Bürgermeister des von Russland besetzten Melitopol ruft die Bürger auf, die Stadt vor dem Winter zu verlassen. Iwan Fjodorow, rechtmäßiger Bürgermeister der Stadt, erklärt auf Telegram, die Stadt sei seit einem Monat praktisch ohne Gas, russische Berichte über den Bau einer Pipeline von der Küstenstadt Berdiansk aus seien gefälscht. Fjodorow fordert die Einwohner auf, in ukrainisch kontrolliertes Gebiet zu fliehen.

+++ 20:59 US-Bericht spricht von russischen Filtrationslagern für Ukrainer +++
Russland und seine Verbündeten betreiben einem US-Bericht zufolge 21 Einrichtungen, in denen ukrainische Zivilisten und Kriegsgefangene festgehalten, verhört und dann weitergeleitet werden. Die Untersuchung der Yale University mit Unterstützung des US-Außenministeriums beschreibt ein System, in dem Zivilisten registriert werden, bevor sie entweder freigelassen, weiter festgehalten oder nach Russland abtransportiert werden. Der Leiter des Humanitarian Research Lab in Yale, Nathaniel Raymond, spricht von einem "Filtrationssystem" für Menschen. Der Bericht basiert unter anderem auf Satellitenbildern. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor. Die Ukraine wirft Russland vor, Hunderttausende Menschen aus den besetzten Gebieten verschleppt zu haben. Die Regierung in Moskau erklärt, man biete humanitäre Hilfe für diejenigen an, die die Region verlassen wollten.

+++ 20:42 USA fordern demilitarisierte Zone um AKW Saporischschja +++
Die USA sprechen sich dafür aus, um das von Russland besetzte ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja eine demilitarisierte Zone zu errichten. US-Regierungssprecherin Karine Jean-Pierre erklärt zudem, Präsident Joe Biden habe in einem Telefonat mit seinem ukrainischen Kollegen Wolodymyr Selenskyj erneut der Ukraine die Unterstützung seines Landes zugesichert.

Frühere Entwicklungen rund um den Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ghö/jug/vmi/dpa/rts/AFP

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