Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:31 USA stellen Sanktionen gegen russische Schattenflotte in Aussicht +++

05.02.2026, 00:01 Uhr

Die nächsten Verhandlungen über ein Ende des Krieges werden nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj wahrscheinlich in den USA stattfinden. Die Ukraine sei bereit zu allen Gesprächsformaten, "die den Frieden wirklich näher bringen und ihn zuverlässig und dauerhaft machen können, sodass Russland den Appetit verliert, weiterzukämpfen", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Es ist wichtig, dass dieser Krieg so endet, dass Russland keinen Lohn für seine Aggression erhält." Seit Mittwoch hatten Unterhändler der Ukraine, Russlands und der USA in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten miteinander gesprochen. Selenskyj sagt nicht, ob die künftigen Gespräche in den USA ebenfalls in diesem Dreierformat stattfinden sollen.

+++ 22:01 USA stellen Sanktionen gegen russische Schattenflotte in Aussicht +++

US-Finanzminister Scott Bessent knüpft weitere Sanktionen gegen Russland an den Verlauf der Friedensgespräche. Er erwäge Strafmaßnahmen gegen die russische Schattenflotte von Öltankern, sagt Bessent. Bestehende Sanktionen gegen die Ölkonzerne Rosneft und Lukoil hätten Russland an den Verhandlungstisch gebracht.

+++ 21:30 Kiew: Trilaterale Gespräche werden "in kommenden Wochen" fortgesetzt +++

Die von den USA vermittelten Gespräche zwischen der Ukraine und Russland werden ukrainischen Angaben zufolge in den nächsten Wochen fortgesetzt. Die Delegationen hätten vereinbart, "ihre Hauptstädte zu informieren und die trilateralen Gespräche in den kommenden Wochen fortzusetzen", erklärt Kiews Chefunterhändler Rustem Umerow nach der zweiten Runde der Gespräche in Abu Dhabi auf Telegram. Seinen Angaben zufolge drehten sich die Gespräche insbesondere um "Methoden für die Umsetzung einer Waffenruhe".

+++ 21:00 Polen und Ukraine wollen gemeinsam Rüstung produzieren +++

Polen und die Ukraine wollen ihre Zusammenarbeit bei der Rüstungsproduktion verstärken. Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten der polnische Regierungschef Donald Tusk und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Auf der Plattform X schreibt Tusk, dies sei "mehr als nur die Vorstufe zur praktischen Zusammenarbeit". Er ergänzt: "Dies war seit vielen Monaten unser Ziel, und wir haben erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Idee der gemeinsamen Waffen- und Munitionsproduktion zu verwirklichen." Wie die Nachrichtenagentur PAP unter Berufung auf Tusk ausführt, ist neben der gemeinsamen Produktion von Munition und verschiedener Militärausrüstung auch eine gemeinsame Entwicklung von Verteidigungstechnologien geplant. Die Produktion soll demnach an Betriebsstandorten sowohl in Polen als auch in der Ukraine erfolgen.

+++ 20:29 Trump für neuen Atomwaffenvertrag mit Russland +++

US-Präsident Donald Trump spricht sich für einen neuen Atomwaffenvertrag mit Russland aus. Trump schreibt in seinem Onlinedienst Truth Social, es brauche einen "neuen, verbesserten und modernisierten Vertrag", der lange Bestand haben könne. Zuvor war das "New Start"-Abkommen ausgelaufen, mit dem die USA und Russland seit 2010 die Zahl ihrer atomaren Sprengköpfe begrenzt hatten. Der US-Präsident erklärt, er lehne eine Verlängerung von "New Start" ab. Es handele sich um ein "schlecht ausgehandeltes Abkommen der Vereinigten Staaten", das "grob verletzt" werde. Nach Angaben des Weißen Hauses will Trump in den neuen Vertrag auch China einbeziehen.

+++ 19:49 Ukraine: Haben russisches Raketen-Startgelände attackiert +++

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben im vergangenen Monat das russische Testgelände Kapustin Jar in der Region Astrachan attackiert. "Nach aktuellem Kenntnisstand wurden auf dem Testgelände einige Gebäude unterschiedlich stark beschädigt, einer der Hangars wurde erheblich beschädigt, und ein Teil des Personals wurde vom Gelände evakuiert", teilt der ukrainische Generalstab auf Telegram mit. Kapustin Jar ist ein in der Sowjetunion erbautes Gelände. Russland nutzt den Standort, um ballistische Raketen vom Typ Oreshnik auf die Ukraine abzufeuern. Die ukrainischen Angriffe erfolgten laut dem Generalstab mit Langstreckenwaffen vom Typ FP-5 "Flamingo".

+++ 18:55 Macrons Berater bemüht sich in Moskau wohl um Gespräche mit Putin +++

Das französische Präsidialamt bemüht sich um eine Wiederaufnahme des Dialogs mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Ein Berater des französischen Präsidenten Emmanuel Macron habe zu diesem Zweck am Dienstag in Moskau einen Berater Putins getroffen, heißt es aus informierten Kreisen in Paris. Das Treffen von Emmanuel Bonne und Juri Uschakow wurde offiziell weder bestätigt noch dementiert. Unterdessen erklärt der russische Außenminister Sergej Lawrow, dass Putin zu Gesprächen bereit sei. "Wenn Sie anrufen wollen, um etwas ernsthaft zu besprechen, dann rufen Sie an", sagt Lawrow an die Adresse Macrons gerichtet dem staatlichen Sender RT. Putin werde immer ans Telefon gehen, wenn es um seriöse Vorschläge gehe. Solche Vorschläge blieben "nicht ohne eine ernsthafte, konkrete und praktische Antwort", fügte er hinzu.

+++ 18:18 Gefangenenaustausch zwischen Russland und Ukraine vollzogen +++

Erstmals seit Monaten haben Russland und die Ukraine wieder Kriegsgefangene in größerem Umfang ausgetauscht. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigt die Rückkehr von 157 russischen Soldaten aus ukrainischer Gefangenschaft. Zudem seien drei Zivilisten in ihre Heimat zurückgekehrt, die bei der kurzzeitigen Besetzung von Teilen des westrussischen Gebiets Kursk in die Ukraine gebracht worden seien. "Im Gegenzug wurden 157 gefangene ukrainische Soldaten übergeben", heißt es in der Mitteilung der Behörde.

+++ 17:37 Deutsche Firma plant Minenfabrik in Lettland +++

Der deutsche Waffenhersteller Dynamit Nobel Defence will eine Produktionsstätte für Panzerabwehrminen in Lettland errichten. Im Beisein des lettischen Verteidigungsministers Andris Spruds wurde dazu in Riga eine entsprechende Absichtserklärung zwischen dem Rüstungsunternehmen und der lettischen State Defence Corporation unterzeichnet. Die Fabrik soll demnach 2028 ihren Betrieb in dem an Russland und dessen Verbündeten Belarus grenzenden baltischen EU- und Nato-Land aufnehmen. Produziert werden sollen Minen vorrangig für die lettische Armee, heißt es in der Ministeriumsmitteilung.

+++ 17:04 Russischer Sprengsatz trifft Audi - aber er fährt noch +++

Nach einem russischen Drohnenangriff in Kiew ist ein Audi A3 schwer beschädigt - doch der Motor läuft noch tadellos. Eine Werkstatt kündigt nun an, das Auto vollständig zu restaurieren.

+++ 16:27 HUR: Russland schoss am 3. Februar Raketen im Wert von mehr als 324 Millionen Dollar auf Kiew +++

Die Gesamtkosten der Waffen, die Russland beim massiven Luftangriff auf die Ukraine am 3. Februar eingesetzt hat, summieren sich auf Hunderte Millionen Dollar. Dies schreibt der ukrainische Militärgeheimdienstes HUR bei Facebook. Die russischen Streitkräfte hatten demnach in der Nacht zum 3. Februar einen massiven kombinierten Luftangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur durchgeführt und dabei insgesamt 562 Luftangriffssysteme eingesetzt. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland unter anderem ballistische Raketen, Hyperschallraketen, und Marschflugkörper ein. Die Gesamtkosten der eingesetzten Waffen beliefen sich auf 324,8 Millionen Dollar - das seien 190 Millionen Dollar mehr als während des massiven Angriffs am 20. Januar. "Mit diesem Geld könnte die Jüdische Autonome Region Russlands mit einer Bevölkerung von etwa 144.000 Einwohnern ein ganzes Jahr lang leben oder die Stadt Kaluga mit einer Bevölkerung von über 320.000 Einwohnern. Dieser Betrag ist auch vergleichbar mit dem Sechsmonatsbudget der Region Kostroma", betont der Geheimdienst. Statt die Lebensbedingungen und Infrastruktur der eigenen Regionen zu verbessern, habe der Kreml das Geld für Angriffe auf die zivile Infrastruktur der Ukraine ausgegeben.

+++ 15:52 Bericht: USA und Russland vor Einigung zu Abrüstungsvertrag "New Start" +++

Die USA und Russland stehen einem Medienbericht zufolge kurz vor einer Einigung, die Regeln des heute auslaufenden atomaren Abrüstungsvertrages "New Start" weiter zu befolgen. Das Nachrichtenportal Axios berichtet dies unter Berufung auf drei mit den Gesprächen vertraute Personen. Die Verhandlungen hätten in den vergangenen 24 Stunden in Abu Dhabi stattgefunden, eine Einigung sei jedoch noch nicht erzielt worden, heißt es unter Berufung auf eine weitere Person. Dem Bericht zufolge ist unklar, ob eine Vereinbarung über eine Verlängerung um möglicherweise sechs Monate formell besiegelt wird.

+++ 15:21 Vertrauliche BKA-Analyse zählt mehr als 320 Sabotage-Verdachtsfälle in 2025 +++

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im vergangenen Jahr insgesamt 321 Verdachtsfälle von Sabotage registriert. Das geht aus einem vertraulichen Lagebild der Behörde hervor, das NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) vorliegt .In Nordrhein-Westfalen (88) und Niedersachsen (51) gab es demnach die meisten Vorfälle. Ebenfalls vom BKA registriert werden verdächtige Drohnenüberflüge, die teilweise als Ausspähungen eingestuft werden. Laut der Analyse wurden den Behörden im vergangenen Jahr 1289 derartige Vorfälle gemeldet, bei denen insgesamt 2310 Drohnen beobachtet worden sein sollen. In einigen Fällen seien gleich mehrere Drohnen gesichtet worden. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass hinter einigen dieser Vorfälle russische staatliche Stellen stecken könnten.

+++ 14:47 Wie die Menschen in Kiew ohne Strom, Heizung und Leitungswasser überleben +++

Das Leid der Menschen in der Ukraine angesichts einer zerschossenen Infrastruktur im frostigen Winter hält an. Kein Leitungswasser, kein Strom, keine Heizung - und das Leben geht weiter. Trotz minus drei Grad in der Wohnung oder einer Gefangenschaft im 24. Stock.

+++ 14:15 Kreml äußert Bedauern über Ende von Abrüstungsvertrag mit den USA +++

Der Kreml äußert sein Bedauern über das Ende des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags mit den USA. Der New-Start-Vertrag zur Begrenzung der strategischen Atomwaffen ende heute, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. „Wir schätzen das negativ ein, äußern unser Bedauern in dem Zusammenhang“, sagt Peskow. Moskau und Washington hatten den Vertrag 2010 geschlossen. In dem Abkommen verpflichten sich beide Seiten dazu, die Zahl der strategischen Nuklearsprengköpfe auf je 1.550 zu beschränken. Auch die Zahl der Interkontinentalraketen und ihrer Träger wird begrenzt.

+++ 13:54 "Völlig inakzeptabel": Wadephul verärgert über Diplomaten-Ausweisung +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul verurteilt die Ausweisung eines deutschen Diplomaten aus Russland als "völlig inakzeptabel". Sie "entbehrt jeder sachlichen Grundlage", sagt er bei einem Besuch im Sultanat Brunei. "Wir behalten uns weitere Maßnahmen vor." Bei dem betroffenen Mitarbeiter handele es sich um einen Angehörigen des Militärattaché-Stabs der Deutschen Botschaft in Moskau. "Während sich unsere Diplomaten an Recht und Gesetz halten, setzt Russland auf Eskalation und Spionage unter dem Deckmantel der Diplomatie", sagt Wadephul. "Russland setzt auf ungerechtfertigte Vergeltungsmethoden statt auf Diplomatie."

+++ 13:20 Ukraine: Gespräche mit Russland in Abu Dhabi beendet +++

Die Ukraine und Russland haben ihre zweitägigen Verhandlungen unter Vermittlung der USA in Abu Dhabi beendet. Dies sagt ein ukrainischer Berater. Inhaltliche Details sind noch offen.

+++ 12:42 Russland und die Ukraine wollen Hunderte Gefangene austauschen +++

Russland und die Ukraine haben sich bei ihren von den USA vermittelten Gesprächen in Abu Dhabi auf einen neuen Gefangenenaustausch geeinigt. Der Austausch sei der erste seit fünf Monaten und betreffe 314 Gefangene, teilt der US-Sondergesandte Steve Witkoff bei X mit. Die Einigung sei "durch detaillierte und produktive Friedensgespräche erzielt" worden, fügt Witkoff hinzu und betont, dass "noch viel Arbeit vor uns liegt".

+++ 12:05 Neue Verlustzahlen tun Ukraine wesentlich mehr weh +++

Ein amerikanisches Institut veröffentlicht neue Zahlen zu den Verlusten auf ukrainischer und russischer Seite. Zwar verzeichnet Russland mehr gefallene Soldaten, im Verhältnis zur Bevölkerung täten die Verluste der Ukraine mehr weh, so Russlandkorrespondent Rainer Munz.

+++ 11:33 "Werstka": Mörder tötet nach Rückkehr aus dem Krieg auch seine neue Freundin +++

Russland ist bekanntermaßen nicht wählerisch bei der Auswahl seiner Soldaten. Das russische Investigativportal "Werstka" berichtet nun erneut über die fatalen Folgen, die das haben kann. So hatte die Söldnergruppe Wagner einen Vertrag mit dem Häftling Pijotr Sutajkin unterzeichnet, der 2022 wegen Mordes an seiner Freundin verurteilt worden war. Er hatte ihr vorgeworfen, "andere Männer zu treffen und ihn zu betrügen", und sie zu Tode geprügelt. Als er dann aus dem Krieg aus der Ukraine zurückkehrte, lernte er seine neue Freundin kennen, die er Monate später ebenfalls schlug und tödlich verletzte. Wieder war der Grund offenbar Eifersucht, sie hatte Freunde vor ihm gehabt. Wie "Werstka" berichtet, verurteilt ein Gericht in Omsk den Mann nun zu neun Jahren und sieben Monaten Haft. Das Portal hatte zuvor bereits über ähnliche Fälle geschrieben. So sollen bislang nach Berechnung des Geheimdienstes in Russland etwa 550 Zivilisten von zurückgekehrten Kriegsveteranen getötet und weitere 465 verletzt worden sein.

+++ 10:59 "Persona non grata" - Russland weist deutschen Diplomaten aus +++

Russland bestellt den deutschen Botschafter in Moskau ein und erklärt einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Moskau zur "persona non grata". Dies sei eine Antwort auf die Entscheidung der Bundesregierung vom 22. Januar, einen Mitarbeiter der russischen Botschaft zur unerwünschten Person zu erklären, teilt das russische Außenministerium mit. Die Spionagevorwürfe gegen den russischen Diplomaten seien "unbegründet und fabriziert". Die Bundesregierung trage die volle Verantwortung für die neue Eskalation in den bilateralen Beziehungen.

+++ 10:31 Auslaufen von "New Start": Nato ruft zu "Zurückhaltung" auf +++

Nach dem Auslaufen des "New Start"-Abkommens zwischen Russland und den USA ruft die Nato zu "Zurückhaltung und Verantwortung im Nuklearbereich" auf. Dies sei "für die globale Sicherheit von entscheidender Bedeutung", erklärt ein Nato-Vertreter. Die Nato werde "weiterhin die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit" der Abschreckung und Verteidigungsbereitschaft des Bündnisses sicherzustellen, fügt er hinzu.

+++ 09:57 Dmitriew schimpft auf europäische "Kriegstreiber" +++

Dem russischen Verhandlungsführer Kirill Dmitriew zufolge gibt es bei den Gesprächen in Abu Dhabi Fortschritte. "Kriegstreiber" aus Europa und Großbritannien versuchten zwar ständig, sich in diesen Prozess einzumischen, sagt er zu Reportern vor der Fortsetzung der Gespräche. Je mehr solche Versuche unternommen würden, desto mehr würde sich jedoch zeigen, dass Fortschritte erzielt würden. "Es gibt positive Entwicklungen." Es werde aktiv an der Wiederherstellung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gearbeitet, unter anderem im Rahmen einer amerikanisch-russischen Arbeitsgruppe zum Thema Wirtschaft.

+++ 09:28 Kuleba: Russland nimmt nun ukrainische Bahn ins Visier +++

Russland hat nach ukrainischen Angaben die Eisenbahninfrastruktur in der nördlichen Region Sumy angegriffen. Der stellvertretende Ministerpräsident Olexij Kuleba schreibt auf Telegram, dass bei dem "massiven" Drohnenangriff auch die Energieversorgung der Bahn ins Visier genommen worden sei. "Der Feind versucht, den Zugverkehr zu stoppen", schreibt Kuleba weiter. Er bezeichnet den Angriff als Terrorakt gegen die ukrainische Logistik. Der ukrainische Bahnchef Oleksandr Perzowskyj warf zuvor Russland bei seinen Angriffen auf das Schienennetz Kalkül vor, um ganze Regionen vom Rest des Landes zu trennen. "Das Ziel ist sehr klar: Wenn man die jüngsten Angriffe auf der Karte betrachtet, fällt deutlich auf, dass versucht wird, bestimmte Regionen der Ukraine effektiv abzuschneiden."

+++ 09:00 Von Misstrauen überschattet: Neue Runde in Abu Dhabi gestartet +++

In Abu Dhabi gehen die Dreier-Verhandlungen zwischen Russen, Ukrainern und Amerikanern weiter. "Wir arbeiten in denselben Formaten wie gestern: trilaterale Konsultationen, Gruppenarbeit und weitere Abstimmung der Positionen", sagt Rustem Umerov, Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates. Die Verhandlungen werden jedoch von schweren russischen Angriffen auf russische Zivilisten und gegenseitigem Misstrauen überschattet.

+++ 09:00 Zerstörungen und Verletzte: Russen greifen wieder Kiew an +++

Bei russischen Drohnenangriffen in der Nacht auf die ukrainische Hauptstadt Kiew werden nach Behördenangaben zwei Menschen verletzt. Eine 79-jährige Frau sei ins Krankenhaus gebracht, eine 89-Jährige ambulant behandelt worden, teilt die Kiewer Polizei bei Telegram mit. Demnach schlugen die Drohnen im Stadtteil Solomjanka im Westen Kiews ein und beschädigten mehrere Wohnblöcke. Schäden werden auch aus anderen Stadtvierteln der Drei-Millionen-Metropole gemeldet. Unter anderem trifft es Wohnhäuser und einen großen Parkplatz.

+++ 08:35 "Da liegen noch Tote": Video zeigt Rettungsaktion nach Angriff auf Marktplatz +++

Trotz laufender Verhandlungen gehen die russischen Angriffe unvermindert weiter - und treffen erneut Zivilisten. Auf einem belebten Marktplatz in der ostukrainischen Stadt Druschkiwka werden am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet. Sanitäter der Polizei Donezk kämpfen sich durch das Chaos, wie ein Video nun zeigt.

+++ 08:04 Ukraine meldet Starlink-Ausfälle bei russischen Truppen +++

Die russische Armee kann ukrainischen Angaben zufolge offenbar an weiten Teilen der Front nicht mehr auf Starlink zugreifen. Dies schreibt Serhij Sternenko, Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, auf X. "Der Feind meldet eine massive Abschaltung von Starlink in russischen Einheiten an der Front. Wenn das wirklich stimmt, dann wird die ukrainische Armee ihren Kommunikationsvorteil zurückgewinnen, und der Feind wird eine Reihe von Problemen mit der Führung seiner Truppen auf taktischer Ebene haben." Elon Musk hatte kürzlich auf die Nutzung der russischen Armee von Starlink reagiert und auf X geschrieben: "Es sieht so aus, als hätten die Schritte, die wir unternommen haben, um die unbefugte Nutzung von Starlink durch Russland zu stoppen, funktioniert."

+++ 07:33 Kremlkritiker: Irgendwann muss Moskau seine Forderungen abschwächen +++

Der prominente Kremlkritiker Michail Chodorkowski geht nicht davon aus, dass Russlands Machthaber Wladimir Putin schnell zu einer Beendigung des Krieges gebracht werden könne. Die Fähigkeit beider Seiten, den Krieg so intensiv wie bisher zu führen, schwinde allerdings rapide. "Wir sehen, wie insbesondere für Russland die wirtschaftliche Lage, die Aussicht auf weitere Mobilisierungen und die sich wandelnde Stimmung in der Bevölkerung die Lage zunehmend unangenehm machen", schreibt Chodorkowski, der lange in russischen Straflagern saß und inzwischen im Exil lebt, auf X. Man dürfe aber Putin nicht etwas anbieten, da er Kompromisse als Schwäche sehe, sondern müsse Zwang anwenden. "Wenn die USA der Ukraine Langstreckenwaffen anbieten würden, würde dies den Verlauf des Krieges vielleicht nicht radikal ändern, aber es könnte Putin echte Probleme bereiten." Chodorkowski schreibt auch: "Irgendwann, wahrscheinlich in nicht allzu ferner Zukunft, werden wir einen Punkt erreichen, an dem Russland aus purer Notwendigkeit gezwungen sein wird, seine Forderungen zu mildern. An diesem Punkt wird es eine echte Chance auf Erfolg bei den Friedensgesprächen geben."

+++ 07:04 Simulation spielt russischen Angriff durch +++

"Ernstfall - Was, wenn Russland uns angreift?" Eine Simulation von "Welt" und dem German Wargaming Center der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zeigt, welche direkten Auswirkungen ein russischer Angriff für die Bevölkerung haben könnte: So könnten Cyberangriffe etwa das Online-Banking lahmlegen und Geldautomaten ausfallen lassen, während gezielte Desinformation Unsicherheit und Verunsicherung verbreite. Das durchgespielte Szenario sei dabei ausdrücklich hypothetisch gewesen und stelle einen von mehreren möglichen Krisenverläufen dar, heißt es. Laut dem CDU-Politiker Kiesewetter zeigt die Simulation, wie stark Deutschland bis heute vom Leitmotiv "Nie wieder Krieg" geprägt sei. Viele Nachbarstaaten, die unter deutscher Besatzung gelitten hätten, seien dagegen vom Gedanken "Nie wieder wehrlos" geprägt. Beides müsse zusammengebracht werden. "Wer nie wieder Krieg will, darf nie wieder wehrlos sein", sagt der CDU-Politiker. Zugleich habe das Planspiel verdeutlicht, wie wichtig eine frühzeitige und klare Information der Bevölkerung sei. Verzögerungen und Unklarheiten spielten Gegnern in die Hände und schürten Ängste.

+++ 06:29 Selenskyj beziffert ukrainische Verluste - Denkfabrik geht von noch höheren Zahlen aus +++

Ein Bericht der in Washington ansässigen Denkfabrik CSIS (Center for Strategic and International Studies) widerspricht den Totenzahlen, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nennt. Dieser beziffert die offiziellen Verluste eigener Truppen seit Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffskriegs 2022 auf 55.000 getötete Soldaten (siehe Eintrag um 23:40). Der CSIS-Bericht geht allerdings bis Ende Januar für die Ukraine von Verlusten von 500.000 bis 600.000 Soldaten seit Kriegsbeginn aus, darunter 100.000 bis 140.000 Tote. Die Verluste auf der russischen Seite werden darin mit 1,2 Millionen Soldaten beziffert, davon 325.000 Tote. Das CSIS stützt sich bei den Zahlen nach eigenen Angaben auf Informationen des Militärs, der Geheimdienste und Regierungen verschiedener Länder.

+++ 06:07 "Neue Phase erhöhter nuklearer Gefahren" - Atomwaffenabkommen läuft heute aus +++

Der Atomwaffenvertrag New Start zwischen den USA und Russland läuft heute als letztes großes Abkommen zur nuklearen Abrüstung aus. Washington habe bis zuletzt nicht auf den russischen Vorschlag geantwortet, die festgelegten Obergrenzen für ein weiteres Jahr einzuhalten, sagt der außenpolitische Sprecher von Kremlchef Wladimir Putin, Juri Uschakow. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Daher gehe Moskau davon aus, dass die Vertragspartner nicht weiter an Verpflichtungen des Vertrags gebunden seien und grundsätzlich frei seien in der Wahl ihrer folgenden Schritte. New Start war 2010 vereinbart worden und sah vor, die Arsenale auf 1.550 strategische Atomsprengköpfe und 700 einsatzbereite Trägersysteme für jede Seite zu beschränken. US-Präsident Donald Trump sagte zuletzt zum Ende des Vertrages: "Wir werden einfach ein besseres Abkommen machen." Washington fordert die Einbeziehung Chinas, das nuklear rasch aufrüstet, in ein künftiges Kontrollsystem. Peking lehnt dies ab. Experten befürchten ohne New Start ein neues nukleares Wettrüsten. "Das Auslaufen des New-Start-Vertrags läutet eine neue Phase erhöhter nuklearer Gefahren ein", so Karim Haggag, der Direktor des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri.

+++ 05:41 AfD irritiert über Einladungen zur Münchner Sicherheitskonferenz +++

In der AfD sorgen die Einladungen zur Münchener Sicherheitskonferenz für Irritationen. Der verteidigungspolitische Sprecher der Partei, Rüdiger Lucassen, selbst Gast, sagt dem "Tagesspiegel" zu den beiden anderen eingeladenen AfD-Vertretern, Anna Rathert und Heinrich Koch: "Ich kann mir diese beiden Einladungen nicht erklären." Seine Einladung sei sehr früh angekommen und er habe bereits einen Kontakt zu Ischinger gehabt, sagt Lucassen. "Man fragt sich, warum Markus Frohnmaier nicht eingeladen wurde." Frohnmaier ist außenpolitischer Sprecher der AfD. SPD und Grüne sehen die Teilnahme der AfD insgesamt kritisch und warnen vor Sicherheitsrisiken.

+++ 04:43 Selenskyj: Wir erwarten Austausch Kriegsgefangener +++

Vor dem Hintergrund der laufenden Gespräche mit Moskau und Washington rechnet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit einem baldigen Austausch von Kriegsgefangenen. In seiner abendlichen Videobotschaft sagt er, es werde einen wichtigen Schritt geben - hin zum Austausch von Gefangenen. Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen heute in Abu Dhabi weitergehen. Zuvor hatte auch der Kiewer Chefunterhändler, Rustem Umjerow, von einem Gefangenenaustausch gesprochen.

+++ 03:41 Ukraine befürchtet weitere Stromausfälle nach russischen Angriffen +++

Der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal warnt die Bevölkerung vor einer Verschärfung der geplanten Stromabschaltungen in den kommenden Tagen. Zudem bestehe die Gefahr, dass die russischen Streitkräfte neue Luftangriffe starten könnten, um die Strom- und Heizungsnetze weiter lahmzulegen, sagt Schmyhal. Die Lage bei der Energieversorgung bleibe sehr schwierig. "Dies hängt mit dem letzten Angriff zusammen und der Tatsache, dass die Erzeugungsausfälle im Stromsystem immer noch erheblich sind", schreibt der Minister auf Telegram. In der Hauptstadt Kiew sind demnach mehr als 200 Notfallteams im Einsatz, um die Wärmeversorgung nach den russischen Angriffen im Januar wiederherzustellen. Dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge waren am Dienstag noch mehr als 1100 Gebäude ohne Heizung.

+++ 02:19 Auslaufender Atomvertrag: Wadephul besorgt über Ende von New Start +++

Mit dem Auslaufen des letzten großen Atomwaffenvertrags zwischen den USA und Russland wächst die Sorge vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Außenminister Johann Wadephul mahnt im australischen Canberra, Vertrauen in der internationalen Politik wieder zur Grundlage von Rüstungskontrolle zu machen - und fordert dabei auch China zu mehr Verantwortung auf. "Jede Rüstungskontrollvereinbarung, die ausläuft, muss unsere Besorgnis erregen", sagt der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner australischen Kollegin Penny Wong in der Hauptstadt Canberra. Es müsse wieder Vertrauen in der Welt geschaffen werden, als Grundlage für neue Vereinbarungen. "Das gilt nicht nur für das Verhältnis zwischen den USA und Russland, sondern in der Tat: Auch China muss einbezogen werden", betont Wadephul.

+++ 01:05 "Washington Post" schließt auch Büro in Kiew +++

Die "Washington Post", die seit 2013 dem amerikanischen Oligarchen Jeff Bezos gehört, schließt ihr Kiewer Büro inmitten des härtesten Winters seit Beginn des russischen Angriffskrieges. "Ich wurde mitten im Kriegsgebiet von der Washington Post entlassen. Mir fehlen die Worte. Ich bin am Boden zerstört", schreibt Ukraine-Korrespondentin Lizzie Johnson auf X. Die Leiterin des Ukraine-Büros, Siobhán O'Grady, bezeichnet die Stelle als "die Ehre meines Lebens" und bedauert die Entscheidung.

+++ 23:40 Selenskyj nennt Zahl gefallener Ukrainer +++

Rund 55.000 ukrainische Soldaten sind nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges vor fast vier Jahren getötet worden. "In der Ukraine beträgt die Zahl der auf dem Schlachtfeld getöteten Militärs, ob Berufssoldaten oder Freiwillige, offiziell 55.000", sagt Selenskyj in einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 2. Zugleich gebe es eine "große Zahl" von Menschen, die sein Land als vermisst betrachte, fügt er hinzu. Wenn Russland die Ostukraine militärisch erobern wolle, müsse es 800.000 weitere Männer opfern. Russland werde mindestens zwei weitere Jahre dafür brauchen und "sehr langsam vorrücken", so Selenskyj laut dem Sender. "Meiner Meinung nach werden sie nicht so lange durchhalten."

+++ 22:15 Rubio: Liste ungelöster Streitpunkte zwischen Kiew und Moskau deutlich reduziert +++

US-Außenminister Marco Rubio ist der Ansicht, dass sich die Liste der ungelösten Streitpunkte zwischen der Ukraine und Russland im Laufe des letzten Jahres deutlich verkürzt hat. Das berichtet Ukrinform, die nationale Nachrichtenagentur der Ukraine. Sie beruft sich auf eine Aussage des Ministers vor Journalisten zu einer Frage nach dem Fortschritt der Verhandlungen zwischen den Delegationen der Ukraine und Russlands in Abu Dhabi. "Wir glauben, dass wir im letzten Jahr Fortschritte erzielt haben. Wenn man die Liste der offenen Fragen von vor einem Jahr mit der Liste der heute noch offenen Fragen im Hinblick auf ein Friedensabkommen zwischen der Ukraine und Russland vergleicht, hat sich diese Liste deutlich verkürzt. Das sind gute Nachrichten", so Rubio.

+++ 21:52 Ukrainischer Bahnchef: Russland will mit Angriffen Landesteile abschneiden +++

Der ukrainische Bahnchef hat Russland bei seinen Angriffen auf das Schienennetz Kalkül vorgeworfen, um ganze Regionen vom Rest des Landes zu trennen. "Das Ziel ist sehr klar: Wenn man die jüngsten Angriffe auf der Karte betrachtet, fällt deutlich auf, dass versucht wird, bestimmte Regionen der Ukraine effektiv abzuschneiden", sagt der ukrainische Bahnchef Oleksandr Perzowskyj. Die ukrainische Bahn sei stolz darauf, dass ihre Züge "trotz des Krieges fahrplanmäßig verkehren", sagt der Bahnchef weiter. Doch vor die Wahl gestellt würde das staatliche Unternehmen auf "Nummer sicher" gehen und "anhalten und das Personal evakuieren" anstatt weiterzufahren. Moskau hat in den vergangenen Monaten seine Angriffe auf die Bahn-Infrastruktur der Ukraine verstärkt. Bei den Angriffen wurden Zivilisten getötet und Zugstrecken unterbrochen, die zur Evakuierung von Menschen aus dem Frontgebiet genutzt wurden.

+++ 21:31 Grüne werfen Bundesregierung Untätigkeit bei russischer Schattenflotte vor +++

Die Bundesregierung kann nach eigenen Angaben nicht beziffern, wie viele Schiffe der russischen Schattenflotte seit 2022 die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone durchquert haben. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Demnach soll der Anteil sogenannter "Substandard-Vessels" "nicht ermittelbar" sein, da diese Schiffe Häfen mit Hafenstaatkontrollen gezielt meiden würden, wird aus der Antwort des Verkehrsministeriums zitiert. Mit "Substandard-Vessels" gemeint sind jene Schiffe, die internationale Sicherheits-, Umwelt- oder Sozialstandards nicht erfüllen. Bis einschließlich November seien die Behörden nur in einem einzigen Fall gegen ein Schiff der Schattenflotte tätig geworden. Im Dezember gab es einen zweiten Fall. "Die Bundesregierung toleriert durch ihr ausbleibendes Handeln die Finanzierung des russischen Angriffskrieges über den Export russischen Öls durch die Ostsee, der zudem mit einer massiven Gefahr für die Umwelt einhergeht", kritisiert der Bundestagsabgeordnete der Grünen, Anton Hofreiter, im "Spiegel" , der die Anfrage initiiert hat.

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