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Bekenntnis vor UN-Klimagipfel 66 Staaten wollen CO2-neutral werden

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Kohlekraftwerke gehören zu den schlimmsten CO2-Verursachern weltweit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Welt befindet sich in einem Wettlauf gegen die Zeit, sagt UN-Generalsekretär Guterres. In Sachen Klimawandel sei schnelles Handeln angesagt. Deswegen verpflichten sich mehrere Staaten und Regionen, bald nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen als gleichzeitig abgebaut oder gespeichert werden kann.

Kurz vor Beginn des UN-Klimagipfels haben sich 66 Länder verpflichtet, bis zum Jahr 2050 CO2-Neutralität zu erreichen. Auch zehn Regionen, 102 Städte und 93 Unternehmen schlossen sich der Selbstverpflichtung an, wie das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres mitteilte. In New York City kommen rund 60 Staats- und Regierungschefs zusammen, um über einen besseren Klimaschutz zu beraten.

"Die Klimakrise ist ein Wettlauf, den wir im Moment zu verlieren drohen. Aber es ist auch ein Wettlauf, den wir gewinnen können", erklärte Guterres. Der UN-Generalsekretär hatte zu dem Klimagipfel in New York eingeladen. An ihm nehmen auch Vertreter der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft teil, darunter die 16-jährige schwedische Aktivistin Greta Thunberg, die mit ihren freitäglichen Schulstreiks die neue weltweite Jugendbewegung für den Klimaschutz ins Rollen gebracht hat.

Als Ziel des Gipfels hatte Guterres im Vorfeld ausgegeben, dass die Weltgemeinschaft sich zu einer deutlicheren Verringerung des klimaschädlichen Kohlendioxidausstoßes verpflichtet. Dazu trägt die Vereinbarung der 66 Staaten bei. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird in einer kurzen Rede bei dem Gipfel das Klimaschutzpaket präsentieren, das die Bundesregierung am Freitag auf den Weg gebracht hatte.

Bei der CO2-Neutralität geht es darum, nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen als gleichzeitig abgebaut oder gespeichert werden kann. Eine weltweite CO2-Neutralität bis zur Mitte dieses Jahrhunderts ist nach Einschätzung des Weltklimarats die Voraussetzung dafür, die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen zu können. Dieses Ziel hatte sich die internationale Gemeinschaft im Pariser Klimaabkommen 2015 gesetzt.

Moskau setzt Pariser Abkommen durch

Vier Jahre später ist nun auch Russland per Regierungsverfügung dem Abkommen offiziell beigetreten. Regierungschef Dmitri Medwedew unterzeichnete das Dokument, wie er in Moskau mitteilte. Russland werde die Luftverschmutzung reduzieren und Wälder aufforsten, sagte er. Unklar bleibt aber, wie Russland den Ausstoß des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 reduzieren will. Die Rohstoffgroßmacht, die vor allem von ihren Gas- und Ölressourcen lebt, gehört zu den Ländern mit dem höchsten Ausstoß von Kohlendioxid.

Kremlchef Wladimir Putin hatte Ende Juni eine baldige Ratifizierung des Abkommens - also eine Bestätigung durch das Parlament - angekündigt. Nun teilte die Regierung mit, es brauche gar keinen Ratifizierungsprozess. "Für unser Land ist die Teilnahme an diesem Prozess wichtig", sagte Medwedew. Besonders für die Menschen, die in Regionen mit Permafrostböden lebten, sei dies auch eine Frage der Sicherheit. Wegen des Klimawandels tauen dort die Böden auf.

Medwedew sagte, dass durch den Klimawandel das ökologische Gleichgewicht zerstört werde. Außerdem habe die Zahl der Naturkatastrophen zugenommen. Russland kämpfte im Sommer gegen die schlimmsten Waldbrände seit Jahren in Sibirien sowie gegen eine Jahrhundertflut nach extremen Regenfällen. Russland stehe nun vor der Aufgabe, Maßnahmen für eine Einhaltung der Klimaziele von Paris zu entwickeln, sagte Vize-Regierungschef Alexej Gordejew. Ein solches Papier, das die nationalen Interessen Russlands berücksichtige, solle 2020 vorliegen.

Quelle: ntv.de, fzö/AFP/dpa