Politik

Junta will Söldner anheuern AKK droht mit Bundeswehr-Abzug aus Mali

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Die Bundeswehr ist in Mali an zwei internationalen Einsätzen beteiligt.

(Foto: picture alliance/dpa)

In Mali unterstützt die Bundeswehr zwei internationale Einsätze. Doch nun will die Regierung des Landes auch russische Söldner ins Land holen. Neben Paris zeigt sich auch Berlin besorgt über die Pläne. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer droht bereits mit dem Ende von Deutschlands Engagement.

Nach Berichten über Verhandlungen von Malis Militärjunta mit russischen Söldnertruppen stellt Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer den Bundeswehr-Einsatz in dem westafrikanischen Krisenland infrage. "Sollte sich die Zusammenarbeit von Mali mit russischen Söldnergruppen bestätigen, stellt das die Grundlagen des Mandats der Bundeswehr (…) infrage", twittere die Ministerin am Nachmittag. Gemeinsam mit dem Bundestag müssten dann Konsequenzen gezogen werden. "Wenn Malis Regierung mit Russland solche Vereinbarungen trifft, widerspricht das allem, was Deutschland, Frankreich, die EU und die UN in Mali seit acht Jahren leisten", erklärte Kramp-Karrenbauer weiter.

Frankreich hatte am Vortag einen Abzug seiner Soldaten angedroht, sollte es zu einer Zusammenarbeit von Malis Militärjunta mit der privaten russischen Söldnertruppe Wagner kommen. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian sagte über den Einsatz russischer Söldner in Mali, dass dieser "nicht kompatibel" mit der französischen Militärpräsenz in der früheren französischen Kolonie wäre. Frankreich ist militärisch der stärkste Unterstützer der malischen Regierung im Kampf gegen Islamisten, die mit dem sogenannten Islamischen Staat und Al-Qaida in Verbindung stehen.

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters stehen das Militärregime in Mali und die Wagner-Gruppe kurz vor einer Einigung über einen Einsatz, bei dem das malische Militär trainiert und führende Vertreter des Regimes geschützt werden sollen. "Wagner ist eine Miliz, die in der Vergangenheit in Syrien und der Zentralafrikanischen Republik mit Misshandlungen und allerlei Verstöße bewiesen hat, dass sie kein Teil einer Lösung und daher mit unserer Präsenz unvereinbar ist", hatte der französische Außenminister erklärt. "Ich sage dies, damit es verstanden wird", fügte er in Anspielung auf die Regierung in Bamako hinzu.

Die Bundeswehr ist in Mali an zwei internationalen Einsätzen beteiligt. Dies ist zum einen die EU-Ausbildungsmission EUTM, für die Deutschland bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten entsendet. Zudem gibt es die UN-Mission Minusma zur Stabilisierung vor allem des durch islamistische Rebellen bedrohten Nordens, an der maximal 1100 deutsche Soldatinnen und Soldaten teilnehmen dürfen. Die Beteiligung an Minusma gilt als gefährlichster Auslandseinsatz der Bundeswehr. Im Juni waren zwölf deutsche Armeeangehörige und drei weitere UN-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag verletzt worden.

Quelle: ntv.de, jpe/AFP/rts

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