Politik

Holt die Junta die Russen? Franzosen warnen Mali vor Söldnertruppe

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Sollten die russischen Söldner kommen, könnten die Franzosen das Land verlassen, droht Paris.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

In Mali kämpft Frankreich gegen Extremisten und versucht die Regierung zu stabilisieren - auch mithilfe der Bundeswehr. Doch die Militärjunta scheint nun die russische Söldnertruppe Wagner ins Land holen zu wollen. In Paris reagiert man mit Entsetzen.

Frankreich hat Malis Militärjunta vor einem Vertragsabschluss mit der russischen Söldnergruppe Wagner gewarnt und einen Truppenabzug der französischen Soldaten aus dem westafrikanischen Krisenstaat angedroht. Eine Zusammenarbeit der regierenden Militärs in Bamako mit den privaten Söldnern des Wagner-Unternehmens sei "absolut unvereinbar mit unserer Präsenz", sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian. Auch die Bundeswehr ist in Mali im Einsatz.

Aus französischen Kreisen hieß es, die Junta prüfe die Möglichkeit eines Vertrags mit Wagner über die Entsendung von tausend russischen Paramilitärs, um die malischen Streitkräfte auszubilden. Die malischen Behörden räumten ein, dass Gespräche mit der russischen Gruppe geführt würden, dass aber "noch nichts unterschrieben ist".

Die Gruppe Wagner ist berüchtigt für ihre Einsätze, unter anderem in Syrien und in der Zentralafrikanischen Republik. Deren Mitglieder hätten sich durch Ausschreitungen, Raubüberfälle und Verstöße aller Art hervorgetan, sagte Le Drian vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten der Nationalversammlung. "In der Zentralafrikanischen Republik hat dies zu einer Verschlechterung der Sicherheitslage geführt."

Bundeswehr mit 600 Kräften vor Ort

Verteidigungsministerin Florence Parly nannte die Möglichkeit eines solchen Abkommens "äußerst besorgniserregend". Es stünde im Widerspruch zu Frankreichs militärischem Engagement in der Sahelzone in den vergangenen acht Jahren. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich ist in Mali mit besonders vielen Soldaten präsent und setzt sich für eine Stabilisierung der Sahel-Region ein.

Auch die Bundeswehr ist an zwei internationalen Einsätzen in Mali beteiligt. Dies ist zum einen die EU-Ausbildungsmission EUTM, für die Deutschland bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten entsendet. Zudem gibt es die UN-Mission Minusma zur Stabilisierung vor allem des durch islamistische Rebellen bedrohten Nordens des Landes, an der maximal 1100 deutsche Soldatinnen und Soldaten teilnehmen dürfen.

Die Beteiligung an Minusma gilt als gefährlichster Auslandseinsatz der Bundeswehr. Im Juni waren zwölf deutsche Armeeangehörige und drei weitere UN-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag verletzt worden.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP

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