Politik

"Heute säkular, morgen gläubig" Abgeordnete will keine Muslime in der CDU

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Veronika Bellmann sitzt für die CDU/CSU im Bundestag.

(Foto: imago/photothek)

Die Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann will Muslime am liebsten aus ihrer Partei verbannen. Denn für die CDU gelte das christliche Menschenbild - und der Islam sei damit nicht vereinbar. Es ist nicht das erste Mal, dass Bellmann provoziert.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann aus Sachsen ist der Ansicht, dass Muslime nicht in die CDU gehören. Der Glaube an den Islam sei unvereinbar mit einer Mitgliedschaft in der Christlich Demokratischen Union, sagte Bellmann im Gespräch mit der rechtsgerichteten Zeitung "Junge Freiheit".

"Wie geht es zusammen, gläubiger Muslim und Mitglied einer Partei zu sein, deren Grundlage das christliche Menschenbild ist? Gilt nicht für Muslime der Islam als einzig wahre Religion?", wird Bellmann in dem Bericht zitiert. Hintergrund für ihre Äußerungen ist die mögliche Spitzendkandidatur der Muslimin Aygül Özkan für die CDU bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2020.

Nicht einmal nichtpraktizierende Muslime sollten in der CDU erlaubt sein, findet Bellmann. "Heute geben sie sich säkular und morgen doch wieder streng gläubig." Wenn die CDU weiterhin für Moslems offen sein wolle, müsse sie sich ehrlicherweise in "Monotheistisch-Demokratische-Union" umbenennen, sagte die CDU-Politikerin.

CDU und AfD? - Warum nicht?

Bellman ist Mitglied des "Berliner Kreises", einem konservativen Flügel in der Union, der sich vor rund elf Jahren formierte. Bei seiner Gründung waren noch Alexander Gauland und Konrad Adam mit dabei - mittlerweile sind beide bei der AfD aktiv.

Vor zwei Jahren sprach sich Bellmann dafür aus, eine Zusammenarbeit von CDU und AfD nicht grundsätzlich auszuschließen. Sie erklärte: "Die CDU muss sich in Zukunft die Frage stellen, welche Machtoptionen sie hat." Bellmann fügte hinzu: "Vielleicht nicht heute oder morgen, aber für immer und ewig kann die Union eine Koalition mit der AfD auf Landes- und Bundesebene nicht ausschließen."

Bellmanns aktuelle Äußerungen blieben nicht unkommentiert. So twitterte Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien von der CDU: Bellmann solle sich bei "bei unserer ehemaligen CDU-Ministerin Aygül Özkan und bei allen Muslimen, die sich in der Union engagieren", entschuldigen.

Quelle: n-tv.de, kpi

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