Eklat in Sachsen-AnhaltAfD-Politiker soll Teenager mit Baseballschläger angegriffen haben

Wenige Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt ein dort beheimateter Politiker der AfD offenbar für einen Skandal. Auf die Beschädigung von Wahlplakaten durch zwei Teenager soll Arno Bausemer mit Selbstjustiz reagiert haben. Es ist nicht das erste Mal, dass er negativ auffällt.
In Stendal ist zu einem heftigen Vorfall gekommen. Laut einem Bericht des MDR attackierte der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer dort offenbar zwei 14-jährige Jungs. Sie sollen zuvor Wahlplakate der Partei beschädigt haben. Einer der beiden berichtete dem Sender, Bausemer habe einen Baseballschläger benutzt, um damit seinen Freund "vom Roller zu holen".
Der AfD-Politiker schrieb auf seiner Facebook-Seite in einem Posting neben einer Reihe von Beschimpfungen, er habe Jugendliche "auf frischer Tat erwischt". Bausemer gab zu, sie nach "kurzer Verfolgung gestellt und festgehalten" zu haben. Die beiden hätten ein Banner zerschnitten. Vom Einsatz eines Baseballschlägers berichtete er dabei nichts. Die Polizei teilte mit, es sei zum Einsatz eines "mutmaßlichen Schlagwerkzeuges" gekommen.
In einem Beitrag unter dem Posting Bausemers antwortete der Kreisverband Altmark der Grünen: "Unseren Informationen zufolge wurden letztlich Sie von der Polizei in Handschellen abgeführt - und nicht die Jugendlichen. Denn auch wenn die Zerstörung von Wahlplakaten nicht hinzunehmen ist, ist ein Angriff mit einem Baseballschläger auf Jugendliche keine akzeptable Reaktion. Das sah die Polizei offenbar genauso." Der AfD-Politiker widersprach der Darstellung, in Handschellen abgeführt worden zu sein.
Die Grünen-Spitzenkandidatin und Landesvorsitzende Susan Sziborra-Seidlitz forderte den Rücktritt Bausemers. "Noch klären die Behörden die Tat umfänglich auf. Aber wenn sich bestätigt, was im Raum steht, haben die AfD und ihr Abgeordneter Bausemer eine neue Eskalation zu verantworten", hieß es von der 49-Jährigen. "Gewalt darf niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung in einer Demokratie werden." Sziborra-Seidlitz bezeichnete die AfD als Gefährdung für die öffentliche Sicherheit. Die Partei verachte den Rechtsstaat.
Teenager im Krankenhaus
Die Ermittlungen zu der Auseinandersetzung in Stendal wurden aufgenommen. Möglicherweise wird nun Bausemers Immunität aufgehoben. Einer der 14-Jährigen musste laut MDR ins Krankenhaus. Er soll eine leichte Gehirnerschütterung, mehreren Prellungen sowie Verletzungen an der Lippe und am Zahnfleisch haben.
Bausemer war bereits in der Vergangenheit negativ aufgefallen, weil er falsche Angaben in seinem Lebenslauf gemacht hatte. Der damalige Landesschatzmeister und Kreisvorstand der AfD in Stendal verlor daraufhin seine Parteiämter, bekam laut MDR jedoch keine Ämtersperre. Auch ins Europaparlament zog er anschließend trotzdem ein. Im Juli 2026 wurde Bausemer wieder zum Landesschatzmeister gewählt. Auf der Seite des Kreisverbandes Stendal wird er zudem als Vize geführt - zusammen mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund. Bausemer ist demnach zudem Mitglied im Kreistag und im Stadtrat von Stendal.