Politik

SPD-Politiker wird neuer OB AfD hat in Chemnitz keine Chance

Sven Schulze (SPD, M), freut sich über das Wahlergebnis nach der Oberbürgermeisterwahl in Chemnitz. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Sven Schulze bekam die meisten Stimmen.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Bilder, die 2018 um die Welt gehen, rücken Chemnitz in ein schlechtes Licht. Die Stadt wird nach einem tödlichen Messerangriff von rechten Demonstranten und Aggressoren heimgesucht. Dass diese nicht für die Mehrheit sprechen, stellt die aktuelle Bürgermeisterwahl einmal mehr unter Beweis.

Der Sozialdemokrat Sven Schulze ist zum neuen Oberbürgermeister von Chemnitz gewählt worden. Im Zweiten Wahlgang setzte er sich am Sonntag mit 34,9 Prozent der Stimmen gegen seine vier Konkurrenten durch, wie die Stadt auf ihrer Homepage als vorläufiges Endergebnis nach Auszählung aller Wahlbezirke mitteilte. Auf Platz zwei landete CDU-Kandidatin Almut Patt (22,0 Prozent), gefolgt von Susanne Schaper von den Linken mit 16,1 Prozent. Der AfD-Politiker Bernhard Oehme verbuchte von den fünf Kandidaten das schlechteste Ergebnis (13,2 Prozent).

Die neuerliche Abstimmung war nötig geworden, weil in der ersten Runde am 20. September kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielt hatte; nun reichte die einfache Stimmenmehrheit. In Chemnitz stellt die SPD seit 1993 ununterbrochen den Oberbürgermeister. Nach 14 Jahren hatte Amtsinhaberin Barbara Ludwig allerdings nicht erneut kandidiert. Sie legt nach Angaben der Stadtverwaltung ihr Amt am 31. Oktober nieder. Schulze, 1971 in Rochlitz geboren und Vater von drei Kindern, war bisher Finanzbürgermeister von Chemnitz.

Die Stadt war 2018 international in die Schlagzeilen geraten, als es dort nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Deutschen am Rande des Stadtfestes zu rassistisch motivierten Übergriffen kam. Der Streit um die Frage, ob es "Hetzjagden" gegeben habe, war damals zur Zerreißprobe für die Koalition aus Union und SPD im Bund geworden. Wegen der Messerattacke wurde ein Syrer später zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Schulze sagte, er wolle als neuer Oberbürgermeister vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt forcieren und Bürger stärker in Entscheidungen einbinden. Ein weiterer Fokus liege auf dem Thema Kulturhauptstadt Europas 2025. Chemnitz hat sich um diesen Titel beworben, Ende Oktober steht die finale Entscheidung der Jury an. Mit rund 245.000 Einwohnern ist Chemnitz die drittgrößte Stadt in Sachsen nach Leipzig und Dresden.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa